Berlin: WISSENSCHAFTSJAHR 2010
Entdecken und Experimentieren für Groß und Klein
Berlin steht 2010 ganz im Zeichen der Wissenschaft. Das ganze Jahr über finden Vorträge, Vorlesungen, Ausstellungen, Konzerte und interaktive Experimente statt, die auch der Öffentlichkeit zugänglich sind.
Die Berliner Wissenschaft feiert ihr Jubiläum
Anlass für die Erklärung zum Wissenschaftsjahr sind die Jubiläen der fünf großen wissenschaftlichen Einrichtungen Berlins. Die Staatsbibliothek zu Berlin, heute die größte wissenschaftliche Universalbibliothek in Deutschland, wurde vor 350 Jahren gegründet, vor 300 Jahren die heutige Charité – Universitätsmedizin Berlin als Pesthaus am Rande von Berlin. Genauso alt ist die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, eine Vereinigung von Wissenschaftlern. Die Humboldt-Universität, welche bereits 29 Nobelpreisträger hervorgebracht hat, wurde vor 200 Jahren gegründet und mit der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft der Vorläufer der heutigen Max-Planck-Gesellschaft im Jahre 1911.
Humboldt-Universität
© Heike Zappe
Humboldt-Universität Berlin
Diese fünf Einrichtungen feiern ihr Jubiläum in einer Festwoche vom 6. bis 15. Oktober. Den Auftakt dazu gibt die Uraufführung der Kosmos-Hymne des Komponisten Walter Steffens im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Traditionellerweise öffnet die Charité an ihrem Tag der Offenen Tür am 9. Oktober ihre Pforten für interessierte Besucher.
Aber auch außerhalb dieser Festwoche veranstalten die großen Berliner Wissenschaftseinrichtungen ganz besondere Ereignisse zu ihren Jubiläen: In der Berliner Charité gibt es in diesem Jahr über 100 Veranstaltungen, darunter eine noch bis Juli stattfindende Ringvorlesung zur "Evolution der Medizin" und eine Ausstellung aus Zeitzeugenberichten über die Geschichte der Charité vom 1. September bis zum 15. Oktober. Die Akademie der Wissenschaften unterstützt in Kooperation mit der Berliner Staatsoper das Ballett "A Brief History of Time" nach Stephen Hawking, das am 24. April seine Uraufführung hat. In der Humboldt-Universität hingegen kann vom 16. April bis 15. August eine Ausstellung zur Geschichte der Universität bewundert werden.
Stark vergrößertes Modell einer Radiolarie (Einzeller)
© Humboldt-Universität Berlin
Weitere Veranstaltungen
Höhepunkt des Wissenschaftsjahres ist die Ausstellung Weltwissen: 300 Jahre Wissenschaften in Berlin vom 24. September bis zum 9. Januar im Walter-Gropius-Bau. Die Ausstellung feiert berühmte Persönlichkeiten, die in Berlin geforscht haben, wie Gottfried Wilhelm Leibniz, Albert Einstein oder Jacob und Wilhelm Grimm. Jedoch kommen auch die Schattenseiten der Berliner Wissenschaft nicht zu kurz. So wird die Vertreibung jüdischer Wissenschaftler zur Zeit des Nationalsozialismus dokumentiert und die Geschichte von Fritz Haber erzählt, der zwar die weltweite Lebensmittelproduktion revolutionierte, anschließend aber auch erheblich zur Entwicklung der chemischen Kriegsführung beitrug.
Der Südwesten Berlins steht vom 16. Mai bis 5. Juni einen knappen Monat lang im Sterne der Wissenschaftstage. Zum Auftakt präsentieren Wissenschaftler an einem verkaufsoffenen Sonntag Ergebnisse ihrer aktuellen Arbeiten in der Steglitzer Schlossstraße. An den anderen Tagen kann man an Führungen und Wissenschaftsspaziergängen teilnehmen oder Archive und Labore besichtigen.
Die Lange Nacht der Wissenschaften findet am 5. Juni bereits zum zehnten Mal statt. In dieser "Klügsten Nacht des Jahres" präsentieren Wissenschaftler und Studenten ein Programm interessanter Forschungsgegenstände. Mehr Informationen und ab dem 10. Mai auch ein ausführliches Programm finden Sie auf der Homepage der Langen Nacht der Wissenschaften.
OP-Führung in der Langen Nacht der Wissenschaften
© David Ausserhofer