Stadtviertel
Als Barcelonas Fischerdorf bekannt gewordenes Viertel, das mit den engen Gassen und zwischen den Häusern gespannten Wäscheleinen an Neapels Altstadt erinnert. Dabei entstand das Viertel am Mittelmeerstrand nach den Plänen eines Militäringenieurs: übersichtlich in strengem Schachbrettmuster angelegt - zur besseren Kontrolle der Bevölkerung. Begonnen wurde mit dem Bau 1753, als ein neues Quartier gebraucht wurde für die Bewohner der Ribera, die der Zitadelle weichen mussten. Das neue Viertel war für damalige Verhältnisse durchaus modern: einstöckige Häuser, licht und sonnig, in die Fischer, Seeleute, Hafenarbeiter und Handwerker zogen. Der Niedergang der Barceloneta begann vor etwa 100 Jahren, als es mit Fischerei und Seefahrt bergab ging. Das Viertel verarmte, verdreckte, verfiel. Zu den Arbeitern kamen Arbeitslose und Einwanderer, die Häuser wurden höher gezogen, die Straßen düsterer. Trotzdem blieben die vielen kleinen Tavernen, Bars und Fischrestaurants stets ein kulinarischer Anziehungspunkt, auch für Bohemiens und Gourmets der Oberstadt - bis heute. Gastronomische Angebote findet man nach wie vor an jeder Ecke, selbstverständlich in unterschiedlicher Qualität.
Im Zuge der olympischen Erneuerung wurde auch hier viel abgerissen, renoviert, modernisiert - vor allem entlang der neuen Hafen- und Strandpromenaden, inzwischen schicke Restaurant- und Flaniermeilen und beliebte Skateboardpisten. In den Gassen hinter der schönen neuen Freizeitwelt findet man noch viel vom alten Charme des maritimen Viertels, aber auch von seinen Problemen. Dazu wachsen die Befürchtungen der Bewohner, dass auch die Barceloneta zum teuren Nobelquartier wird, das sie sich nicht mehr leisten können.
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Gasse im Gotischen Viertel
© Turisme de Barcelona / Espai d‘Imatge
Das Gotische Viertel, das "Herz Barcelonas", zeugt mit seiner architektonischen Pracht von der Blütezeit Kataloniens als Mittelmeermacht. Die meisten Baudenkmäler stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert, als der Wohlstand der Bürger zu einem Bauboom führte. Erst als Barcelona seine Vormachtstellung im 16. Jahrhundert an Kastilien verlor, begann der Niedergang des Barri Gòtic.
Bis heute befinden sich viele Wohngebäude in total heruntergekommenem Zustand. Daran hat selbst die olympische Rundumerneuerung kaum etwas geändert, trotz renovierter Fassaden, neuer Plätze, Bänke oder Bäume. In jüngster Zeit halten Stadterneuerer und Architekten Einzug ins Viertel - aber mit ihnen kommen Immobilienhaie und Spekulanten, die versuchen, die alteingesessenen Bewohner aus ihren billigen Wohnungen zu vertreiben. Alte Leute lebten bislang vor allem hier, Studenten, Künstler, Kleinkriminelle, Weltenbummler oder Immigranten. Dazu kommen jetzt Modedesigner, Galeristen, Architekten und andere betuchte Individualisten. Die neu eröffneten Boutiquen und Szenebars haben die kuriosen Krämerläden und Eckkneipen aber noch nicht ganz verdrängt. Im Gewirr der gotischen Altstadtgassen kann man sich nach wie vor einen lebendigen Eindruck von der Geschichte und vom Lebensgefühl der Katalanen verschaffen.
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Das Eixample entstand im 19. Jahrhundert als Neustadt des aufstrebenden katalanischen Bürgertums. Die Arbeiten begannen 1859 nach Plänen von Ildefons Cerdà, einem jungen, fortschrittlichen Bauingenieur. Ihm schwebte ein revolutionäres Projekt nach amerikanischem Vorbild vor: eine moderne, lichte Neustadt, mit großzügig im Schachbrettmuster angelegten Straßen, bei der der Mensch im Mittelpunkt stehen sollte. Seine Entwürfe wurden jedoch nur arg verfälscht umgesetzt. Was das Viertel einzigartig macht, sind seine prächtigen Bauten im katalanischen Jugendstil. Im Quadrat d‘Or, dem Goldenen Quadrat (südlich der Av. Diagonal, zwischen Aribau und Sant Joan), wurden über 150 modernistische Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, eines schöner als das andere. Aber das Eixample ist nicht nur Freilichtmuseum des Jugendstils, auch der moderne Designboom fand hier sein Forum. Geschäfte, Galerien, Lokale, Bars und Straßencafés machen das Eixample noch immer zu einem der lebendigsten Viertel der Stadt.
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Gemütliches Viertel mit viel Nachbarschaftsleben jenseits von Diagonal und Passeig de Gràcia. Hier spüren Sie noch etwas von der Beschaulichkeit des Dorfes, das Gràcia vor seiner Eingemeindung war. Kleine Häuser und Handwerksbetriebe, Eckkneipen und Lokale, Tante-Emma-Läden, Straßencafés; Plätze, Patios und Terrassen auf Schritt und Tritt (schönster Platz ist die Plaça del Sol). In den 1970er-Jahren ging von Gràcia Barcelonas alternative Kulturbewegung aus. Noch immer gibt es hier viele Kleinkunstbühnen, Szenelokale, Kneipen, Galerien und alternative Läden - auch wenn man die Avantgarde inzwischen eher im Raval- und Ribera-Viertel findet.
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FGC: Gràcia, Metro: Fontana (L3) |
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Im Raval konzentrierten sich bis Mitte des 18. Jhs. die Klöster, Gärten, Hospitäler und Handwerker außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern. Während der Industrialisierung entstanden hier große Fabriken und Arbeiterquartiere, bis Anfang des 20. Jhs. der südliche Teil des Viertels unter dem Namen Barri Xino als Hafen- und Rotlichbezirk einschlägig bekannt wurde. Doch die Stundenhotels und Bordelle mussten in den 90er-Jahren der Modernisierung des Quartiers weichen.
Gegensätzliches im Viertel Raval
Heute prallen im Raval so sichtbar wie sonst nirgendwo in Barcelona die Gegensätze aufeinander: abgewrackte Altstadtgassen und avantgardistische Galerien, Szenekneipen und Kaschemmen, Halbwelt und historische Gebäude. Alteingesessene leben hier ebenso wie Immigranten, Modedesigner, Drogendealer, Künstler und Kleinkriminelle - ein konfliktreicher und kreativer urbaner Mikrokosmos. Im Zuge der Sanierung des zuletzt völlig verrotteten Viertels wurden ganze Straßenzüge neu errichtet, vor allem der breite Boulevard Rambla del Raval.
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