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Stadtbild

Blick übers nächtliche Dubai
Blick übers nächtliche Dubai
© DTCM Frankfurt
Glückliches Arabien! Sand und Sonne hatten die Länder im Südosten der Arabischen Halbinsel schon immer im Überfluss, seit den 60er-Jahren auch Erdöl und damit den Zauberstab, ihre Welt neu zu erschaffen.

Paradies aus der Wüste

Keine Fata Morgana: Da, wo gestern noch Sand den Boden bedeckte, spiegelt sich heute der Himmel in Teichen und Seen, bedeckt Rasen die Hügel, erheben sich Bauwerke von anspruchsvoller Architektur. Computer steuern die Bewässerung ungezählter tropischer Pflanzen, mächtige Kokos- und Dattelpalmen wurden entlang der breiten Stadtautobahnen gepflanzt, und sie werden von Hundertschaften penibel arbeitender Gärtner gepflegt. Millionen von Litern Wasser fließen täglich aus den Meerwasserentsalzungsanlagen und verwandeln Sand in blühende Gärten, grüne Parks und fruchtbare landwirtschaftliche Flächen: die islamische Vorstellung vom Paradies.
Jahrhundertelang spiegelten allein Gedichte, Lieder und Bilder diese arabische Vorstellungswelt wider, den Garten Eden, in dem Obst und Blumen gedeihen, voller Vogelgezwitscher und rauschender Bäche.
Für Europäer ist die Region schnell zu erreichen: In rund sechs Flugstunden landet man in der Sonne, genießt weite Strände, das Wasser des Golfs wie des Indischen Ozeans, hervorragenden Service und luxuriöse Hotels, gezähmte Abenteuer zwischen Wüstensand und Meeresstrand.
Dubais Lichter im Landeanflug
Dubais Lichter im Landeanflug
© Carter Sullivan / flickr.com
Vor dem Landeanflug der Blick aus den Wolken: Zahllose Lichter übersäen den Horizont, formieren sich zu Kreisen, zu Lichterketten - am Golf hat eine neue Nacht begonnen, illuminiert werden Paläste und Villen ebenso wie seidenglatte Autobahnen durch die Wüste.
Auf den ersten Blick unterscheiden sich die kosmopolitischen Städte immer weniger von ihren westlichen Vorbildern. Ein Eindruck, der täuscht. Nehmen, was als gut, zurückweisen, was als schlecht angesehen wird, lautet die Devise der gläubigen Moslems. Und so werden in westlich geprägter Umgebung nach wie vor arabischer Lebensstil und Traditionen gepflegt.
Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Besucher steht Dubai, das lebhafte Handelszentrum des Nahen Ostens: Im Jahr 2005 überschritt die Besucherzahl im zweitgrößten Emirat die Fünf-Millionengrenze. Zunehmend beliebter wird das kosmopolitische Wüstenland auch bei den Europäern, deren Anteil sich deutlich erhöhte.

Dubai - das Tor zum Golf

Mit Hongkong und Singapur wird es in einem Atemzug genannt, Dubai, das extravagante Handels- und Wirtschaftszentrum des Nahen Ostens, die Drehscheibe für Waren, Finanzen und Dienstleistungen und zunehmend auch ein äußerst attraktives Reiseziel. Geschäftsreisenden ist das liberale Emirat schon länger ans Herz gewachsen, denn regelmäßig finden hier große Kongresse und Messen statt.
Westlicher Wohn- und Lebensstandard, Sicherheit und Sauberkeit: Neben Sonne, Strand und klarem Wasser locken Luxushotels, zollfreier Einkauf und fantastische Sportmöglichkeiten. Die Restaurants zelebrieren die großen Küchen der Welt; Wüstensafaris, Hochseeangeln und Tauchen sorgen für erhöhten Pulsschlag.
Das an Abu Dhabi und Sharjah grenzende Dubai besitzt 70 km Küste, drei Exklaven (in anderen Emiraten) und erstreckt sich in Richtung Hajargebirge etwa 65 km ins Hinterland. Öl, das schwarze Gold, verhalf dem 4000 km² großen (1,4 Mio. Einwohner) und eigentlich zu über 90 Prozent aus Wüste bestehenden Emirat zum Sprung in die Neuzeit, zu Gärten, Parks und Golfplätzen, zu Hochhäusern und hypermodernen Palästen. Im Unterschied zu den übrigen Emiraten kann Dubai auf eine lange freie Handelstradition zurückblicken: Die in den anderen Häfen der Region erhobenen Zölle festigten seine Stellung als Handelsknotenpunkt schon im 19. Jahrhundert.
Blick über den Dubai Creek
Blick über den Dubai Creek
© DTCM Frankfurt

Dubai Creek

Damals wie heute: Der Dubai Creek, Al-Khor genannt, ein 12 km in das Land reichender Meeresarm, ist die Lebensader der Stadt und begründete ihren Reichtum als Handelsmetropole; heute ist Dubai Zentrum des Handels mit Gold und Silber. Südlich des Creeks liegt der ältere Stadtteil Bur Dubai mit dem Emirpalast, nördlich der neuere Teil Deira. Zwei Brücken und zwei Tunnel (an der Mündung) verbinden die Stadtteile. Nicht zuletzt Dubais liberales Klima machte die Stadt zum Freizeitzentrum des Nahen Ostens, das kuwaitische Touristen ebenso schätzen wie europäische.

Abu-Dhabi-Stadt

Die neben Dubai am meisten westlich geprägte Stadt der Emirate liegt auf einer mit dem Festland durch zwei Brücken verbundenen Insel. Die Hauptstadt (950 000 Einwohner) trug wegen ihrer mehr als 20 Parks und Gärten lange Zeit den Zusatztitel "Gartenstadt der VAE", bis Al-Ain ihr den Rang ablief. Heute finden Besucher Bankentürme, Luxusapartments, Fünf-Sterne-Hotels und gestylte Bürohäuser, aufwändig gestaltete Gärten und palmengesäumte Boulevards, wo vor 40 Jahren nichts als Sand zu sehen war und wo einfache Fischerhütten standen - ohne Wasser, Strom, Kanalisation. Die Stadt verfügt über zwei Flughäfen und eine aufwändige Infrastruktur für den Import von Waren und den Export von Erdöl.
Restaurierter Windturm in der Altstadt
Restaurierter Windturm in der Altstadt
© DTCM Frankfurt

Architektur

Höher, teurer, neuer - so heißen heute die Regeln erfolgreichen Bauens in den Städten am Arabischen Golf. Durchschnittlich 25 Jahre halten die aus Glas, Beton und Marmor - oft unter Verwendung islamischer Stil- und Dekorelemente - errichteten Hochhäuser, dann machen sie Platz für neue. Die einheimische Bevölkerung wohnt in aufwändigen Häusern, umgeben von hohen Mauern. Für Gastarbeiter wurden moderne Wohnsiedlungen geschaffen, die sich nach ethnischen und hierarchischen Kriterien unterscheiden. Nur auf dem Land existieren noch Lehmdörfer alten Gepräges. Doch zunehmend besinnt man sich auf das nationale Erbe, restauriert mit Naturstein und Lehmziegeln die Forts und Paläste vergangener Zeiten.

Falaj

Die Wüste lebt, auch auf der Arabischen Halbinsel, wo seit Jahrtausenden Oasenwirtschaft betrieben wird. Lebenswichtig war die Kunst, das kostbare Wasser über Kilometer hinweg zu den Palmhainen und Gemüsefeldern zu transportieren. Die ältesten dieser in Stein geschlagenen und aus äußerst haltbarem Zement geformten Kanäle, falaj genannt, sind über 2500 Jahre alt. In den Emiraten wird dieses Bewässerungssystem noch heute genutzt, für Besucher sichtbar in den Oasen von Al-Ain und Al-Dhaid, im Wadi Hatta und in Buraimi.
Einhöckrige Dromedare heißen hier camel
Einhöckrige Dromedare heißen hier "camel"
© DTCM Frankfurt

Kamele

In Arabien werden sie camel genannt, aber tatsächlich sind es einhöckrige Dromedare. Statussymbol, Verkehrsmittel, Lastenträger, Milch- und Fleischlieferant, als Rennkamel Liebesobjekt und Geldanlage: Tausend Jahre vor der Zeitrechnung, viele Jahrhunderte vor den Pferden domestizierte man in Arabien das Dromedar. 40 km kann es pro Tag zurücklegen, dabei bis zu 300 kg tragen, und mehrere Tage kommt es ohne Nahrung und Wasser aus.
In den Emiraten sind Kamelrennen ein beliebter Zuschauersport. Die Siegerpreise sind hoch, und so repräsentieren die Rennkamele einen beachtlichen Wert. Während der Wintersaison herrscht auf den Rennplätzen immer Betrieb, während der Woche wird trainiert, am Wochenende finden die Rennen statt. Die Jockeys sind kleine Jungen, die wenig auf die Waage bringen; sie stammen aus Indien, Pakistan und Bangladesch. Sie werden sturzsicher auf dem Sattel festgeschnallt und sind per Funktelefon mit dem Kamelbesitzer oder -trainer verbunden. Die alten Rennstrecken verlaufen gerade in ebenen Wüstenregionen, die neuen als ovale Anlagen. Immer werden die Kamele von den Geländewagen der Trainer und Besitzer begleitet, die ihre Lieblinge anfeuern und Anweisungen erteilen.
Die weiße Jumeirah Moschee
Die weiße Jumeirah Moschee
© DTCM Frankfurt

Moschee

Zentrum religiösen und sozialen Lebens im Orient: In der Moschee wird gebetet, Koranunterricht erteilt, geplaudert und geruht. Während in den Emiraten der Hof der Moschee gelegentlich auch von Nichtmoslems betreten werden darf, ist das Innere, der Betraum, mit wenigen Ausnahmen Gläubigen vorbehalten. Die Gebetsnische (mihrab) ist stets nach Mekka ausgerichtet, rechts davon steht die Kanzel (mimbar), von der freitags die Ansprache gehalten wird.

Wüste

Eine Ironie des Schicksals nennen es die Einheimischen, dass ihr Land, das so reich gesegnet ist mit einem der begehrtesten Güter, nämlich Erdöl, so arm ist an einem notwendigen Gut: Wasser. Die Emirate iegen in der Trockenzone der Erde, am Rand der Wüste Rub al-Khali. Mit großen technischen Anstrengungen versucht man derzeit, der weiteren Ausbreitung der Wüste entgegenzuwirken. Für die nationals ist die Wüste oftmals ihr erweiterter Wohnraum - etwa am Wochenende, wenn Familien in die Einsamkeit fahren, irgendwo ein Zelt aufbauen und unter freiem Himmel ihre Mahlzeiten einnehmen.
 
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"Früher musste man nach New York oder Tokio fahren, um die Neue Welt zu begreifen. Heute ist Dubai so ein Ort des Begreifens." (Christiane Buck)
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