Sardana
Katalanische Kultur in kleinen und großen Schritten
Wenn vor Barcelonas Kathedrale plötzlich Leute ihre Taschen und Tüten zu einem Haufen türmen, sich darum im Kreis aufstellen und einander an den Händen fassen, dann bahnt sich da kein Ringelreigen für Erwachsene an, sondern eine Sardana. Für Katalanen ist sie mehr als ein Tanz, nämlich Ausdruck von Zusammengehörigkeit und Stärke. Während der Diktatur unter Franco verboten, gehört die Sardana heute wieder zur Alltagskultur der Stadt: Jung und Alt tanzen komplizierte Schrittkombinationen, die Uneingeweihten oft ein Rätsel bleiben.
Katalanischer Volkstanz
Die kreisenden Tänzer halten sich an den Händen und bewegen sich abwechselnd links und rechts herum, meistens langsam, manchmal auch mit schnelleren Sprüngen.
Die Schrittfolgen sind komplizierter, als es auf den ersten Blick erscheint, jede einzelne Bewegung muss abgezählt werden, um nicht aus dem Takt zu kommen. Der Tanz besteht grundsätzlich aus kurzen und langen Schritten, "curts" und "llargs", der Takt wird von einem erfahrenen Tänzer vorgegeben, der die Musik kennt und die Schrittfolge daran anpassen kann.
Die Musik
Begleitet werden die Tänzer von der sogenannten "Cobla", das sind traditionell elf Musiker, die zwölf Instrumente spielen!
Fünf Holz- und fünf Blechbläser werden unterstützt von einem Kontrabass, der leitende Musiker spielt gleich zwei Instrumente auf einmal, nämlich das Flabiol, eine Flöte, mit der linken Hand, und das Tamborí, eine kleine Trommel, mit der Rechten.
Spuren aus der Vergangenheit
Der Ursprung der Sardana liegt wahrscheinlich in einem mittelalterlichen Rundtanz, der im 14. Jahrhundert in Montserrat getanzt wurde. Aus dem 16. Jahrhundert ist das Wort "Sardana" erstmalig überliefert, als Beschreibung eines Tanzes, den Herrscher und Volk gemeinsam vollführten. Schon damals hatte die Sardana also eine soziale Bedeutung.
Im 19. Jahrhundert wurde die Sardana als Musikgattung zum Symbol für die Rückbesinnung auf die katalanischen Wurzeln. Mit dem neuen alten Volkstanz feiert man das Wiedererwachen der katalanischen Sprache und Kultur bis heute.
Die Philosophie
Der Musiker und Katalane Pau Casals sagte 1968 folgendes über die Sardana:
"Die Sardana, die vom Ampurdan ausging und ganz Katalonien erobert hat, ist mehr als ein Element unserer Folklore. Sie wurde zu unserem Nationaltanz, zu einem wesentlichen Baustein im Leben unseres Volkes. Die Demokratie inspiriert ihre Regeln. Jeder ist willkommen, in jedem Moment. Die Feinfühligkeit gebietet es, in eine Sardana auf der linken Seite des Mannes neu einzutreten. So kann seine Partnerin auf der rechten Seite verbleiben. Das Symbol dieses Tanzes besteht darin, sich in vollkommener Harmonie und Gleichheit die Hände (in einem Kreis) zu reichen.
Diese Normen verweisen auf die tiefsten Grundlagen unseres Charakters, denen wir immer treu bleiben sollten." (aus Subirana Lluís, Ciutats pubilles de la sardana 1960 – 1995, Fotografies de Josep Llobet; Tarragona, 1995, S. 74)
Falls Sie sich trauen: Der Kreis ist für alle offen!
Straße:
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Samstags ab 18 Uhr, Sonntags ab 12 Uhr
(außer an Feiertagen)
Stadtteil:
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Sonntags ab 18 Uhr 30
Metro:
Jaume I (L4)