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Die geretteten Götter aus Tell Halaf

Das temporäre Tell Halaf-Museum in Berlin
28. Januar - 14. August 2011

Entdeckung der monumentalen Grabfigur
Entdeckung der monumentalen Grabfigur
© Max Freiherr von Oppenheim-Stiftung
Seit 28. Januar 2011 ist im Nordflügel des Pergamonmuseums eine Ausstellung zu sehen, die es eigentlich gar nicht geben dürfte: Viele Jahre galt die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Berliner Tell Halaf-Sammlung Max von Oppenheims mit ihren monumentalen Steinbildern als unwiederbringlich verloren.
In den vergangenen neun Jahren hat eine kleine Gruppe von Archäologen und Restauratoren das Unmögliche gewagt und die 3000 Jahre alten Bildwerke aus den sichergestellten Trümmern wieder erstehen lassen. Dazu mussten in einem beispiellosen Restaurierungsprojekt des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin etwa 27.000 Basaltbruchstücke begutachtet, identifiziert, zusammengesetzt, mit Epoxydharz verklebt und in Teilen ergänzt werden.
Max von Oppenheim
Max von Oppenheim neben seiner "thronenden Göttin" / © Max Freiherr von Oppenheim-Stiftung, Köln

Die Ausstellung

Unter dem Titel "Die geretteten Götter aus dem Palast vom Tell Halaf" soll das Lebenswerk Max von Oppenheims, einer der faszinierendsten Forscherpersönlichkeiten in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, gewürdigt und wieder bekannt gemacht werden.
Auf der Hauptgeschossebene des Nordflügels lassen sorgfältig ausgewählte Exponate eine längst vergangene Welt lebendig werden. Gestalterisch werden konzeptionelle Elemente aus dem ehemaligen Tell Halaf-Museum mit Bilddokumentationen und einem Zeitzeugenbericht verbunden, um den besonderen Charme des "verborgenen Veilchens", wie Oppenheim sein Museum auch nannte, zu verdeutlichen.
Der Dramatik des 23. November 1943, der Bombennacht, in der das Tell Halaf-Museum vollkommen zerstört wurde, ist ein eigener Bereich gewidmet. In den Flammen verbrannten damals alle Ausstellungsstücke aus Kalkstein und die großartige Palastrekonstruktion aus Gips. Die Bildwerke aus Basalt zerbarsten, durch das Feuer immer noch stark erhitzt, unter dem Löschwasser in tausende Fragmente. Mit Hilfe visueller und akustischer Effekte wird hier die Nacht des Luftangriffs virtuell simuliert und die katastrophalen Folgen für die Bildwerke aufgezeigt.
Grabfigur nach der Zusammensetzung aus über 1000 Bruchstücken
Grabfigur nach der Zusammensetzung aus über 1000 Bruchstücken, 2010 / © Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Olaf M. Teßmer
Der Bericht einer Zeitzeugin zu den Nachbergungen Anfang der 1950er Jahre bildet den Übergang zum Restaurierungsprojekt. Die hier gezeigten Paletten mit Fragmenten sollen dem Besucher einen ursprünglichen Eindruck von der Menge und Vielfalt der Bruchstücke geben. Die weitsichtige Entscheidung, noch während der Kriegshandlungen die Trümmer der Basaltbildwerke aus der Museumsruine zu bergen und in die Keller des Pergamonmuseums zu bringen, hat knapp 60 Jahre später zu einem der erfolgreichsten Restaurierungsprojekte der Staatlichen Museen geführt.
Das Zentrum der Ausstellung bildet der Schlütersaal, der bis vor kurzem noch die römischen Kopien der Antikensammlung beherbergte. Auf goldenen Podesten erheben sich grandiose Tierbasen, Säulen in Göttergestalt, Fabelwesen sowie Reliefplatten mit Darstellungen aus der Mythologie und des realen Lebens. Mit seinen Denkmälern kündet dieser Raum nicht nur von dem Können der antiken Bildhauer, sondern auch von der Leistung der Wissenschaftler und Restauratoren.
Verlässt man den Schlütersaal, wird der Besucher vom Anblick einer monumentalen Sitzfigur gefangen genommen: Oppenheims "thronende Göttin". Nach Oppenheims eigenem Bekunden zählte diese monolithische Skulptur zu einer seiner größten Entdeckerfreuden am Tell Halaf.

Ausblick

Die Restaurierung der Tell Halaf-Bildwerke, ihre langfristig geplante Aufstellung im Vorderasiatischen Museum ab 2025, die erfolgreiche Kooperation mit der syrischen Antikenverwaltung und die seit 2006 wieder aufgenommenen Ausgrabungen am Tell Halaf zeigen, wie gerechtfertigt Oppenheims Optimismus immer war: "An dem Tell Halaf verzweifle ich dennoch nicht. Er wird nicht in den Orkus versinken. Was über ihn geschrieben ist, ist in den Bibliotheken der ganzen Welt erhalten. Die Steinbilder des Tell Halaf-Museums sind zwar ein zweites Mal geplatzt, manche auch zum ersten Mal, die Stücke sind aber gesammelt und werden inschallah eines Tages wieder neu zusammengesetzt und in einem Museum ausgestellt werden."
 
Die kleine Sortierhalle
Die kleine Sortierhalle in Berlin-Friedrichshagen /
© Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Olaf M. Teßmer
 
Kontakt - Pergamonmuseum Berlin
Adresse:
Am Kupfergraben 5
10117 Berlin-Mitte
Öffnungszeiten:
täglich von 10-18 Uhr
Do von 10-22 Uhr
Eintritt:
12 Euro, ermäßigt 6 Euro
Homepage:
 
Textquellen:
Pressemitteilung der Staatlichen Museen zu Berlin, Generaldirektion
 
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