Ausflüge
Drei Pagoden im Wat Phra Si Sanphet
© Andreas Hörstemeier
Ayutthaya
Die ehemalige Hauptstadt Siams liegt 76 km nördlich von Bangkok. Busse fahren halbstündlich ab dem nördlichen Busbahnhof an der Phahonyothin Rd., Züge stündlich ab Hauptbahnhof. Jedes Reisebüro bietet organisierte Tagesausflüge an. Am schönsten sind die Touren, bei denen eine Strecke mit komfortablen Flusskreuzern auf dem Chao Phraya zurückgelegt wird. Tipp: Nehmen Sie das Schiff für die Rückfahrt. Dann können Sie nach einem anstrengenden Tag auf Decksplanken ausspannen und erreichen Bangkok im milden Licht der Abendsonne. Widerstehen Sie der Versuchung, ein Auto zu mieten. Bis Ortsunkundige aus Bangkok hinaus- und wieder hineingefunden haben, können Stunden vergehen.
Bis zu ihrer Zerstörung durch die Burmesen 1767 war Ayutthaya eine der prachtvollsten Hauptstädte der Welt. Frühe Reisende schwärmten von den gewaltigen Tempelanlagen und Palästen. Sie sind heute nur noch Ruinen, aber künden von der Größe des alten Siam. Die Unesco hat die Bauten des historischen Ayutthaya als Welterbe klassifiziert. Im Gegensatz zu Sukhothai, der ersten Hauptstadt des Königreichs, ist Ayutthaya aber keine reine Ruinenstadt, sondern eine quirlige Provinzmetropole mit 40 000 Einwohnern.
Das Zentrum der Stadt mit den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten liegt auf einer etwa 5 km² großen Insel, umflossen vom Chao Phraya und den Flüssen Lopburi und Pasak. Bedenken Sie, dass organisierte Touren einen straffen Zeitplan haben. Wer gemächlich herumspazieren will, sollte auf eigene Faust anreisen oder gleich eine Übernachtung einplanen. Eine gute Adresse ist nahe beim Bahnhof das Krung Si River (202 Zimmer, Rotchana Rd., Tel. 035/24 43 33, Fax 24 37 77, €€). Innerhalb des historischen Zentrums liegt das einfache Si Samai (78 Zimmer, 12 Thesaban Rd., Tel. 035/25 22 49, Fax 25 16 61, €).
Südlich des Bahnhofs führt die Pidri-Damron-Brücke beim Hotel Krung Si River in die Altstadt. Die Rotchana Rd. weiter geht es zum Ayutthaya Historical Study Center, (Mittwoch bis Sonntag von 9.30 bis 16 Uhr, Eintritt 100 Baht). Die Stadtgeschichte von Ayutthaya ist hier in einer sehenswerten Präsentation aufgearbeitet. Ein paar Minuten weiter an derselben Straße steht das Chao Sam Phraya National Museum (geöffnet Mittwoch bis Sonntag von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr, Eintritt 30 Baht). Die Artefakte reichen von Buddhastatuen bis zu historischem Goldschmuck. Direkt beim Museum bekommen Sie im Büro der staatlichen Tourismusbehörde TAT (täglich (geöffnet von 8.30 bis 16.30 Uhr) Broschüren und einen Stadtplan.
Nördlich des Museums erheben sich die mächtigen Ruinen der bedeutendsten Tempel und Paläste des alten Ayutthaya. Im Ancient Palace (täglich geöffnet von 8.30 bis 16.30 Uhr, Eintritt 30 Baht) residierten die Könige. Der Palast stammt aus dem Jahr 1350 und ist bis zu seiner Zerstörung beständig durch weitere Bauten vergrößert worden. Von einigen Gebäuden stehen nur noch die Grundmauern, andere zeugen aber immer noch von der kolossalen Bauweise dieser Epoche. Die restaurierten "chedis" des königlichen Tempels Wat Phra Si Sanphet sind heute noch ein Wahrzeichen Ayutthayas und beliebtes Motiv für Ansichtskarten.
Buddhakopf im Wat Mahatat
© Andreas Hörstemeier
Mitten im Zentrum der historischen Stadt ziehen Jogger im Phraram Park ihre Runden um einen kleinen See. An der Ostseite des Parks ragen die Ruinen des Wat Mahatat (täglich geöffnet von 8.30 bis 16.30 Uhr, Eintritt 30 Baht) in den Himmel. Auf den zentralen, 40 m hohen "prang" können Sie hinaufsteigen. Achten Sie beim Rundgang entlang der Klostermauer auf einen riesigen Banyan-Baum, dessen Wurzeln den abgeschlagenen Kopf einer Buddhastatue umklammern. Wenn Sie in Ayutthaya übernachten, sollten Sie abends noch einmal hierher kommen. Dann tauchen Scheinwerfer die Ruinen in ein geradezu mystisches Licht.
Auf dem Weg vom historischen Zentrum wieder zurück Richtung Bahnhof kommen Sie in das geschäftige Marktviertel von Chao Prom an der Naresuan Rd. An Garküchen erhalten Sie einen leckeren Imbiss und ein Glas frisch gepressten Zuckerrohrsaft. Unterhalb der Pidri Damron Bridge liegen am Ufer vertäute schwimmende Restaurants. Gute Thaiküche zum Beispiel im Ruan Doem (täglich geöffnet von 11 bis 22 Uhr, Tel. 035/24 19 78, €). Organisierte Touren legen immer einen Zwischenstopp im Königlichen Sommerpalast Bang Pa In (täglich geöffnet von 8.30 bis 6.30 Uhr, Eintritt 50 Baht, www.palaces.thai.net/bp) am Chao Phraya 16 km südlich von Ayutthaya ein. Auch auf eigene Faust kommt man problemlos zu dieser Residenz mit ihrem zauberhaften Wasserpavillon. Vom Chao Prom Market fahren den ganzen Tag über Minibusse nach Bang Pa In. Für ca. 900 Baht können Sie am Pasak-Pier an der U-Thong Rd. nördlich des Marktviertels auch ein Motorboot chartern.
Brücke über den Kwai
Kanchana Buri
Die berühmteste Sehenswürdigkeit dieser Provinzhauptstadt 128 km westlich von Bangkok ist die Brücke am Kwai. Sie ist ein beliebtes Ziel organisierter Tagestouren. Öffentliche Busse fahren im Viertelstundentakt von Bangkoks südlichem Busbahnhof nach Kanchana Buri (zwei Stunden). Die restlichen 6 km von der Provinzstadt zur Brücke können Sie z.B. in einem Tuk-Tuk fahren. Züge (dreieinhalb Stunden) ab Bangkok Noi Railway Station im Stadtteil Thonburi täglich ab 7.50 und 13.45 Uhr (zurück nur 14.41 Uhr) halten direkt an der Brücke. Fahrplanänderungen erfahren Sie unter Tel. 022 23 00 10 oder 022 23 70 10.
Die Brücke selbst ist ein Allerweltsbau aus Eisen und Beton und hat nichts gemein mit der abenteuerlichen Holz- und Bambuskonstruktion aus dem gleichnamigen Film - der übrigens 1957 auf Sri Lanka gedreht wurde. Jedes Jahr Anfang Dezember ist aber allein schon die Brücke eine Reise wert. Dann veranstaltet die staatliche Tourismusbehörde die River Kwai Bridge Week mit Feuerwerk und einer Licht-und-Ton-Schau. An das Schicksal der mehr als 16 000 alliierten Kriegsgefangenen der Japaner, die 1942/43 beim Bau der Brücke und der 415 km langen "Todesbahn" nach Birma (heute Myanmar) umkamen, erinnern das ganze Jahr über die Kriegsfriedhöfe.
Auf dem Kanchana Buri War Cemetery 2 km südlich der Brücke Richtung Stadt sind 6982 Gefangene bestattet. Weitere 1750 Gräber zählt der Friedhof von Chung Kai direkt am Kwai 2 km südlich der Provinzstadt. Dorthin knattern Motorboote, die direkt bei der Brücke gechartert werden können. Auf dem Weg zum Friedhof legen die Boote auch am Kloster Wat Tham Khao Poon an, das wegen seiner Tropfsteinhöhlen und der vielen Buddhastatuen sehenswert ist. Ein kleiner Schrein erinnert an die britische Touristin Joanne Masheder. Sie wurde 1995 von einem drogensüchtigen Mönch im Kloster ermordet. Der Fall erschütterte damals ganz Thailand.
Über die Leiden der zeitweise mehr als 300 000 Kriegsgefangenen informiert das Jeath War Museum (Pak Phreak Rd., täglich geöffnet von 8.30 bis 18 Uhr, Eintritt 30 Baht) beim Wat Chaichumphon in Kanchana Buri. Mönche haben die Bambusbaracken der Gefangenen nachgebaut, Fotos, Werkzeuge und Waffen aus dieser Zeit gesammelt. Am eindrucksvollsten sind die Zeichnungen der Kriegsgefangenen, die auf Papier ihr hartes Los dargestellt und verarbeitet haben.
Ein wildes Sammelsurium von Exponaten präsentiert dagegen das World War II Museum (täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr, Eintritt 30 Baht) an der Brücke. Greueltaten der Japaner werden hier plastisch und drastisch nachgestellt, alte Bahnschwellen sind ebenso zu sehen wie die Fotos thailändischer Schönheitsköniginnen und prähistorische Funde aus der Provinz. An der Brücke warten mehrere Garküchen und Lokale auf Gäste. Am angenehmsten speist es sich auf dem Wasser. Vom Floating Restaurant (täglich geöffnet von 11 bis 22 Uhr, Tel. 034/51 28, €) haben Sie einen schönen Blick auf Fluss und Brücke.
Sie können auch direkt am Fluss wohnen. Luxuriös gleich bei der Brücke im Felix River Kwai Resort (255 Zimmer, Tel. 034/51 50 61, Fax 51 50 95, www.felixhotels.com, €€€) oder einfach in den Bungalows vom Bamboo House (Soi Vietnam, Tel. 034/62 44 70, €) 300 m südlich der Brücke. Dort können Sie sogar in spartanische Bambushütten ziehen, die auf Flößen am Ufer vertäut sind. Eine Übernachtung bietet sich vor allem dann an, wenn Sie den spektakulärsten Streckenabschnitt der so genannten Todeseisenbahn erleben wollen. Die Bahnfahrt von Bangkok bis zur Brücke nach Kanchana Buri (www.kanchanaburi.com) ist eher einschläfernd. Aber von der Brücke bis zur Endstation Nam Tok fährt der Zug ca. eindreiviertel Stunden hoch über dem Kwai auf Armesbreite vorbei an schroffen Felswänden, rattert über ächzende Holzviadukte, die aus einem Wildwestfilm stammen könnten. Ab Brücke täglich um 6.18, 11.08 und 16.44 Uhr. Zurück von Nam Tok 5.25, 13.00 und 15.15 Uhr. Nam Tok selbst ist nur ein winziges Dorf, in dem Hunde auf der staubigen Straße dösen.
Schiefe Chedi, "Wahrzeichen" von Ko Kret
© Andreas Hörstemeier
Ko Kret
Die beschauliche Insel der Bauern und Töpfer im Chao Phraya River liegt nur 25 km nördlich von Bangkok. Anreise den ganzen Tag über mit Expressbooten, z. B. ab Oriental-Pier oder Tha Chang-Pier beim Grand Palace. Entweder mit dem Standard Express Boat bis Nonthaburi und dort umsteigen in ein Boot nach Pak Kret oder direkt nach Pak Kret mit dem Special Express Boat. Vom Pier in Pak Kret gehen Sie ca. 300 m südlich bis zur Anlegestelle beim Kloster Wat Sanam Nua, von wo Fährboote zur Insel übersetzen.
Im hektischen Bangkok ist man schon mal reif für die Insel. Schön, dass es da Ko (Insel) Kret gibt. Die Insel entstand, als vor über 200 Jahren eine weite Schleife des Chao Phraya mit einem Kanal verbunden wurde. Gegraben haben ihn Angehörige des Mon-Volkes. Deren Nachfahren bauen noch heute auf dem Inselchen Obst und Gemüse an und stellen Töpferwaren her. Wer seinen Fuß auf Ko Kret setzt, kann sich nur noch schwer vorstellen, dass knapp eine Bootsstunde entfernt Autos auf achtspurigen Straßen im Stau stehen. Auf Ko Kret gibt es keine Staus. Denn hier fahren überhaupt keine Autos.
Die Insel ist nur etwa so groß wie das historische Zentrum von Bangkok. Die 7000 Einwohner gehen zu Fuß, fahren mit dem Moped von einer Siedlung zur anderen oder mit dem Boot um die Insel herum. Für etwa 200 Baht können Sie ein Boot chartern und ebenfalls um das Eiland herumschippern. Eine Karte brauchen Sie nicht. Folgen Sie einfach der Ringstraße. Sehenswert ist Wat Poramai Yikawat (auch Wat Mon) beim Pier, das älteste und größte Kloster der Insel mit einem Marmorbuddha und fein gearbeiteten Fenstern und Türen. Im Pottery Village können Sie zuschauen, wie Tongefäße hergestellt werden. Auf Ihrem Spaziergang werden Sie aber auch andernorts immer wieder kleine Töpferbetriebe sehen.
Die wirkliche Attraktion von Ko Kret ist die ländliche Idylle unter Palmen. Um diese richtig zu genießen, sollten Sie Wochenenden meiden. Denn dann suchen auch viele gestresste Bangkok-Thai Ruhe und Erholung. Besonders in der Umgebung des Piers kann es dann ziemlich trubelig werden. Dort warten die meisten Läden und Lokale auf Kundschaft. Wochentags sind viele Shops geschlossen, aber eine Nudelsuppe und einen kühlen Drink bekommen Sie trotzdem überall.