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Stadtgeschichte

Plan der königlichen Residenzstadt 1737
Plan der königlichen Residenzstadt 1737 / G. Dusableau
Nachdem sich 1307 die beiden Gründerstädte Cölln und Berlin zu einer Union zusammengeschlossen hatten, wählte Kurfürst Friedrich II. die Doppelstadt 1451 als Residenz. Nach dem Aufstieg Berlins zur königlichen Haupt– und Residenzstadt des selbsternannten König Friedrich I. in Preußen entstanden seit Anfang des 18. Jahrhunderts viele bekannte Bauwerke, vor allem der Baumeister Knobelsdorff beeinflußte die architektonische Neugestaltung der Stadt.
Napoleon hielt die Stadt seit 1806 für zwei Jahre besetzt und annektierte die Quadriga des Brandenburger Tores, die allerdings nach dem Sieg bei der Völkerschlacht von Leipzig zurückgewonnen werden konnte. Schinkel und Lenné prägten in den folgenden Jahren das Stadtbild mit klassizistischen Prachtbauten und kunstvollen Parkanlagen.
Der rasante Aufschwung der Stadt begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts, nachdem Berlin zur Hauptstadt des Deutschen Reichs geworden war. Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszuwachs verursachten den Bauboom der Gründerzeit und ließen Berlin zur Millionenstadt wachsen. Obwohl der Erste Weltkrieg die Stadt in eine tiefe Krise stürzte, wurde Berlin in den zwanziger Jahren zur wichtigsten Kulturstadt der neu ausgerufenen Republik. Film, Theater und Varietés bereicherten das ohnehin legendäre Nachtleben der Stadt, die Bezeichnung "Golden Twenties" erhielt hier ihre volle Bedeutung. Dennoch konnten auch die ausgelassensten Parties nicht über die schwierige wirtschaftliche Lage der Stadt und die revolutionären Unruhen hinwegtäuschen. Hitlers Machtergreifung 1933 war der Beginn der Nazidiktatur, mit all ihren bis heute nachwirkenden Schrecken und Verfolgungen. Beim Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 war Berlin ein Trümmerfeld.
Die vier Siegermächte Sowjetunion (Osten), USA (Südwesten), Großbritannien (Westen) und Frankreich (Nordwesten) teilten nach ihrem Sieg das Stadtgebiet unter sich auf. Der sowjetisch-amerikanischen Konflikt führte 1948 zur Berlin-Blockade, so daß die drei Westsektoren der Stadt von den Aliierten nur noch über eine "Luftbrücke" versorgt werden konnten. 1949 verschärfte sich der kalte Krieg auch in Berlin nach der Teilung des Landes in die Bundesrepublik Deutschland im Westen und die Deutsche Demokratische Republik im Osten, der Konflikt erreichte seinen Höhepunkt im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961 und teilte auch Berlin in Ost und West.
Berliner feiern den Mauerfall
Berliner feiern den Mauerfall
Als am 9.11.1989 die Mauer fiel, feierten beide Seiten tagelang. Berlin wurde nach der Wiedervereinigung 1990 endgültig zur gesamtdeutschen Hauptstadt und zum Sitz der Bundesregierung auserkoren, am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit im neuen Reichtag in Berlin auf.
Berlin stand im Lauf der Geschichte nicht nur einmal im Zentrum der Weltpolitik, mahnende Erinnerung spielt in der Stadt eine große Rolle. Das Gedenken an Nazidiktatur, Judenverfolgung und die schrecklichen Folgen des Zweiten Weltkriegs wird in Form von zahlreichen Gedenkstätten und Mahnmalen wachgehalten.
 
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