Vieles hat sich verändert, seit König Rama I. im Jahr 1782 die Hauptstadt des damaligen Siam von Thonburi in das bis dahin unbedeutende Dorf Bangkok auf der anderen Seite des Chao Phraya River verlegte. Er taufte die neue Hauptstadt "Krungthep", Stadt der Engel. Auch wenn sich im internationalen Sprachgebrauch Bangkok durchgesetzt hat, nennen die Thai seit Jahr und Tag ihre Kapitale bei ihrem schöneren Namen. Der offizielle Name der Stadt ist mit 163 Buchstaben der längste Ortsname der Welt und lautet "Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit".
Metropole und Moloch. Dschungel der Lüste. Architektonischer Wildwuchs, durch den sich Blechlawinen im Schneckentempo quälen. Abgasschwaden machen das Atmen schwer, und der Himmel über dieser Stadt ist an den meisten Tagen des Jahres staubgrau wie eine Betondecke. Pompöse Shoppingzentren überragen wellblechgedeckte Slumhütten, als wollten sie deren Armseligkeit auch noch verhöhnen. Bürgersteige sind Stolperfallen, zugepflastert mit den Ständen fliegender Händler und den Garküchen fliegender Köche.
Vielleicht geht es Ihnen so wie vielen Besuchern, die erstmals in Thailands Hauptstadt kommen: Sie wollen so schnell wie möglich wieder raus aus diesem sinnenbetäubenden Irrgarten. Raus aus dieser Stadt ohne eigentliches Zentrum, die nicht harmonisch gewachsen, sondern explosionsartig ausgeufert ist. Thailands Metropole hat keinen ruhenden Pol, auf den man sich zurückziehen kann. Sie ist eine Stadt der Extreme und stülpt sich viele Masken über. Erst wenn Sie hinter die moderne, westliche Fassade schauen, entdecken Sie, dass Bangkok voller Exotik steckt.