Das Burgviertel mit dem Burgpalast, dem größten Gebäude Ungarns, ist etwa 1,5 km lang und liegt 180 m über dem Meeresspiegel. Der Burg- oder Königspalast, dieses monumentale Wahrzeichen der Stadt, wurde zwischen dem 13. und 20. Jh. dreimal völlig zerstört und im Stil der jeweiligen Epoche neu errichtet. Die erste Burg ließ König Béla IV. im 13. Jh. nach dem Mongolensturm bauen. Unter Maria Theresia (1740-80) entstand im 18. Jh. ein großer Palast. Es folgten zwei weitere Zerstörungen: durch den Unabhängigkeitskrieg von 1848 und durch die Budapest-Belagerung von 1944 /45. Nach beiden Kämpfen wurde der Palast wieder aufgebaut: von 1875 bis 1904 in mehr als der doppelten Größe, und er erhielt die markante Mittelkuppel. Bei dem bis in die 1980er-Jahre dauernden Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg konnten wertvolle Teile des mittelalterlichen Königspalasts freigelegt werden. Im Burgpalast sind die Ungarische Nationalgalerie, das Budapester Historische Museum und die Széchenyi-Nationalbibliothek untergebracht. Standseilbahn vom Clark Ádám tér. Autos können zum Burgberg hinauffahren, aber im Sommer sind Parkplätze rar.
Der Bahnhof im Stil der Neorenaissance galt bei seiner Inbetriebnahme 1884 als modernster Bahnhof Europas. Heute ist er eine geschäftige Drehscheibe, denn hier kommen alle internationalen Züge an.
Im März 2005 wurde das zweite architektonische und kulturelle Renommierprojekt der Hauptstadt (neben dem Nationaltheater) seiner Bestimmung übergeben. Der hochmoderne Konzertsaal des Palastes hat 1700 Plätze. Das Haus verfügt außerdem über ein Festivaltheater und ist die neue Heimat des Ludwig Museums sowie des Nationalen Tanztheaters.
Die Akademie, ein markanter Neorenaissancebau von 1862, ist eine der zahlreichen Gründungen des Grafen István Széchenyi. Das Haus der Wissenschaften sollte dazu beitragen, die nationale Identität zu festigen.
Dieser 2002 eröffnete Neubau, das jüngste Wahrzeichen von Budapest, hat die Gemüter über Jahre erhitzt und die Nation gespalten, des nationalen Pathos wegen, mit dem der Bau überfrachtet wurde. Der damalige Ministerpräsident Viktor Orbán krönte das Richtfest und die Debatten mit dem Satz: »Das Nationaltheater ist zu einem nationalen Symbol geworden wie unser Wappen und unsere Nationalhymne.« Das Werk der Architektin Mária Siklós ist der Mittelpunkt des neuen »Millenniumsstadtteils«.
Das berühmte Architekturbüro von Gustave Eiffel schuf die beeindruckende Stahl- und Glaskonstruktion des 1877 fertig gestellten Bahnhofs. Von dem alten Bahnhof fuhr 1846 die erste Eisenbahn Ungarns ab. Ein McDonalds in schöner Architektur? Das gibt es hier, und zwar im Stil der 1920er-Jahre. Von April bis Oktober fahren jeden Samstag Nostalgiezüge zum Donauknie.
Der Prachtbau im Stil der Renaissance, errichtet 1875-84, ist ein Werk des Architekten Miklos Ybl, der auch für die Planung der gesamten Andrássy-Straße, an der die Oper liegt, verantwortlich zeichnete. Blendend schön ist jedoch nicht nur die Fassade des Bauwerks, sondern auch die prunkvolle Innenausstattung. Führungen in deutscher Sprache tgl. 15 und 16 Uhr.
Die Ausmaße des Parlamentsgebäudes sind gewaltig: Es ist an der Donauseite 268 m lang, hat eine 96 m hohe Kuppel, 27 Tore, 29 Treppenhäuser und fast 700 Räume. Vor dem Hintergrund des im 19. Jh. wachsenden National- und Selbstbewusstseins war von allen Geistesgrößen immer wieder ein »Haus für das Vaterland« gefordert worden. Als Gegenpol zum Königspalast und als Ausdruck der Forderung nach demokratischeren Strukturen wurde der Standort am Pester Donauufer gewählt. Die Demokratie hielt aber erst mehr als 100 Jahre nach dem Baubeginn, mit den Wahlen von 1990, Einzug ins Parlamentsgebäude. Die Bauarbeiten dauerten von 1884 bis 1902. Der Architekt Imre Steidl (1839-1902) schuf mit dem Parlament ein Sinnbild des Eklektizismus. Es ist im Rahmen von Führungen zu besichtigen (für EU-Bürger gegen Vorlage des Personalausweises kostenlos). Wer nicht riskieren will, in einer Warteschlange zu stehen, kann sich telefonisch anmelden. Führungen auf Deutsch Mo-Sa 11 und 15 Uhr, So 11 Uhr, auf Englisch tgl. 10, 12 und 14 Uhr.
Die 1865 als Konzert- und Ballsaal eröffnete Redoute mit ihren reichen Fassadenverzierungen ist ein neoromanisches Schmuckstück. Den Park vor der Redoute gestaltete der Gartenarchitekt Péter Török.