Der 173 m hohe Hausberg Barcelonas ist nicht wegzudenken aus Geschichte, Kultur und Freizeit der Stadt. Die kastilischen Belagerer nutzten die im 17. Jh. errichtete Festungsanlage auf dem Gipfel (heute Militärmuseum), um die Stadt in Schach zu halten. Von hier aus wurde bei sozialen Unruhen bombardiert, während der Franco-Diktatur war die Festung ein gefürchtetes Gefängnis. Am steil abfallenden Osthang, der berüchtigten Curva del Morrot, wurden die politischen Häftlinge erschossen und ins Meer geworfen.

Aber mit dem Montjuïc verbinden sich nicht nur schmerzhafte Erinnerungen. Anfang des 20. Jhs. unternahm man erste Versuche, den Berg in ein Naherholungsgebiet umzugestalten. Die Weltausstellung von 1929 brachte die entscheidenden Impulse. Es entstanden zahlreiche Paläste, Pavillons und Gärten, die als Campanile gestalteten Türme an der Plaça de Espanya, das Spanische Dorf, das Amphitheater Grec. Aber erst mit der Olympiade 1992, zu deren zentralem Schauplatz der Montjuïc wurde, kam die völlige Erschließung. Heute ist das Gelände so groß und reich an Attraktionen, dass Sie sich konkrete Ziele vornehmen sollten. Unterhalb des Palau Nacional mit dem unbedingt sehenswerten Museu dArt de Catalunya liegt der originalgetreu rekonstruierte deutsche Weltausstellungspavillon (tgl. 10-20 Uhr, Eintritt 3,50 Euro), den Bauhausarchitekt Mies van der Rohe 1929 für die Weimarer Republik entwarf. Ein paar Schritte weiter die Font Màgica: eine riesige Artdecó-Fontäne, die an manchen Abenden ein faszinierendes Schauspiel von Wasser, Licht, Farbe und Musik bietet (Mai-Sept. Do-So 20-24 Uhr, Musik- und Lichtspiele 21.30-23.30 in halbstündlichem Rhythmus, Okt.-6. Jan., März, April Fr und Sa 19-20.30 Uhr Musikund Lichtspiele in halbstündlichem Rhythmus).

Olympische Anlagen
© Turisme de Barcelona / Espai d‘Imatge
Etwas höher, an der Carrer Lleida, ist um den Mercat de les Flors herum ein riesiger Theaterkomplex entstanden: Ein Blick ins Foyer des ehemaligen Blumenmarktes lohnt sich schon wegen des Deckengemäldes von Miquel Barceló. Wenn Sie links um die Ecke biegen, stoßen Sie auf das Archäologische Museum, gleich nebenan auf das Ethnologische Museum. Von dort steuern Sie auf das Teatre Grec zu, ein nachgebildetes Amphitheater inmitten bezaubernder mediterraner Gärten. Etwas höher die Fundació Joan Miró - eine Station, für die Sie sich Zeit lassen sollten. Auch das Caférestaurant der Miró-Stiftung (tgl. 10-19 Uhr) ist empfehlenswert, nicht nur wegen des traumhaften Panoramablicks. Von hier aus ist es nur ein Sprung zu den olympischen Anlagen. Das Stadion, 1929 gebaut, wurde für die Spiele von 1992 total renoviert. Unübersehbar der von Stararchitekt Arata Isozaki errichtete Palau Sant Jordi: der eigenwillige Sportpalast, der an einen gigantischen Schildkrötenpanzer erinnert. Ein Spaziergang durch Gärten und Parkanlagen führt zum Spanischen Dorf.
Die beste Aussicht haben Sie oben von der Festung - Sie können zu Fuß gehen oder mit der Drahtseilbahn fahren (Station ein paar Schritte von der Miró-Stiftung). Einen Steinwurf von der Festung finden Sie den Cementeri del Sud-Oest: Auf dem Friedhof ruhen etliche derer, die hier oben hingerichtet wurden. Die trostlos aneinander gereihten Grabnischen der kleinen Leute stehen im Kontrast zu den prachtvollen Pantheons und Jugendstilmausoleen der Highsociety. Am Südrand liegt das Grab des legendären Anarchisten Buenaventura Durruti.
Wenn Sie über die Carrer Montjuïc hinabsteigen, legen Sie einen Zwischenstopp ein am Mirador: Die Aussicht über Stadt und Hafen ist herrlich.
U-Bahn
Metro: Espanya (L1, L3)