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Stadtviertel

  • Chinatown
    Yaowarat Road in Chinatown
    Yaowarat Road in Chinatown
    © Heinz Albers
    Chinatown, das klingt nach Opiumhöhlen und Spielhöllen und nach Lastern aller Art. Aber gemach: Es wird auch anderswo mit Drogen gehandelt, mit Karten gespielt und mit käuflicher Liebe Geld verdient. In Chinatown geschieht es zumindest so im Geheimen, dass Sie beim Bummel davon nichts mitbekommen. Dafür erleben Sie ein Stadtviertel, in dem Business fast rund um die Uhr angesagt ist. Chinatown ist wie eh und je der wichtigste Warenumschlagsplatz in Bangkok. Ob Orangen oder Stoffe, ob Werkzeuge oder Waschmaschinen - hier gibt es einfach alles. Und manches, was hier glänzt, ist auch wirklich Gold. Chinatown ist das Zentrum für den Handel mit Schmuck aus fast reinem Gold. Wichtigste und einzige bedeutende Sehenswürdigkeit ist der goldene Buddha im Wat Traimit am östlichen Rand Chinatowns nahe dem Hauptbahnhof. Aber Sie verpassen eines der ältesten und quirligsten Stadtviertel, wenn Sie nur seinetwegen herkommen. Schon zur Zeit der Stadtgründung siedelten sich hier chinesische Händler an. Allerdings nicht ganz freiwillig. Sie mussten Platz machen für Paläste und Regierungsgebäude und deswegen aus dem historischen Zentrum ein Stück weiter flussabwärts ziehen.
    Belebte Straße in Chinatown
    Belebte Straße in Chinatown
    © Heinz Albers
    Der besondere Reiz von Chinatown liegt in seinen schmalen Gassen und Seitenstraßen. Jedes Haus, ob modern oder alt und verwittert, ist auch ein Geschäft (oder Restaurant). Im Erdgeschoss wird Geld verdient, oben wird gewohnt. Selbst Gehsteige, sofern überhaupt vorhanden, sind Warenlager und Handelsplatz. Trotz dieses Gewusels sehen Sie hier nur vereinzelte Touristen. Aber kommen Sie deswegen nicht ins Grübeln. Wer sich nicht gerade nachts in den letzten dunklen Ecken herumdrückt, für den ist Chinatown kein gefährliches Pflaster. Trotzdem sollten Sie aufpassen, dass Sie nicht unter die Räder kommen. Denn unablässig wälzt sich eine Armada von Motorrädern, Autos, Lastwagen und Handkarren durch Straßen und Gassen.
    PLZ/Stadt:
    Bangkok
    Nahverkehr
    Expressboot: Pier Tha Ratchwaong
  • Dusit District
    Marble Temple im Wat Benjamaborpit
    Marble Temple im Wat Benjamaborpit
    © Tourism Authority of Thailand
    Schon König Chulalongkorn, Rama V., zog um die Wende zum 20. Jh. hierher, weil es ihm in der Altstadt zu eng geworden war. Rund 4 km nordwestlich vom Grand Palace baute er den Vimanmek Palace, sein Nachfolger Rama VI. errichtete den Chit Lada Palace. Damals wie heute ist der Dusit District Regierungsviertel. Das Parlament tagt hier, viele Ministerien sind aus dem historischen Bangkok hergezogen. Anziehungspunkte für Touristen sind neben dem Vimanmek Palace und dem Dusit Zoo insbesondere der Marble Temple im Wat Benjamaborpit.
    Wenn Sie Zeit übrig haben, können Sie nach dem Besuch der Sehenswürdigkeiten etwas tun, was in Bangkok Seltenheitswert hat: in schattigen Alleen spazieren gehen, ohne ständig Abgasschwaden einzuatmen. Ein nobles, ruhiges Viertel mit herrschaftlichen Villen in tropischen Gärten: Das ist Dusit.
  • Pahurat
    Chinatown auf indisch: zwar wesentlich kleiner, aber genauso lebhaft und bunt. Westlich von Chinatown, zwischen Charoen Krung und Pahurat Road und schon im historischen Zentrum, liegt dieses Viertel, das auch irgendwo in Bombay sein könnte. Hier leben und handeln Hindus und Sikhs, besonders mit Stoffen und besonders mit anderen Indern. Die zahllosen, zumeist indischen Schneider aus den Touristenvierteln decken sich hier ein. Aber selbst aus Indien fliegen unablässig Textilhändler ein, um in Bangkoks Little India ihr Schnäppchen zu machen. Natürlich finden Sie hier auch alles andere, was als typisch indisch gilt: Gewürze, Parfüms oder Schmacht-und-Schmalz-Videos.
    PLZ/Stadt:
    Bangkok
    Nahverkehr
    Expressboot: Tha Saphan Put bei der Memorial Bridge
  • Rattanakosin Island
    Das Herz des alten Bangkok ist eine Insel, wenn auch eine künstliche. König Rama I. gründete die Stadt am östlichen Ufer des Chao Phraya in einer strategisch günstigen Lage. Der Fluss zieht hier einen großen Bogen, bildet gleichsam einen natürlichen Wassergraben. Um die Stadt auch weiter östlich abzusichern, ließ der Herrscher eine Stadtmauer von Flussufer zu Flussufer bauen und zusätzlich einen Kanal ausheben, der das nördliche mit dem südlichen Ufer des Flusses verbindet. Die Stadtmauer ist längst gefallen, aber der Kanal existiert noch. Sogar zwei Kanäle, um genau zu sein: ein innerer und ein äußerer, der gegraben wurde, als sich die Stadt weiter nach Osten ausdehnte. Deswegen spricht man von der »inneren« und »äußeren« Insel Rattanakosin.
    Besonders im Herzen der Altstadt, begrenzt vom Fluss und den Kanälen Klong Bang Lamphu und Klong Ong Ang, gleicht Bangkok einem Freilichtmuseum. Hier finden Sie viele der ältesten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie den Grand Palace, das National Museum und herausragende Tempel. Die Insel Rattanakosin ist ein touristisches Muss für alle, die an Geschichte und Kultur der Stadt und des Landes interessiert sind. Aber große Hotels finden Sie hier genauso wenig wie moderne Einkaufszentren. Die Nächte auf der alten Insel sind vor allem zum Schlafen da. Nur im Viertel von Bang Lamphoo mit der Travellermeile Khao San Road werden nicht schon bald nach Sonnenuntergang die Gehsteige hochgeklappt.
  • Thonburi
    Seit 1971 ein Teil von Bangkok und doch älter als Bangkok selbst. Thonburi war schon eine kleine Stadt, als Bangkok noch ein Hüttendorf namens Ban Makok war. Für die einstige Hauptstadt Ayutthaya diente Thonburi am Westufer des Chao Phraya als Zollhafen. Die Stadt war eine bewehrte Festung, um die mögliche Invasion von der See her zu vereiteln. Als Ayutthaya von den Burmesen 1767 zerstört wurde, verlegte König Taksin die Hauptstadt nach Thonburi. Doch schon 15 Jahre später war es wieder vorbei mit Taksin und seiner neuen Kapitale. General Chakri entmachtete den alten König, ließ sich selbst als Rama I. krönen und gründete auf der anderen Seite des Flusses die Hauptstadt neu. Thonburi bekam keine prächtigen Paläste und monumentalen Tempel (mit Ausnahme des Wat Arun), ist aber gleichwohl beständig gewachsen. Allerdings nicht so schnell und mit solchen radikalen Änderungen wie Bangkok. Zwar staut sich auch auf Thonburis Hauptstraßen der Verkehr, aber noch immer bilden Kanäle ein Spinnennetz von Wasserwegen, die den Stadtteil in ein Mosaik von Inseln teilen.
    Eine Bootstour auf den Kanälen ist denn auch die Hauptattraktion für Touristen. Wenn Sie aber durch die Straßen laufen, kann es sein, dass Sie den ganzen Tag lang nicht einem Ausländer begegnen. Eine touristische Infrastruktur fehlt völlig. So ist Thonburi der Stadtteil der Thai, mit modernen Wohnsiedlungen und alten Pfahlhäusern an stillen Kanälen, mit Geschäften und Einkaufszentren, mit Handwerksbetrieben und Fabriken.
    Khlong in Bangkok
    Für Touristen ist ein Spaziergang durch das Bangkok jenseits des Chao Phraya zweifellos interessanter. Wenn Sie aber Thonburi mit dem Boot erkunden, ändert sich das Bild: Sie gewinnen auch heute noch einen Eindruck davon, warum frühe Reisende Bangkok als »Venedig des Ostens« bezeichnet haben. Organisierte Touren können Sie in jedem Reisebüro, an jedem Hotelcounter buchen. Aber die großen Tourboote fahren nicht in die kleinen klongs (Kanäle), wo Thonburi noch erstaunlich ländlich wirkt. Außerdem legen sie garantiert am »Schwimmenden Markt« von Wat Sai an, der schon seit vielen Jahren nur noch ein inszeniertes Touristenspektakel ist, und machen Station an einer nicht gerade beeindruckenden Schlangenfarm.
    Besser, Sie mieten sich selbst ein Motorboot samt Steuermann und erkunden das weit verzweigte Wasserlabyrinth auf eigene Faust. Sie müssen dem Kapitän aber vorher klar machen, dass Sie nicht dahin wollen, wo alle herumschippern. Im Prinzip können Sie an jedem Pier ein Boot mieten. Die Chancen, einen Bootsführer zu finden, der Englisch versteht, sind am größten an den Piers beim Grand Palace (Tha Chang), bei der Memorial Bridge (Tha Saphan Phut), beim River-City-Shoppingkomplex (Tha River City) und beim Oriental Hotel (Tha Oriental). Pro Stunde müssen Sie mit 400 bis 500 Baht rechnen. Handeln ist Pflicht! Und lassen Sie sich nicht von einem der Schlepper zu den Piers lotsen. Sonst müssen Sie auch noch deren Provision bezahlen. Und schon gar nicht sollten Sie sich auf eine free tour einlassen. Die endet womöglich in einem dubiosen Geschäft, wo Ihnen überteuerte und gar nicht so edle Edelsteine angedreht werden.
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