Stadtbild
Das deutsche Florenz
Es liegt ein Zauber über dieser Stadt. Wenn die Morgensonne das Wasser der Elbe glitzern und die berühmte Altstadtsilhouette aufleuchten lässt, geraten sogar die Dresdner selbst immer wieder ins Schwärmen. Und heute mehr denn je, da die mächtige Kuppel der Frauenkirche das Stadtbild wieder komplettiert.
Zu deren Füßen herrscht babylonisches Sprachengewirr: Englisch, Japanisch, Bayerisch - die historische Altstadt ist fest in Touristenhand. Mehr als 8 Millionen Besucher zählt Dresden pro Jahr, Tendenz steigend. Die meisten sind auf der Suche nach einem Mythos, nach der barocken Stadt Canalettos, nach dem „deutschen Florenz“, wie Johann Gottfried Herder die sächsische Residenz einst genannt hatte.
Schloss Pillnitz
Dresden für Romantiker
Dresden ist aber auch ein ideales Reiseziel für Romantiker. Der Große Garten lädt zum Spazieren oder zu einer Bootstour auf dem Carolasee ein. In der Blasewitzer Goetheallee und auf dem Weißen Hirsch kann man mondäne Villen bestaunen, vom Luisenhof bei Kaffee und Kuchen die Aussicht genießen.
Der Weg zum Schloss Pillnitz - einem der romantischsten Plätze Dresdens überhaupt - führt vorbei an alten Dorfkernen und üppigen Gärten. Entlang der Elbe offerieren zahlreiche Restaurants und Biergärten regionale Spezialitäten: Sauerbraten, Quarkkeulchen und natürlich Radeberger Pilsner und sächsischen Wein. Den Ausblick auf den Fluss und die vorbeiziehenden Dampfer gibt's gratis dazu.
Und dann ist da noch das Umland. Mit der Sächsischen Schweiz liegt eine aufregende Landschaft direkt vor der Haustür. Im Umkreis von weniger als einer Autostunde findet man einzigartige Schlösser und Burgen, und die Sächsische Weinstraße führt durch das Elbtal von Dresden über Radebeul und Meißen bis nach Diesbar-Seußlitz.
Blick auf das Elbtal
Welterbe oder Waldschlösschenbrücke?
2004 war das Dresdner Elbtal aufgrund seiner einzigartigen Landschaft in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen worden. Die Urkunde war kaum überreicht, da fragte sich die Welterbekommission jedoch auch schon, ob die Kriterien für einen Platz auf der prestigeträchtigen Liste in Zukunft überhaupt noch erfüllt sein würden. Immerhin hatte die Stadt Dresden schon damals geplant, das Elbtal mit der vierspurigen, 600 Meter langen Waldschlösschenbrücke zu durchschneiden.
Hier begannen die Kontroversen. Während die Befürworter hofften, der Neubau werde die vorhandenen Brücken der Stadt entlasten und den Verkehrsfluss entspannen, befürchteten die Gegner eine Sogwirkung und damit eine Zunahme des Verkehrs oder fanden schon die Idee, den anmutigsten Elbbogen der Stadt mit einer (noch dazu wenig originellen) Brücke zu verschandeln, absurd. Im Februar 2005 votierten aber 68 Prozent der Dresdner im Rahmen eines Bürgerentscheids für den Bau der Elbquerung.
Als Konsequenz wurde dem Elbtal im Juni 2009 der Status als Welterbe aberkannt, mit der Begründung, die Waldschlösschenbrücke verursache eine „irreversible Schädigung der besonderen Qualitäten des Elbtals“. Diese Aberkennung hat schwerwiegende Folgen: Schon 13 Millionen Euro hatte Dresden bereits aus dem Förderungsfonds der UNESCO erhalten – eine Unterstützung, die von nun an wegfallen wird.
Das "andere" Dresden
Die allermeisten Touristen erleben ein Dresden zwischen „Sixtinischer Madonna“ und „Rosenkavalier“, verlassen das weniger als einen Quadratkilometer große Kulturquartier zwischen Zwinger, Semperoper und Frauenkirche nicht. Wer sich über den Gürtel aus Nachkriegsbauten und Brachflächen, der die historische Altstadt umgibt, hinauswagt, ist nicht selten erstaunt über das „andere“ Dresden, seine Vielfalt und Lebendigkeit.
In der rechtselbischen Inneren Neustadt etwa trifft man auf barocke Bürgerhäuser und charmante Einkaufspassagen. Ein Stück weiter beginnt jenseits der Bautzner Straße die Äußere Neustadt. In dem von Kriegszerstörungen verschonten Gründerzeitviertel hatte sich schon zu DDR-Zeiten eine aufmüpfige Alternativkultur entwickelt, wird seit 1990 jeden Sommer für drei Tage die „Bunte Republik Neustadt“ ausgerufen.
„Die Neustadt“ ist Dresdens lebendigster Stadtteil, als Wohnadresse beliebt bei Studenten, Künstlern und Lebenskünstlern. Ständig öffnen neue Kneipen, Cafés und Bars. Ein Drittel der rund 50 Galerien der Stadt ist hier ebenso zu Hause wie Dresdens traditionsreiches Cineastenkino Schauburg. Hostels beherbergen junge Gäste aus aller Welt, und in den Clubs spielen Bands und DJs bis in den frühen Morgen.