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Blick über Budapest
Blick über Budapest
© Norbert Aepli / Creative Commons
Was für ein Panorama! Von der Fischerbastei schweift der Blick über die Donau und ihre Brücken auf eine Stadt, die so schön wie schön gelegen ist. Die Pracht der ungarischen Hauptstadt verzaubert, und der Ausblick von den Höhen des Burgbergs verliert seinen Reiz auch nach vielen Besuchen nicht. In Budapest vereinen sich Natur und Architektur zu einer einzigartigen Symbiose. Den wichtigsten Beitrag dazu liefert die Lage der Zwillingsstadt. Buda liegt auf den Höhen der Budaer Berge, ihm gegenüber - jenseits der Donau -- liegt das flache Pest, und an beiden Ufern reihen sich architektonische Schmuckstücke wie Perlen auf der Schnur: am Pester Ufer beispielsweise das imposante Parlament, die Akademie und viele prächtige Bürgerhäuser, am Budaer Ufer der gewaltige Burgpalast und der Gellértberg mit seiner Zitadelle.
Was immer die Donau an Trennendem darstellt, sie ist auch der Ort, an dem Brücken geschlagen werden. Was wörtlich zu verstehen ist, denn es sind die Brücken, die verbinden und den Charme von Budapest krönen. Insgesamt liegen neun Brücken zwischen dem nördlichen und südlichen Ende der Stadt, und drei Inseln - die innenstadtnahe Margareteninsel, die dicht dahinter liegende Óbuda- und die im Süden gelegene Csepel-Insel - teilen den Donaustrom.
Fast 1,9 Mio. Menschen, etwa jeder fünfte Einwohner Ungarns, leben in der 525 km² großen Hauptstadt. 25 km misst sie von Nord nach Süd und 29 km von Ost nach West. Buda macht ein Drittel und Pest zwei Drittel der Stadtfläche aus. Verwaltungsmäßig ist Budapest in 23 Bezirke eingeteilt.
Parlament an der Donau
Parlament an der Donau
© Ludovic Lepeltier
Das Herz von Pest ist der Stadtteil Belváros-Lipótváros (5. Bezirk), der direkt an der Donau liegt, zwischen der Freiheits- und der Margaretenbrücke. In diesem fast vollständig unter Denkmalschutz stehenden Paradeviertel wohnen nur 30 000 Menschen, aber es zieht täglich Hunderttausende an, die dort arbeiten, studieren oder als Gäste kommen. In den Straßen und Gassen von Belváros-Lipótváros erleben Besucher eine großartige Zeitreise durch die Geschichte des Landes und die Baustile Budapests. Hier zeigen sich der intensive Wandel der vergangenen Jahre und die Suche nach Zukunft. Majestätisches und Beschauliches liegen dicht beieinander, wie zum Beispiel das gewaltige Parlament am Kossuth-Lajos-Platz und die benachbarte Falk-Miksa-Straße mit ihren kleinen Kunst- und Antiquitätenläden. Die Macht des Geistes und des Geldes repräsentieren die Prachtbauten im Finanzdistrikt nahe dem Parlament und die beeindruckende Akademie der Wissenschaften. Die Macht der Kirche bezeugt die monumentale St.-Stephans-Basilika am Szent István tér. Der Platz und die Basilika erstrahlen nach langjährigen Bauarbeiten in neuem Glanz. Und am donaunahen Roosevelt tér steht das prachtvolle Jugendstiljuwel Gresham-Palast, in dem 2004 das Four-Seasons-Hotel als Luxushotel eröffnet wurde.
Belváros-Lipótváros erlebte als erster Budapester Bezirk nach der politischen Wende von 1989 einen enormen Aufschwung, nicht zuletzt wegen seiner nationalen Bedeutung, der Finanzkraft der internationalen Banken und Versicherungen sowie der Luxushotelketten, die hier ideale Standorte fanden. Inzwischen ist aber auch viel Sanierungsgeld in andere Innenstadtbezirke geflossen. So mauserte sich die östlich des 5. Bezirks gelegene Josephstadt (Józsefváros, 8. Bezirk) mit ihren Aristokratenpalästen und Mietskasernen vom Armenviertel zum In-Stadtteil. Eines der architektonischen Schmuckstücke ist das Hotel Palace an der Rákóczi út. Die in diesem Stadtteil einst blühende Kriminalität wurde durch ein hochmodernes Überwachungssystem erfolgreich bekämpft: Kameras kontrollieren die wichtigen Straßen und Plätze. Ihr Einsatz reduziert die Zahl der kleineren Delikte wie Diebstahl auf ein Minimum.
Im Palast der Künste
Im Palast der Künste
© Tourism Office of Budapest
Ein Revival hat auch die Franzstadt (Ferencváros, 9. Bezirk) erfahren. Ihre Hauptattraktion ist die Fußgängerzone Ráday utca - die beliebteste Amüsiermeile der Stadt mit vielen schönen Cafés, Restaurants und Shops. Aufgewertet wurde der Bezirk auch durch den Bau des Nationaltheaters und des benachbarten »Palasts der Künste«, die am südlichen Rand, Richtung Lagymányosi-Brücke, liegen.
Der jüngste Sanierungsschwerpunkt ist die östlich des 5. Bezirks gelegene Elisabethstadt (Erzsébetváros, 7. Bezirk) mit dem historischen jüdischen Viertel. Begonnen wurde mit der Erneuerung der Király utca. Sie markiert die Grenze zum 6. Bezirk, der Theresienstadt (Terézváros), deren Hauptanziehungspunkte nahe der Oper, die Prachtstraße Andrássy út und der Liszt Ferenc tér, die besten Zeugnisse für die enorme kulturelle und gastronomische Belebung der Hauptstadt sind.
Budapest verändert sich mit jedem Tag, zeigt immer neue Licht-, aber auch Schattenseiten. Was in den Sommermonaten durch Grün und Sonnenschein gemildert wird, fällt in den übrigen Monaten umso drastischer ins Auge: Verfall, Straßen voller Schlaglöcher und eine große Zahl Obdachloser in Hauseingängen, Unterführungen, Metrostationen. Budapest ist eine Stadt der Kontraste und präsentiert ihren Besuchern ein recht ungeschminktes Gesicht. Luxus und soziale Probleme sind gleichermaßen augenfällig. Der Geldmacht mancher privater Investoren stehen die Geldnot der öffentlichen Hand und eines großen Teils der Bevölkerung gegenüber. Nicht zuletzt spielt aber auch die Mentalität eine große Rolle: Man ist sich selbst genug, ist von sich überzeugt und schert sich wenig um die Meinung anderer.
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