Katalanische Küche
Gaumenfreuden und Geselligkeit
Paquetitos
©Alex Castellá / flickr.com
Wer sich die kulinarischen Genüsse Kataloniens auf der Zunge zergehen lässt, kommt nicht nur auf den Geschmack, sondern auch Land und Leuten auf die Spur.
Kulinarische Kontraste
"Erschmecken" Sie die Gegend: in seltsam-köstlichen Kombinationen von süß und pikant, von Fisch und Fleisch, die auf Katalanisch "mar i muntanya" heißen, Meer und Berg.
Da bilden nicht nur Kontraste ein harmonisches Ganzes, da spiegelt sich auch die reizvolle Vielfalt der katalanischen Landschaft: raue Bergwelt, saftige Täler, die bald felsig-schroffe, bald sanfte Mittelmeerküste.
Deftige Eintöpfe und Spezialitäten aus Wurst, Wild, Waldpilzen, Lamm oder Hülsenfrüchten stammen eher aus dem Hinterland. Die Speisen der Küstenregion sind leichter, vor allem durch das Angebot an frischem Fisch und Meeresfrüchten.
Menu del dia
Das Talent, aus einfachen Zutaten phantasievolle Gerichte zu zaubern, ist ein Merkmal der katalanischen Küche - neben der baskischen gilt sie als beste Spaniens. Vergeuden Sie Ihre Zeit also nicht in einem der vielen Fastfoodlokale. Preisgünstig essen können Sie besser anderswo.
In unzähligen Lokalen und Bars der Stadt gibt es täglich ein billiges Mittagsmenü, das "menú del día": Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch bekommen Sie schon ab acht Euro, oft einschließlich eines Getränks. Auch Cafés bieten mitunter günstigen Mittagstisch.
Katalanisches Spargelfest
©Alex Castellá / flickr.com
Paradies für Weinliebhaber
Katalonien ist ein Weinland. Das bedeutendste Anbaugebiet liegt südlich von Barcelona im Penedès, mit Sant Sadurní d‘Anoia als Sekthochburg (ein Ausflug lohnt sich!).
Vor allem die leichten, fruchtigen Weißweine des Penedès sind zu empfehlen.
Die besten katalanischen Rotweine kommen aus dem Priorat; dunkel, dicht und aromatisch sind sie; einige gehören zur Weltspitze.
Café i copes
Nach dem Essen bestellt man „cafè i copes“, Kaffee und ein Gläschen Kognak, Schnaps oder Likör. Die Katalanen sitzen gern nach Tisch weiter zusammen: „sobretaula“ heißt dieser Brauch. Das Essen dient nicht nur zur Nahrungsaufnahme, sondern ist auch Begegnung, Kommunikation, gemeinsames Genießen.
Original Spanische Oliven
Spät und reichlich
Die Katalanen essen spät: abends ab etwa 21 Uhr, mittags nicht vor 14 Uhr - jeweils warm, mit zwei Gängen und Dessert.
Dafür fällt das Frühstück bescheiden aus: meist Milchkaffee und „croissant“, Hörnchen, hastig eingenommen in einer der Bars, die es in Barcelona an jeder Ecke gibt. Diese Bars dienen je nach Tageszeit als Café, Imbiss, Restaurant, Kneipe. Hier verabredet man sich mit Freunden, Verwandten oder Nachbarn auf einen Kaffee oder ein Bier - kurzum: Die Bars sind so etwas wie große Wohnzimmer, in denen sich ein Teil des Alltagslebens abspielt. Hier bekommen Sie meist auch ein paar „Tapas“, die kleinen Appetithappen, falls Ihnen die Zeit bis zur nächsten Mahlzeit zu lang wird.
Spanische Eigenheiten
Denken Sie daran, dass es in Spanien nicht üblich ist, sich zu anderen an den Tisch zu setzen - selbst wenn noch Plätze frei sind. Auch getrennte Rechnungen sind unüblich.
In den meisten Restaurants ist eine Reservierung zu empfehlen, vor allem freitags und samstags! Viele Lokale schließen an Sonn- und Feiertagen, im Juli und August sind einige für ein bis drei Wochen ganz geschlossen. In dieser Zeit in jedem Fall vorher anrufen! Die angegebenen Öffnungszeiten dienen als Anhaltspunkt und können variieren. Viele populäre Lokale liegen in der Altstadt: Nehmen Sie vor allem abends lieber ein Taxi!