Schon in den 1920er-Jahren war die Friedrichstraße dem Amüsement verpflichtet. Theater, Varietés und Bars begleiteten ihren 3,5 km langen Weg von Nord nach Süd durch den Bezirk Mitte. Vor der Wende schnitt die Mauer die Straße in zwei Teile. Der berühmte Checkpoint Charlie war der Grenzübergang. Heute zeugen nur noch einige aufgeschichtete Sandsäcke sowie ein Abfertigungshäuschen von den alten Zeiten.
Schicke Bürobauten und Geschäftshäuser ragen in den Himmel, etwa das Quartier 206 mit ausgesuchten Boutiquen. Auch die Galeries Lafayette mit dem verglasten Atrium sind ein architektonisches Highlight. Im Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße, wo früher Ost- und West-Berliner vor dem Grenzübertritt Abschied nehmen mussten, wird heute Musik gespielt. Der Friedrichstadtpalast war schon zu DDR-Zeiten berühmt für seine Revuen.
Als längstes Baudenkmal Deutschlands weist die Allee nicht nur architektonisch gen Moskau. Sozialistischer Realismus, auch als "stalinistischer Zuckerbäckerstil" tituliert, rahmt die 90 m breite Prachtstraße ein, die 1952-60 erbaut wurde. Von der einstigen Frankfurter Straße waren durch den Krieg nur Trümmer übrig geblieben. Wahrzeichen dieser beeindruckenden Allee mit zahlreichen bis zu 300 m langen und bis zu neun Etagen hohen Wohnblöcken sind die beiden Türme am Frankfurter Tor, die den Türmen der Dome am Gendarmenmarkt nachempfunden wurden. Die Gebäude in Ziegelbauweise wurden überwiegend aus Resten zerbombter Häuser gebaut. Am 17. Juni 1953 brach auf der bis 1961 "Stalinallee" getauften Straße der legendäre Arbeiteraufstand aus, der blutig niedergeschlagen wurde.
Vor der Wende der Einkaufsboulevard der West-Berliner und Inbegriff für Großstadtflair. Heute kaufen vor allem Japaner und Russen in den zahlreichen Boutiquen ein. In den letzten Jahren sind etliche Bausünden aus den 1960er-Jahren verschwunden, unter anderem wurde das neue Kranzlereck mit Büros, Geschäften und einem neuen Café eröffnet. 1883-86 als 3,5 km langer Reitweg angelegt, zeugen noch etliche Häuser von der opulenten Bebauung zur vorletzten Jahrhundertwende.
Als geistiges und künstlerisches Zentrum Berlins hat die Allee, die am Brandenburger Tor beginnt und am Berliner Dom endet, nicht zuletzt wegen der Museumsinsel auch heute noch eine große Bedeutung. Seit dem 18. Jahrhundert entstanden unter anderem das Kronprinzenpalais, das Zeughaus sowie die Staatsoper und die jetzige Humboldt-Universität. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Berliner Dom im wilhelminischen Stil errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Boulevard verwüstet. Mit Ausnahme des Stadtschlosses, dessen Reste Ost-Berlins Stadtregierung 1950 sprengen ließ, wurden die verbliebenen Gebäude wieder restauriert. Anstelle des Schlosses wurde am Ufer der Spree der Palast der Republik gebaut, zu DDR-Zeiten ein Kulturzentrum von nationaler Bedeutung, spöttisch "Palazzo Prozzi" genannt. Seit der Wende ist das Gebäude, das wegen Asbestverseuchung entkernt wurde, geschlossen. Sein Abriss ist seit 2006 im Gange. Der Bundestag hat außerdem beschlossen, das Stadtschloss wieder aufbauen zu lassen.
"Berlin und ich, das war Liebe auf den ersten Blick."
Rasso Knoller und Dr. Christian Nowak, einer Wahl-, der andere
Urberliner, zeigen Ihnen "ihr Berlin".