Computerspielemuseum Berlin
Eröffnung einer Spiel- und Experimentierlandschaft
Blick auf das Computerspielemuseum
© Jörg Metzner
Berlin ist seit dem 21. Januar 2011 um eine kulturelle Einrichtung reicher. Das ehemalige Cafe Warschau hat sich in ein Computerspielemuseum verwandelt. Nach knapp zehnjähriger Pause können nun in neuen Räumlichkeiten 60 Jahre Computerspielgeschichte bestaunt werden.
Digitale Spiele haben seit Jahren einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert errungen. Nicht nur bei jungen Leuten werden sie immer beliebter. Die Ausstellung richtet sich daher inhaltlich und gestalterisch an ein breites Publikum - an alle Generationen, Schulklassen, Familien, Berlin-Touristen, an "Gamer" und Spezialisten.
Spielspaß an der Brown Box, der Mutter aller Spielkonsolen
© Kerstin Grunde
Das Museum verfügt über Europas größte Sammlung an Unterhaltungssoft- und -hardware. Aufgabe des Museums ist die Bewahrung digitaler interaktiver Kultur. Derzeit im Bestand der Sammlung (Stand Oktober 2010):
ca. 22.000 Computerspiele und Anwendungen
über 300 Konsolen und Computersysteme
über 10.000 Zeitschriften
sowie Automatensysteme, Literatur, Medienkunstobjekte, Archivalien, Merchandising-Artikel und Videos.
Die Ausstellung: "Computerspiele. Evolution eines Mediums"
In der neuen Dauerausstellung "Computerspiele. Evolution eines Mediums" können Sie sich in die Anfänge des Massenmediums zurückversetzen. Über 300 Exponate, darunter rare Originale und spielbare Klassiker konnten für die Ausstellung gewonnen werden. Ausnahmsweise gilt hier in einem Museum: Anfassen erlaubt, ja sogar erwünscht! An mehreren Stationen haben Besucher die Möglichkeit aktiv mitzuspielen.
Ralph H. Baer (links) zusammen mit dem Direktor des Museums, Andreas Lange
© Computerspielemuseum
Schirmherr der Ausstellung ist der Vater der Heimvideospiele, Ralph Baer. Baer ist Erfinder des ersten Videospiel-Patents der Geschichte. Zusammen mit anderen seiner Patente ging daraus 1972 die erste Heimvideospiel-Konsole Odyssey hervor.
Für seine innovativen und wegweisenden Leistungen wurde er 2006 vom amerikanischen Präsidenten mit der "National Medal of Technology“ ausgezeichnet, sie gilt als amerikanischer Nobelpreis für technologische Erfindungen.
Höhepunkte
Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehört ein Nachbau des "Nimrod"-Computers. Der 1951 in England von der Firma Ferranti vorgestellte Rechner wurde ausschließlich für das mathematische Spiel "Nim" konstruiert, das nach dem "Wenn, dann"-Prinzip nach festgelegten Regeln funktioniert.
Das berühmte "Pong"-Spiel
© Jörg Metzner
Auch eine Kopie des berühmten "Pong"-Spiels, dass das Computerunternehmen Atari 1972 auf den Markt brachte, wird präsentiert. "Pong" ähnelt einem stark vereinfachten Tischtennis-Match und gilt als das erste weltweit populäre Videospiel.
"Hase und Wolf" war schließlich die Antwort der DDR auf das in den westlichen Staaten so beliebte "Pac Man", bei dem der Spieler von einem Monster durch ein Labyrinth gejagt wurde.
Auch der ComputerSpace zählt zu den Highlights der Ausstellung und gehört zu den spielbaren Originalexponaten. Er war das erste Computerspiel, das in Serie produziert wurde. Im Automaten arbeitete kein kompletter Computer, sondern das Spiel war fest in einen Schaltkreis eingebaut. Als Ausgabegerät diente ein handelsüblicher Fernseher, der wesentlich preisgünstiger als die damaligen Computermonitore war.
Ausstellungsbereiche
Die Ausstellung ist in drei Bereiche gegliedert:
Der erste Teil, "Der Spielende Mensch", veranschaulicht anhand von Beispielen den kulturtheoretischen Begriff des Homo Ludens (= "spielender Mensch") und bereitet die Besucher auf eine Reise in die Welt des Homo Ludens Digitalis vor.
Der zweite Teil, "Die Erfindung des digitalen Spiels", zeigt die Meilensteine der Spielkultur und macht damit die Verschmelzung von Technologie, menschlicher Kreativität und Spiel nachvollziehbar. Die "Wall of Hardware" zeigt fünfzig "Spielmaschinen", die Computerspielgeschichte geschrieben haben. Der Weg von der "Brown Box" (1968) - der Mutter aller Spielkonsolen - zur Xbox (2001) wird in der Ausstellung auch in spannenden Geschichten nachvollziehbar, die von technischen Innovationen und ebenso von Rückschlägen und Irrwegen erzählen.
Im dritten großen Teil, "Die Welt des Homo Ludens Digitalis", nähert sich die Ausstellung dem Thema eher fragend und erkundend: Was genau verändert die Digitalisierung – gesellschaftlich wie im Blick auf den Einzelnen? Welche Eigenschaften und Kenntnisse sind in Zukunft gefragt? Welche Entwicklungen sind nun zu erwarten? Welche Chancen und Risiken gehen mit der Etablierung der virtuellen Welten einher? Welche Wirkung haben Computerspiele auf den Spielenden?
Die "Wall-of-Hardware" / © Jörg Metzner
Kontakt - Computerspielemuseum Berlin
Adresse:
Karl-Marx-Allee 93a
10243 Berlin
Öffnungszeiten:
Täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr (außer Dienstags)
Telefonservice:
030 609 885 77
E-Mail:
Homepage:
Quelle: Pressematerial Computerspielemuseum
Fotos: © Computerspielemuseum