Gegen Ende des 19. Jahrhunderts in kürzester Zeit hochgezogen, um dringend benötigten Wohnraum für Arbeiterfamilien zu schaffen, waren die Wohnungen in De Pijp klein, die Straßen eng. Das trug dem Viertel seinen Namen ein: de Pijp heißt so viel wie "Der Schlot". Was damals als ärmlich galt, finden heute viele pittoresk. Der Aufstieg begann Anfang der Neunzigerjahre, als die ersten Studenten das Viertel entdeckten, in dem heute zwischen Stadhouderskade und Jozef Israëlskade, Amsteldijk und Ruysdaelkade Menschen aus etwa 100 Nationen wohnen. Inzwischen zieht es auch viele betuchtere junge Holländer in das "Kreuzberg Amsterdams". Vor allem samstags ist rund um den Albert Cuypmarkt echtes Großstadtleben angesagt. Dann brummt es in den Cafés, Geschäften und exotischen Imbissstuben. Abends hat De Pijp nun auch angesagte Bars und Restaurants zu bieten.
Lauschige Gässchen, Blumenkübel vor den Häusern, gemütliche Eckkneipen und kleine Läden: Der Jordaan ist die gezelligste Gegend von Amsterdam. In manch einem holzgetäfelten Café tönen noch immer die alten "Jordaan-Schnulzen" aus den Lautsprechern, in denen das legendäre Nachbarschaftsgefühl besungen wird. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Gegend zwischen Brouwersgracht, Lijnbaansgracht, Leidsegracht und Prinsengracht jedoch ein berüchtigtes Armenviertel, dessen brackige Kanäle zum Himmel stanken und wo Familien in feuchten Souterrainwohnungen hausten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Jordaan saniert. Die Arbeiter waren froh, wegziehen zu können, und wurden von Intellektuellen und Künstlern abgelöst, die von der beinahe dörflichen Atmosphäre fasziniert waren.
Nachdem die Stadt dem Fluss IJ jahrelang den Rücken zugekehrt hatte, fielen den Stadtplanern zu Beginn der 90er-Jahre die alten Hafeninseln östlich des Zentrums ins Auge. Seither sind auf den ehemaligen Docks KNSM, Java, Borneo und Sporenburg mehrere neue Stadtviertel mit Wohnraum für mehr als 15 000 Menschen entstanden. Aus den "eilanden" wurde eine Art Freilichtmuseum der zeitgenössischen niederländischen Architektur. Jede Insel erhielt einen eigenen städtischen Charakter. Werden die Kanäle und Molen des Javaeiland von postmodernen Grachtenhäusern gesäumt, so reihen sich auf dem KNSM-Eiland mehrere große Blocks, darunter das Piraeusgebäude vom deutschen Architekten Hans Kollhoff, entlang eines Boulevards.
Auf Borneo und Sporenburg bestimmen dagegen niedrige Reihenhäuser das Straßenbild, unterbrochen von riesigen Wohnblocks wie dem weithin sichtbaren "Walfisch" mit seiner glitzernden Zinkfassade. Ein winziges Luxusviertel ist in der Scheepstimmermanstraat auf Borneo entstanden, wo reiche Amsterdamer sich Reihenvillen mit Bootsanlegestelle bauen lassen konnten.
Bei schönem Wetter lohnt sich eine Unterbrechung des Spaziergangs auf der Terrasse des Café Kanis en Meiland auf KNSM-Eiland an der Levantkade, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf die alten Lagerhäuser am gegenüberliegenden Ufer hat.
PLZ/Stadt:
Amsterdam
Nahverkehr
Bus 32 ab Centraal Station, Tram: 10 (C. van Eesterenlaan)
Chinatown
Der Zeedijk bildet das Zentrum dieses kleinen Viertels, das eine kuriose Mischung aus altholländischer Architektur, Rotlichtszene und chinesischer Kultur bietet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die ersten Chinesen als Matrosen auf den großen Ozeankreuzern; einige blieben. Inzwischen leben etwa 10 000 Chinesen in Amsterdam. Sie bilden eine recht geschlossene Gemeinschaft und haben sich ihre Traditionen weit gehend bewahrt. In der Chinatown gibt es neben chinesischer Mode, Lebensmitteln, Büchern und Restaurants auch chinesische Ärzte. Der erst 2000 eröffnete, quietschbunte Fo-Kuang-Shan-Tempel kann besichtigt werden. Ein unterhaltsames Spektakel ist auch das Chinesische Neujahrsfest, das im Januar oder Februar mit Umzügen gefeiert wird.
U-Bahn
Metro: Nieuwmarkt
Karte
Nieuwendam
Wer der Stadt einmal entflüchten und holländisches Dorfleben sehen will, ohne weit fahren zu müssen, sollte sich den Nieuwendammerdijk ansehen. Im ehemaligen Deichdorf an der Nordseite des Flusses IJ reihen sich niedliche, denkmalgeschützte Holzhäuser aneinander. Im Sommer sitzt man sehr schön vor dem kleinen Café am Hafen.
PLZ/Stadt:
Amsterdam
Nahverkehr
Bus 32 ab Centraal Station
Karte
Stadtplan Amsterdam
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