Berlin ist erstaunlich fahrradfreundlich, beinahe so flach wie Amsterdam, sehr grün, und auch in der Innenstadt gibt es ruhige Nebenstraßen und Fahrradwege. Teile des Regierungsviertels oder der Bereich rund um die Museumsinsel sind sogar weitgehend autofrei.
Deshalb ist das Zweirad eine echte Alternative zum Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch Fahrradkuriere und Velotaxis sind aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Eine geführte Radtour ist der beste Weg, um Berlins weitläufiges, grünes und flaches Stadtgebiet in kleinen Gruppen zu erkunden.
Fast alle größeren Straßen sind in Berlin mit Fahrradwegen ausgestattet. Kompetente und unterhaltsam erzählende Bike-Guides erläutern, welche Geschichten sich hinter prunkvollen oder bröckligen Fassaden verbergen - und finden dabei Wege, die weitgehend abseits vom Autoverkehr verlaufen und doch zu den spannendsten Stellen Berlins führen. Wer möchte, kann mehrere ausgeschilderte Fahrrad-Routen nutzen. Interessant für Leute, die das Fahrrad zu Hause gelassen haben, aber dennoch auf eine Tour durch Berlin nicht verzichten möchten, sind die Fahrradstationen mit ihren Mieträdern.
Ein gutes Dutzend Rad-Verleihstationen stehen Fahrradfreunden über die Stadt verteilt zur Verfügung, die meisten in Mitte (z.B. Bahnhof Friedrichstraße), Kreuzberg, Friedrichshain oder in der Nähe des Bahnhofs Zoologischer Garten. Die Leihgebühr beträgt rund 10 Euro pro Tag - je nachdem, ob man für seine Erkundungstouren "per pedales" ein einfaches Drei-Gang-Rad oder ein sportliches Mountainbike besteigen will.
Außerdem wird derzeit eifrig am Ausbau der so genannten Fahrradrouten gearbeitet: Diese verbinden die wichtigsten Orte der Stadt sicher und attraktiv miteinander: Ausgehend vom Schlossplatz im Zentrum sollen bald zwölf Fahrradrouten sternförmig in die Außenbezirke führen, acht weitere Strecken werden diese Routen miteinander verbinden. So entsteht ein weitläufiges, mit Kilometerangaben gekennzeichnetes Streckennetz, das Radler auf Nebenstraßen durch die Stadt führt.
Mit Hilfe von BBBike können Sie Fahrradrouten durch Berlin optimal planen. Dieser Online-Dienst stellt Ihre individuelle Radstrecke zwischen zwei beliebigen Punkten innerhalb Berlins zusammen.
Mittlerweile gibt es in Berlin verschiedene Veranstalter für geführte Radtouren, die zum Teil auf Englisch und Spanisch angeboten werden und sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Gerade in den kleinen Seitenstraßen, in die kein großer Sightseeing-Bus vordringt, gibt es Vieles zu entdecken: Ein alter jüdischer Friedhof hier, ein historisches Gebäude dort, und auf der anderen Straßenseite eine der zahlreichen kleinen Galerien. Beim Radeln bestimmt man das Tempo selbst, Anhalten und Schauen sind jederzeit möglich.
Interessant ist auch eine Radtour entlang der ehemaligen Berliner Mauer. Der einstige Kolonnenweg ist zu großen Teilen asphaltiert und weitestgehend erhalten. Die Strecke ist gut befahrbar. In der Innenstadt ist der Verlauf der ehemaligen Mauer teils mit einem gepflasterten Streifen markiert. Als Fahrradfahrer ist man meist auf ruhigen Nebenstraßen unterwegs. Der Mauerradweg umschließt mit einer Länge von rund 160 km die drei ehemaligen Berliner Westsektoren.
Wer die westliche Umgebung Berlins erkundet, gelangt auch schnell nach Potsdam. Sehenswertes dort: Schloss Sanssouci, das Potsdam-Museum sowie das historische Holländische Viertel mit seinen Backsteingebäuden, die Friedrich Wilhelm I. zwischen 1733 un 1740 unter der Leitung des holländischen Baumeisters Johann Boumann errichten ließ.
Veranstalter geführter Radtouren
Die fahrradstation und Zweitradtouren haben sich als Anbieter geführter Entdeckungstouren auf den Bezirk Mitte spezialisiert. Unter den Linden, jüdisches Viertel, Hackesche Höfe stehen hier auf dem Exkursionsprogramm. Doch natürlich fehlen auch andere reizvolle Kieztouren nicht: Zweitradtouren bietet so beispielsweise Sightseeing im bunten Szenebezirk Prenzlauer Berg oder Rad-Ausflüge in die Welt der Politiker und Diplomaten im Regierungsviertel an.
ADFC Berlin hat sich vor allem auf Touren spezialisiert, die sich abseits der bekannten Touristenpfade und auch über Berlins Stadtgrenzen hinaus bewegen. So kann man zum Beispiel von Treptow nach Köpenick, Berlins größtem Bezirk, radeln oder einen Ausflug in den grünen Tegeler Forst im Norden Berlins machen.
Die ganz besondere Atmosphäre, die Berlin bei Nacht bietet, können Sie auf einer Radtour mit Berlin on Bike erleben. Das "Nightseeing" führt durch eine Stadt, die nie schläft, vorbei an illuminierten Gebäuden, stillen Gewässern und quirligen Szenetreffs. Die Tour startet mehrmals wöchentlich um 20 Uhr in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg bzw. um 19:45 Uhr am U-Bahnhof Eberswalder Straße.
Die fahrradstation hat auch noch ein besonderes Highlight zu bieten: das erste orange Conference Bike in Deutschland!
Dieses auf den ersten Blick merkwürdige pedalgetriebene Fahrzeug bietet Platz für sieben Erwachsene, die sich - wie bei einer Konferenz - am runden Tisch gegenüber sitzen.
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