Boulevard der Stars in Berlin
Mein Star und ich auf dem roten Teppich
Arm in Arm mit Marlene Dietrich, Til Schweiger oder doch Mario Adorf – wollten Sie nicht immer schon ein Foto von sich mit Ihrem Lieblingsstar haben? Auf dem Boulevard der Stars in Berlin ist das ab Sommer 2010 möglich! Hier erfahren Sie, wie.
Entwurf des Boulevard der Stars in Berlin
Berlin, die historisch wohl wichtigste europäische Filmmetropole, hat sich entschieden ihren Filmschaffenden einen Boulevard zu widmen. Die Ehrung der Filmstars entlang des Boulevards soll sich hierbei deutlich von den bisher schon existierenden "Walks of Fame" unterscheiden und eine "intelligente", Berlin gerecht werdende Fortführung darstellen.
Grand Boulevard der Stars
Zwischen Potsdamer Platz und Nationalgalerie
Der Boulevard der (Film-)Stars bildet den Auftakt zu einem Grand Boulevard der Künste zwischen Potsdamer Platz und Nationalgalerie. Vier Abschnitte entlang der Potsdamerstraße werden den Schaffensbereichen Film, Musik, Gestaltung und Bildende Kunst gewidmet. Ein Informationssystem, das auf Veranstaltungsorte und konkrete Veranstaltungen hinweist, stimmt Besucher auf die thematischen Angebote in der Umgebung des jeweiligen Boulevards ein.
Der Mittelbereich der Potsdamer Straße zwischen Potsdamer Platz und Ben-Gurion-Straße ist als Straßenbahntrasse deklariert. Der eingereichte Entwurf fokussiert diesen Bereich und schlägt eine Lösung vor, die sowohl vor als auch nach dem Bau und der Inbetriebnahme der Straßenbahn funktioniert.
Inszenierungsansatz: Premierendéfilé
Ein Muster: Sternförmige Repräsentanz
Die bekannten "Walks of Fame" beschränken sich allesamt auf die Aneinanderreihung von meist Sternen nachempfundenen "Erinnerungsobjekten". Um über diesen Ansatz hinauszugehen wurde eine ganzheitliche Inszenierungsidee entwickelt. Da es sich bei der Aufnahme um eine Würdigung handelt, wurde der Inszenierungsansatz auch einem Moment der öffentlichen Ehrung von Filmschaffenden entlehnt, nämlich dem des Premierendéfilés auf dem roten Teppich. Übersetzt wird diese Premierensituation durch vier inszenatorische Elemente:
1. Der rote Teppich
Ein roter Teppich aus gefärbtem Asphalt bildet die Grundfläche des Boulevards. Beginnend am Potsdamer Platz zieht er sich auf dem Mittelbereich der Potsdamer Straße bis hin zur Ben-Gurion-Straße. Um auf die Inszenierung im Mittelbereich hinzuweisen, streift er die Gehwege auf beiden Seiten. Er weitet sich vor Gebäuden wie dem Filmmuseum aus und führt zu deren Eingängen. Am Potsdamer Platz und an der Ben-Gurion-Straße ist der Teppich "umgeschlagen" und wird zur Informationsfläche. An einigen Stellen wellt sich der Teppich auf und wird zu Sitzbänken.
2. Die Sterne
Die Sterne aus polierter Bronze sind als kleine Pretiosen flächenbündig in den "Teppich" eingelassen. Name, Beruf, Lebensdaten sowie ein Autogramm des Stars sind eingraviert. Der Beruf wird hierbei in Deutsch und Englisch vermerkt.
3. Die Kameras
Auf dem roten Teppich sind abstrahierte Kameras platziert, die die Stars zum Leben erwecken. Die Kameras basieren auf einem im 19. Jahrhundert von John Pepper erfundenen Bühnentrick, der bis heute im Film eingesetzt wird. Beim dem so genannten "Peppers Ghost" wird ein Bild mit Hilfe eines verspiegelten Glases geisterhaft ins Blickfeld des Betrachters projiziert. Schaut man durch das Okular der Kamera so sieht man die Stars über dem Stern, der sie repräsentiert, schweben. Pro Kamera können zwischen ein und fünf Stars repräsentiert werden.
Die Inszenierung lädt zum mitmachen ein: Die Besucher des Boulevards können durch die "Peppers Ghost Kameras" hindurch die Stars auf dem Boulevard fotografieren oder sich mit ihnen fotografieren lassen.
4. Die Scheinwerfer
An den schon existierenden stromführenden Lichtmasten wird pro Star ein kleiner Scheinwerfer angebracht. Dieser setzt abends und nachts seinen Stern ins Rampenlicht. Dies geschieht zum einen in einer Gesamtchoreografie, die den Mittelstreifen der Potsdamer Straße bei Dunkelheit in ein bewegtes Premierenlicht taucht, zum anderen kann auf bestimmte Stars zu bestimmten Ereignissen wie Geburts- oder Todestagen hingewiesen werden.
Ein Autogramm des Stars
Die Besucher werden auf den Informationsflächen, die sich an den Anfängen des Teppichs befinden, darauf aufmerksam gemacht, dass sie die auf den Sternen zu findenden Autogramme zumindest bei trockenem Wetter per Abreiben mit einem Stift auf ein Stück Papier übertragen können.
Text- und Bildquelle: Pressemitteilung des Boulevard der Stars