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Loy Krathong in Bangkok

Das Lichterfest zu Ehren der Wassergöttin "Mae Kinkhe"

Festliche Zeremonien zum Lichterfest
Festliche Zeremonien zum Lichterfest
Am 10. November 2011 wird in Thailand wie jedes Jahr das wunderschöne "Loy Krathong" zelebriert. Das Lichterfest zu Ehren der Wassergöttin Mae Kinkhe ist eines der schönsten und stimmungsvollsten Feste des Landes.
In der Nacht des 12. Vollmonds des Jahres werden Flüsse, Teiche und Seen im ganzen Königreich zu wahren Lichtgärten.

Ablauf der Zeremonie

"Loy" bedeutet soviel wie fließen, "Krathong" ist ein kleines Floß, das typischerweise aus einem Teil des Strunks der Bananenstaude gefertigt wird. Neuerdings gibt es allerdings auch Flößchen aus Schaumpolystyrol. Das so gestaltete Floß wird mit den Bananenblättern, Blumen, Kerzen, Münzen und Räucherstäbchen geschmückt.
Sobald es dunkel wird, versammeln sich an ihren Ufern tausende festlich gekleidete Thailänder. Mit einem leichten Stoss werden die lotosförmigen Krathongs feierlich im Wasser auf die Reise geschickt. Darauf befinden sich traditionell drei Räucherstäbchen und eine Kerze.
Blumenschiffchen werden auf die Reise geschickt
Blumenschiffchen im Wasser
Besonders die Flussufer in den Städten bieten dann ein zauberhaftes Bild, wenn tausende von leuchtenden Schiffchen vorbei treiben und die Flusslandschaft in ein märchenhaftes Licht tauchen.
Liebespaare vertrauen den Blattschiffchen ihre geheimsten Wünsche an und schwören sich ewige Liebe. Andere halten es mehr mit der Vorstellung, wonach mit dem Krathong alle ihre Sünden weggetragen werden. Solange wie möglich folgt das Auge den tanzenden Lichtern auf dem glitzernden Wasser.
Ein altes thailändisches Sprichwort besagt, je länger man das Kerzenlicht sehen kann, desto glücklicher wird das nächste Jahr. Manche Krathongs überleben allerdings nicht lange, denn kleine Jungen machen Jagd auf die Münzen. Auch von armen Reisbauern werden die vorbeischwimmenden Krathongs der Münzen wegen gerne aufgefischt.
Der Himmel als riesiges Lichtermeer
Der Himmel als riesiges Lichtermeer
Böse scheint darüber aber niemand zu sein. Den Menschen genügt es, mit ihrer Spende, ob für die kleinen Geister des Diesseits oder des Jenseits, eine gute Tat vollbracht zu haben, die ihnen nach buddhistischem Glauben im nächsten Leben nützlich sein wird.
Zusätzlich finden in manchen Städten jedes Jahr Wettbewerbe statt, bei denen die schönsten und originellsten Krathongs ausgezeichnet werden.
Chiang Mai feiert das Loy Krathong-Fest unter dem Namen Yi Peng, hier dauert es volle drei Tage. Zu den Feierlichkeiten gehört eine besondere Zeremonie, bei der Tausende von Heißluftlampions zum Himmel aufgelassen werden.
Auch eine Loy Krathong-Königin wird gekürt und in einem abendlichen Umzug durch den Ort gefahren. Tanzvorführungen bereichern das Festprogramm.

Ursprung des Lichterfestes

Das Fest geht in seiner Bedeutung auf alte animistische Glaubensvorstellungen zurück. Nach dem Monsunregen zwischen Juni und Oktober waren die Flüsse aufgewühlt und bedrohten mit ihren braunen Fluten nicht nur den Besitz, sondern auch das Leben der Reisbauern.
Um Überschwemmungen abzuwenden, aber auch als Dank für den Regen, der eine gute Reisernte verspricht, wurde schon immer den Göttern geopfert. Dabei mussten die Wassergeister und die Wassergöttin besänftigt werden.
Die Krathongs werden auf ihre Reise geschickt
Die Krathongs werden auf ihre Reise geschickt
Den Ursprung fand das "Lichterfest" wahrscheinlich in dem indischen Hindufest, das seine Danksagung an die Gottheit des Gnages mit schwimmenden Laternen feiert, die jeweils für das darauf folgende Jahr Lebens spendend wirken soll.
Die Buddhisten in Thailand nahmen dieses Fest später in ihre Tradition auf, um damit Buddha ehren zu können. Neben der Buddha-Verehrung, die durch die brennenden Kerzen ausgeübt wird, haben die schwimmenden Flöße die Bedeutung, allen Ärger, Groll und alle Verunreinigungen der Seele von sich abzulegen und sich rein zu waschen. Danach soll das Leben wieder frei von allen Sünden neu begonnen werden. Früher gaben die Thailänder auch abgeschnittene Fingernägel und Haare, die als unrein gelten, mit ins Floß.

Feuerwerk adé...

Begann die Tradition des Loy Krathong noch in Sukhothai, so wird sie heute schon im ganzen Land gefeiert, wobei die Festlichkeiten in "Chiang Mai" und "Ayutthaya" besonders bekannt sind. In Bangkok wurde bis vor ein paar Jahren am Abend des Loy Krathong auch ein Feuerwerk abgeschossen, doch ist dies seit 2005 verboten.
Bis 2005 gab es ein Feuerwerk zum Fest
Bis 2005 gab es ein Feuerwerk zum Fest

Vom Mythos zur Tradition

Natürlich ranken sich um die Entstehung eines so populären Festes wie Loy Krathong zahlreiche Mythen und Legenden.
Gerne erzählt man sich die Geschichte einer Prinzessin, die ihrem Geliebten Abend für Abend kleine Schiffchen mit brennenden Kerzen über den Chao Praya geschickt haben soll.
Nach einer anderen Legende sind die Wurzeln des Festes im alten Königreich von Sukothai zu suchen. Es heißt, dass Nang Nobhama, eine Hofdame im Palast des Reichsgründers Ramakhamhaeng, die ersten Krathongs schwimmen ließ. Der König soll von den kunstvollen Laternenschiffchen so begeistert gewesen sein, dass er die Hofdame zur Frau nahm und die Vollmondnacht des zwölften Monats vor rund 700 Jahren zum Loy Krathong-Festtag erklärte.
 
 
Fotos: © Tourism Authority of Thailand, www.tourismthailand.org
 
 
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