Spezialitäten aus aller Welt
Pannekoeken oder Pekingente - Amsterdams Küche ist so multikulturell wie seine Einwohner
Gegrilltes im Iranischen Restaurant
© De Aardige Pers
Kambodschanisch, äthiopisch, peruanisch oder surinamisch - Abenteuerlustige können in Amsterdam eine kulinarische Weltreise unternehmen.
Zum Glück, meinen viele Gourmets, denn die einheimische Küche hat keinen guten Ruf. Dem Kalvinismus galt jede Form von Feinschmeckerei als überflüssig, ja sogar sündig, sodass man in Holland jahrhundertelang vorzugsweise Einfaches und Nahrhaftes zu sich nahm. Beispielhaft ist das Traditionsgericht "stamppot": Kartoffelbrei gemischt mit Wurst- oder Fleischstücken und Kohl.
Lokale Küche mit globalen Einflüsses
In den letzten Jahren hat sich aber auch die holländische Küche weiterentwickelt. In guten Restaurants erfindet man moderne Varianten lokaler und saisonaler Spezialitäten, entdeckt vergessene Gemüsesorten wieder, experimentiert mit Einflüssen aus aller Welt. Niederländischer Spargel kann sich z. B. mühelos mit deutschem messen, und mit zartem "hollandse nieuwe haring" kann man manch einen Matjeshasser bekehren.
"Echtes" chinesisches Essen
Auch Spezialitäten aus den ehemaligen niederländischen Kolonien sind inzwischen fest in der holländischen Küche verwurzelt. Jedes Kind in Amsterdam weiß, was "nasi goreng" (Reis mit Shrimps und Huhn) oder "saté" (Hühnerspieße mit Erdnusssauce) ist. Nicht umsonst zählen die indonesischen Restaurants in der Grachtenstadt zu den besten Europas. Darüber hinaus gibt es in der Chinatown die Gelegenheit, original chinesisches Essen ohne Zugeständnisse an den europäischen Gaumen zu kosten.
Auch an der Straße sitzt man gemütlich
© Windrose / pixelio.de
Eetcafés und Imbisse
Die Auswahl an Lokalen ist beinahe unüberschaubar. An jeder Ecke findet sich ein Imbiss oder ein Restaurant. Dennoch ist das Preisniveau recht hoch und der Service gewöhnungsbedürftig - erwarten Sie keine deutsche Korrektheit!
Recht günstig sind die typischen, gemütlichen "eetcafés", in denen meist holländisches Essen mit mediterranem Einschlag geboten wird, und die prächtigen Grand Cafés. In ihnen herrscht moderne oder nostalgische Kaffeehaus-Atmosphäre und es werden den ganzen Tag über Kuchen und kleine Gerichte serviert.
Normale "cafés" sind eher mit deutschen Kneipen vergleichbar. Bezahlbar, lecker, aber nicht zum gemütlichen Sitzenbleiben geeignet sind die asiatischen Imbisse, die man vor allem in der Chinatown findet.
"Biertje" und Hochprozentiges
Das beliebteste Getränk ist noch immer das "biertje", das wie das Kölsch in kleinen Gläsern serviert wird. Neben einheimischen Bieren wie Amstel oder Brandt sind die süßlichen belgischen Biere und modische Importbiere wie Corona populär.
Im Sommer sollte man "witbier" probieren, eine Art Weißbier mit Zitronenscheibe. Auf Weinkarten finden sich viele Weine aus Übersee, aber oft auch sehr guter spanischer Rotwein. Auf keinen Fall verpassen sollte man den einheimischen Wacholderschnaps "genever" - je älter er ist, desto würziger wird er.
Erst am Abend wird geschmaust
Mittags hat man es in Amsterdam übrigens schwer, wenn man mehr als ein belegtes Brötchen oder eine Suppe essen möchte. Die Holländer essen abends warm - traditionell schon gegen 18 Uhr, inzwischen etwas später -, weshalb die meisten Restaurants erst abends öffnen. Einfache Imbisse und manche eetcafés schließen um 21.30 Uhr.