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Stadtspaziergänge

Zwinger, Semperoper, Frauenkirche

Der klassische Rundgang führt Sie zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Sie können ihn in drei Stunden absolvieren oder - wenn Sie z. B. mehrere Museen einbeziehen wollen - sich drei Tage Zeit nehmen. Die Museen im Zwinger sind am Montag, die im Residenzschloss am Dienstag geschlossen.
Innenhof des Zwingers
Innenhof des Zwingers
© Christoph Münch / dresden.de
Starten Sie am Zwinger. Dessen Kronentor war mit seiner charakteristischen Silhouette jahrzehntelang das Wahrzeichen Dresdens - eine Funktion, die künftig wohl wieder von der Frauenkirche übernommen wird. Von der Ostra-Allee kommend, treten Sie durch das Tor mit seiner von vier polnischen Adlern getragenen Königskrone in den Zwingerhof - und stehen inmitten einer prachtvollen barocken Anlage (1709-32), einst Schauplatz höfischer Feste. Der direkt vor Ihnen liegende Semperbau enstand 1847-55, beherbergt heute die weltberühmte Gemäldegalerie Alte Meister sowie die Rüstkammer und gewährt Teilen der Galerie Neue Meister während des Albertinum-Umbaus Asyl.
Achten Sie zu Ihrer Rechten auf den Glockenspielpavillon, dessen Glockenspiel aus Meissener Porzellan zwischen Ostern und Dezember täglich um 10.15, 14.15 und 18.15 Uhr erklingt. Durch den Wallpavillon zur Linken gelangt man sowohl in das Nymphenbad als auch auf die Dächer der Langgalerien. Wer an dieser Stelle einen Museumsbesuch einschieben möchte, sollte genug Zeit einplanen. Allein mit Raffael, Rembrandt & Co kann man einen ganzen Tag verbringen.
Semperopder auf dem Theaterplatz
Semperopder auf dem Theaterplatz
© Christoph Münch / dresden.de
Von den Alten Meistern geht es direkt in das benachbarte stilvolle Café & Restaurant gleichen Namens auf ein leckeres Frühstück oder einen Kaffee. Zwischen Sempergalerie und Semperoper steht das von Ernst Rietschel geschaffene Denkmal Carl-Maria von Webers. Mit dessen "Freischütz" wurde die im Krieg zerstörte Oper nach dem Wiederaufbau am 13. Februar 1985 eingeweiht. Beim Besucherservice der Semperoper in der Schinkelwache bekommen Sie mit etwas Glück Restkarten für einen Opernabend.
Von dem Rietschel-Schüler Johannes Schilling stammt das Reiterstandbild König Johanns auf dem Theaterplatz. Den einzigartigen Rahmen des Platzes bilden neben Schinkelwache, Semperoper und Gemäldegalerie Alte Meister das Residenzschloss, die Hofkirche und das Italienische Dörfchen. Letzteres erhielt seinen Namen in Erinnerung an die italienischen Bauleute, die an dieser Stelle einst lebten und Mitte des 18. Jahrhunderts die katholische Hofkirche (seit 1980 Kathedrale Ss. Trinitatis, Eingang Schlossplatz) errichteten.
Residenzschloss und Hofkirche
Residenzschloss und Hofkirche
Gleich nebenan steht das Residenzschloss, ehemals Sitz der sächsischen Fürsten und Könige. Der Wiederaufbau des kriegszerstörten Schlosses hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Gut zu sehen ist das von der Aussichtsplattform des Hausmannsturms (April-Oktober Mittwoch bis Sonntag 10-18 Uhr, Eingang Sophienstraße). Im Turm befinden sich zudem eine Ausstellung des Münzkabinetts sowie eine zum Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945. Anschließend sollten Sie einen Blick in den Stallhof werfen, dann jedoch über die Augustusstraße weitergehen. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit für Dietrich den Bedrängten, Friedrich den Gebissenen und Georg den Bärtigen: Der Fürstenzug, Ahnengalerie der Wettiner und mit fast 1000 m² das größte Porzellanbild der Welt, schmückt die Außenseite des Langen Gangs.
Dresdner Frauenkirche
Dresdner Frauenkirche
Am Ende der sich anschließenden Straße zwischen dem Hilton Hotel und dem neu erbauten Quartier an der Frauenkirche stehen Sie unvermittelt vor der überwältigenden Frauenkirche. Deren Besichtigung, einen Aufstieg auf die Kuppel und einen Bummel über den angrenzenden wieder entstehenden Neumarkt sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Im Treffpunkt Galerie Frauenkirche am Coselpalais können Sie Souvenirs und Veranstaltungskarten erwerben. Für eine Rast empfehlen sich die Restaurants in der Münzgasse oder das Grand Café und Restaurant im Coselpalais zu Füßen der Frauenkirche. Nach dem Passieren der Kunstakademie lohnt ein Abstecher in die Kasematten der Festung Dresden. Danach führt der Weg am Georg-Treu-Platz die Treppe hinauf vorbei am derzeit im Umbau befindlichen Albertinum zur Neuen Synagoge am Hasenberg. Das moderne Bauwerk entstand an der Stelle der von den Nationalsozialisten am 9. November 1938 zerstörten Synagoge Gottfried Sempers.
Auch hier gibt es Gelegenheit zur Einkehr. Das Café Schoschana (Sonntag-Donnerstag 12-18 Uhr) im angrenzenden Gemeindezentrum offeriert orientalischen Kaffee und leckeres jüdisches Gebäck. Zurück geht es über die Brühlsche Terrasse, vorbei an der Kunstakademie, der Sekundogenitur und dem Ständehaus. Beenden Sie Ihren Stadtrundgang mit der Aussicht auf die Augustusbrücke und das Neustädter Elbufer, die Elbe und die Dampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt. Oder schließen Sie - bei entsprechender Zeit und Kondition - gleich noch den im Folgenden beschriebenen Spaziergang Nr. 2 an.

Barocke Bürgerhäuser und lebendige Szene

Die meisten Touristen bleiben auf der Altstädter Seite - und verpassen ein wichtiges Stück Dresden. Trauen Sie sich, überqueren Sie auf der Augustusbrücke die Elbe und besuchen Sie (für zwei Stunden oder länger) die Neustadt. Denn: "Hier geht Dresden weiter!"
Der Goldene Reiter
Der Goldene Reiter
Folgen Sie von der Augustusbrücke kommend August dem Starken - als Goldener Reiter stadtauswärts unterwegs - hinein in die Hauptstraße, einen von Platanen beschatteten Fußgängerboulevard. Nach 200 m stoßen Sie zur Linken auf die liebevoll sanierten Bürgerhäuser Nr. 9-19, deren Erdgeschosse zur Kunsthandwerker-Passage mit zahlreichen Läden umgestaltet wurden: eine gute Gelegenheit zum Einkauf von Dresden-typischen Mitbringseln! Die Hauptstraße Nr. 13 beherbergt das Kügelgenhaus - Museum der Dresdner Romantik. In dem dahinter liegenden Hof befindet sich das Societaetstheater samt Restaurant L'Art de Vie. Wie wäre es mit einem Kaffee auf der Terrasse? Frisch gestärkt unternehmen Sie von hier aus einen Streifzug durch die anschließenden Straßen und Gassen, deren stolze Bürgerhäuser den Krieg und die DDR überlebt haben und nun nach der Restaurierung erahnen lassen, was Dresden einmal war. Mit dem vornehmen Hotel Bülow Residenz, mit Galerien, Modeboutiquen und Restaurants ist in den vergangenen Jahren Leben in das einzige noch erhaltene barocke Wohn- und Geschäftsviertel Dresdens zurückgekehrt.
Zurück von Ihrem Abstecher in die Seitenstraßen gehen Sie, vorbei an der Dreikönigskirche - von deren Turm Sie einen schönen Blick auf die Stadt haben -, in die Königstraße. Die hat sich zu Dresdens sympathischer Nobelmeile gemausert. Werfen Sie beim Einkaufsbummel einen Blick in einen der lauschigen Höfe (Nr. 3 oder 15).
Es empfiehlt sich, diesen Spaziergang erst am späten Nachmittag zu unternehmen. Dann nämlich können Sie anschließend auf der Haupt- oder auf der Königstraße gleich weitergehen, am Albertplatz die Bautzner Straße überqueren und auf der Alaunstraße in das Nachtleben des Kneipen- und Szeneviertels Äußere Neustadt eintauchen. Wer darauf keine Lust hat, steigt am Albertplatz in die Straßenbahn und fährt zum Ausgangspunkt zurück.

Elbaufwärts: von der City zum Blauen Wunder

Auf den rund 6 km elbaufwärts - von der City bis zum "Blauen Wunder" - kommt man dem Lebensgefühl dieser Stadt vielleicht am nächsten. Sollten Sie Ihren Ausflug bei sehr warmem Wetter planen, nehmen Sie eine Flasche Wasser mit. Unterhalb des Elbhangs kann es recht heiß werden. Grundsätzlich ratsam ist festes Schuhwerk - ein Teil der Strecke besteht aus holprigem Pflaster. Dauer: ca. 4 Stunden.
Altstadtsilhouette
Altstadtsilhouette
© Christoph Münch / dresden.de
Sie haben für den Nachmittag noch nichts vor? Dann schlendern Sie doch über die Augustusbrücke hinüber zur Neustädter Seite, steigen hinab zum Elbufer und wandern gemütlich elbaufwärts. Auf halbem Weg zwischen Augustus- und Carolabrücke sollten Sie allerdings erst einmal zurückschauen und das Panorama mit Brühlscher Terrasse, Frauenkirche, Hausmannsturm, Hofkirche und Semperoper bewundern. An dieser Stelle des Königsufers, unterhalb des Finanzministeriums, kreuzt der Weg im Sommer das Veranstaltungsgelände der Filmnächte am Elbufer. Vor der angestrahlten Kulisse der Dresdner Altstadt läuft hier zwischen Ende Juni und Anfang September Deutschlands schönstes Openair-Kinofestival. Hinter der Carolabrücke passiert man die Sächsische Staatskanzlei.
Wenige Schritte weiter zieht der 1902 aufgestellte bronzene Bogenschütze von Ernst Moritz Geyger die Blicke auf sich. An der nun folgenden Albertbrücke lohnt sich - allerdings nur am Samstag und jeden 3. Sonntag im Monat - ein Abstecher auf die andere Elbseite zum dortigen Trödelmarkt. Rechtselbisch beginnt direkt hinter der Brücke der Rosengarten. Ein Tipp für den Sommer: Holen Sie sich im Kaffee Rosengarten (italienisch, täglich 11-24 Uhr) eine Kugel Eis. Weiter geht es über die Mündung der Prießnitz und vorbei an der Elbfähre zur Johannstadt. Auf dem Körnerweg kann man - durch viel Grün hindurch - hochherrschaftliche Stadtvillen erspähen, darunter das Palais Marcolini (heute Restaurant Marcolini (täglich ab 12 Uhr, Tel. 862 78 00, €€).
Links über dem nun ansteigenden Elbhang fällt der Blick auf das rekonstruierte Hauptgebäude des Waldschlösschenareals mit dem Brauhaus am Waldschlösschen. An dieser Stelle soll nach dem Willen der meisten Dresdner Politiker und Bürger bald eine neue Elbquerung entstehen, die Waldschlösschenbrücke.
Vor der Saloppe, dem ersten Dresdner Wasserwerk (1871-75), führt die Brockhausstraße den Hang hinauf zur Sommerwirtschaft Saloppe und zur Bautzner Straße. Der Körnerweg verläuft unterhalb der drei Elbschlösser weiter. Sandsteinmauern und Bäume erlauben aber nur vereinzelte Durchblicke. Ein Gedenkstein in Form einer Sandsteinkugel erinnert an den Oberlandbaumeister Wolf Caspar Klengel (1630-91), den Neustadtplaner und Elbwiesenretter. Rechts daneben befindet sich ein unscheinbares Tor zum Heilstättenweg, der bergan zum Weißen Hirsch führt. Weiter auf dem ab hier beschwerlichen (und für Fahrräder kaum geeigneten) Körnerweg passiert man Dinglingers Weinberg, ab 1692 Sommerwohnsitz des Goldschmieds Johann Melchior Dinglinger.
Blick auf die Loschwitzer Brücke
Blick auf die Loschwitzer Brücke
© strowa / pixelio.de
Das "Blaue Wunder", also die Loschwitzer Brücke, in Sichtweite, erreichen Sie nun die ersten Loschwitzer Häuser. In der Nr. 6 lebte der Vater des Dichters Theodor Körner. Eine Tafel erinnert an den Besuch Friedrich Schillers, der 1785-87 im Gartenhaus der Familie Körner, gleich um die Ecke in der heutigen Schillerstr. 19, an seinem „Don Carlos“ schrieb.
Angekommen am verkehrsreichen Körnerplatz, können Sie durch die angrenzenden Straßen des alten Loschwitzer Dorfkerns bummeln und sich in einem der Cafés oder Restaurants stärken. Zurück ins Stadtzentrum geht es zu Fuß über das "Blaue Wunder" und ab Schillerplatz mit der Straßenbahn (6, 12). Oder sie fahren mit der Standseilbahn zum Luisenhof, genießen bei Kaffee und Kuchen den Blick vom Balkon Dresdens und nehmen dann die Straßenbahn 11 (Bautzner Straße/Plattleite).
Den Ausflug von der City zum "Blauen Wunder" und zum Körnerplatz kann man auch gut mit dem Fahrrad unternehmen. Dafür empfiehlt sich jedoch der linkselbische Elberadweg, der zudem einen tollen Blick auf die dann gegenüberliegenden Elbschlösser bietet.
 
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