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Dresden beeindruckt mit Kunst und Kultur. Doch es ist die Elbe, die das Lebensgefühl bestimmt.
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Stadtbild

Ehemalige Grenze: Checkpoint Charlie
Ehemalige Grenze: Checkpoint Charlie
© Laura Januschke
Ost und West
Himmelsrichtungen sind in Berlin immer noch bedeutsamer als anderswo: "Wo beginnt eigentlich der Osten, oder - wo hört er auf?" Das ist ein Thema, das selbst die Einheimischen immer wieder beschäftigt. Lange Zeit brauchte man keinen Kompass, um festzustellen, wo der Osten aufhörte und der Westen anfing. Die Mauer, die von 1961 bis 1989 quer durch die geteilte Stadt verlief, war Zeichen genug: Auf der einen Seite Ost-Berlin als Hauptstadt der DDR unter sowjetischem Einfluss, auf der anderen die von den westlichen Alliierten Frankreich, Großbritannien und USA beschützte Mauerstadt West-Berlin.
Heute, über 15 Jahre nach dem Mauerfall, können Besucher der Stadt kaum noch erahnen, welche Unterschiede die verschiedenen politischen Systeme auch im Stadtbild geschaffen hatten. Viele der DDR-typischen Plattenbauten im Ostteil sind zum großen Teil saniert. Sie sehen so erstaunlich modern und wohnlich aus, dass es mittlerweile wieder schick ist, etwa im achten Stock am Alexanderplatz zu wohnen. Und wer am Checkpoint Charlie steht, dem ehemaligen Grenzübergang der Alliierten in der Friedrichstraße, wird feststellen, dass im ehemaligen Ostteil Berlins luxuriöse Geschäftshäuser und Boutiquen dominieren. Im Westteil der Friedrichstraße herrscht dagegen eher Tristesse: Namhafte Labels müssen keine Miete mehr bezahlen, Hauptsache, sie bleiben. So verkehren sich die Welten.
Ostalgie im DDR-Hostel
Ostalgie im DDR-Hostel
© OSTEL
Spätestens seit Wolfgang Beckers Film "Good bye Lenin" ist die Alltagskultur der DDR wieder voll im Trend. Design aus ehemals Volkseigenen Betrieben (VEB) wird hoch gehandelt: Shops mit Mitropa-Geschirr und DDR-Möbeln können sich vor Interessenten kaum retten. Plattenbau-Quartette sind beliebte Mitbringsel, und wer an die Drehorte von "Good bye Lenin" geführt werden möchte, bekommt auch diesen Wunsch erfüllt. Diverse Stadtführungsbüros haben "Ostalgietouren" im Programm. Dennoch sollte auch die andere Seite der Medaille nicht vergessen werden: Ein Besuch des Stasi-Gefängnisses in Hohenschönhausen z. B. (Genslerstr. 66, Führungen täglich um 11 und 13 Uhr, Samstag/Sonntag auch um 15 Uhr) erinnert eindrücklich an die Schattenseiten des Regimes.
Berlin ist berühmt für seine Hofensembles. Zwei bis acht Häuser hintereinander, verbunden durch Höfe und Durchgänge, sind keine Seltenheit. Nicht zuletzt die Hackeschen Höfe in Mitte haben dieser besonderen Architektur wieder Geltung verschafft. Weitere Highlights gekonnter Hofsanierungen in Mitte sind die Heckmann-Höfe in der Oranienburger Straße, die Sophie-Gips-Höfe in der Sophienstraße sowie die Kurt-Berndt-Höfe an der Neuen Schönhauser Straße. Letztere wurden 1911/12 für die Metropol-Palast-Gesellschaft errichtet. Nach der Rückübertragung an den Alteigentümer wurde das Gebäude Ende der 1990er-Jahre modernisiert und rekonstruiert.
Der neue Berliner Hauptbahnhof
Der neue Berliner Hauptbahnhof
© muffinmaker / photocase.de
Umbruch und Aufbau
Die neue, alte Hauptstadt Berlin mit ihren rund 3,4 Millionen Einwohnern ist nach wie vor im Umbruch: Die Anstrengungen, die unternommen werden, um eine architektonisch repräsentative Hauptstadt zu gestalten, sind seit vielen Jahren enorm. Es wird gebaut, restauriert und saniert. Der Potsdamer Platz, Mitte der 1990er-Jahre Europas größte Baustelle, hat sich als neues Zentrum bereits erfolgreich etabliert. Das herausragende Zeltdachkonstrukt des Sony-Centers gilt als neues Wahrzeichen der Stadt. Und es geht weiter: Der neue Hauptbahnhof, Europas größter Bahnhof, entworfen vom Stararchitekten Meinhard von Gerkan wurde 2006 in Betrieb genommen. Der riesige Palast der Republik, das einstige Paradebeispiel ostdeutscher Volkskultur, wird seit 2006 nach und nach abgerissen - das einstige Stadtschloss soll dafür ab 2010 wieder auferstehen; so plant es jedenfalls der Bund. Auch das Regierungsviertel ist komplett, und die gelungene Architektur macht selbst skeptische Berliner stolz. Blickt man von der Kuppel des Reichstags, sieht man im Süden den Potsdamer Platz, im Norden das monumentale Glasdach des neuen Hauptbahnhofs, im Westen das Bundeskanzleramt und im Osten die Abgeordnetenbüros.
Jüdisches Leben: Neue Synagoge
Jüdisches Leben: Neue Synagoge
© Laura Januschke
Andere Kulturen
Da viele Russen und Ukrainer, die in Berlin leben, jüdischen Glaubens sind, hat auch jüdische Alltagskultur wieder ihren Platz in der Stadt. Beim Spaziergang durch das Viertel rund um die Oranienburger Straße in Mitte können Sie koschere Lebensmittelläden, eine jüdische Schule und auch Restaurants mit jüdisch-orientalischem Essen entdecken.
Türkisches Leben wiederum prägt besonders die westlichen Innenstadtbezirke, vor allem aber Kreuzberg und Wedding. Auf Wochenmärkten kaufen türkische Großfamilien gleich kistenweise Auberginen und Weintrauben, verhüllte Frauen feilschen um den Preis, Händler preisen lautstark ihre Waren an. Ein Hauch von Orient und ein echtes Erlebnis!
Kulturelle und wirtschaftliche Impulse gingen in der 770-jährigen Geschichte der Stadt häufig von Zugezogenen aus. Ob Hugenotten, Böhmen oder Schlesier - sie alle fanden im Laufe der Jahrhunderte in Berlin eine neue Heimat und prägten die Stadt mit ihren Sitten und Gebräuchen, nicht zuletzt auch kulinarisch. Bouletten etwa, die französische Bezeichnung für Fleischküchlein, sind eine Berliner Spezialität, die jeder Fleischer und jede Imbissbude im Angebot hat. Vor allem Glaubensflüchtlinge zog es an die Spree, denn über die Landesgrenzen hinaus waren die Herrscher Preußens bekannt für ihre religiöse Toleranz. So wurde unter Friedrich I. für die protestantischen Hugenotten 1701 eine eigene Kirche gebaut, der Französische Dom am Gendarmenmarkt, und für die Schlesier Ende des 18. Jahrhunderts ein katholisches Gotteshaus, die St.-Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz. 1866 kam in der Oranienburger Straße Europas größte Synagoge mit 3200 Sitzplätzen hinzu.
Drachenbootrennen auf der Spree
Drachenbootrennen auf der Spree
© Laura Januschke
Wasserstadt
Kaum eine Stadt in Europa verfügt über so viele Seen, Flüsse und Kanäle wie "Spree-Athen". Insgesamt rund 500 km Ufer bieten sich zum Spazierengehen, Wohnen und Sonnen an! Restaurants und Clubs mit Wasserblick gibt es vor allem an der Oberbaumbrücke in Friedrichshain. Strandbars mit Liegestühlen am Ufer der Spree und natürlich jede Menge Sommerbäder laden zum Relaxen ein. Und das Beste: Die meisten Seen und selbst die Havel haben eine gute bis hervorragende Wasserqualität.
Vergangenheit und Zukunft
Trotz der Zerstörung der Innenstadt sind viele historische Bauten erhalten geblieben oder wurden wieder aufgebaut. Die Staatsoper Unter den Linden, der Berliner Dom, das Schauspielhaus sowie der Deutsche und der Französische Dom am Gendarmenmarkt sind wunderschöne Beispiele dafür. Oder auch die Museumsinsel, ein einzigartiges Ensemble archäologischer und kunsthistorischer Sammlungen, die nach Abschluss der Sanierungsarbeiten - voraussichtlich im Jahr 2010 - wieder vollständig zu besichtigen sein werden.
Luftbrückendenkmal Tempelhof
Luftbrückendenkmal Tempelhof
© Ingrid Strauch / Creative Commons
Natürlich hat auch die jüngere Vergangenheit ihre Spuren hinterlassen. Viele junge Bewohner und Besucher Berlins haben die Teilung der Stadt niemals mit eigenen Augen gesehen. Gedenkstätten, wie etwa das Mauer-Dokumentationszentrum in der Bernauer Straße oder das Alliiertenmuseum in Zehlendorf, sind deshalb wichtiger denn je. An die Luftbrücke, als der westliche Teil der Stadt 1948/49 wegen der sowjetischen Blockadepolitik komplett aus der Luft versorgt werden musste, erinnert noch regelmäßig das Brummen einer Douglas DC3, eines Transportflugzeugs aus jenen Tagen, das heute regelmäßig zu Rundflügen über Berlin startet, sowie das Luftbrückendenkmal im Bezirk Tempelhof. Von den vier Besatzungsmächten zeugen die französischen, englischen, russischen und amerikanischen Bildungseinrichtungen und Kulturzentren, weshalb so manches Berliner Kind eine französische Musikschule besucht oder ein Gymnasium mit russischsprachigem Schwerpunkt. Und auch die über 400 000 Straßenbäume, gepflanzt, um das Dasein in der Mauerstadt erträglicher zu machen, sind geblieben. Kaum eine andere vergleichbare Großstadt in der Welt hat so viele Parks und Grünflächen wie Berlin!
Und so wie vielen Berlinern, die tagtäglich ihre Stadt erleben, wird es auch Ihnen gehen: Auf Ihrer Entdeckungstour durch die zum Teil so verschiedenen Viertel der Hauptstadt werden Sie erstaunt sein, was Sie alles vorher noch nicht kannten. Berlin - das ist wie eine Wundertüte: Viel Spaß beim Auspacken!
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