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Stadtgeschichte

So sah Dubai um 1950 aus
So sah Dubai um 1950 aus
© DTCM Frankfurt
Gegründet wurde Dubai um 1830, als ein Vorfahre des heute regierenden Scheichs Mohammed Bin Raschid al-Maktoum, ein Oberhaupt der Bani-Yas-Beduinen, mit seinen Gefolgsleuten von der Liwa-Oase an den Dubai Creek übersiedelte und dort sein Scheichtum gründete.
Nachdem die Briten mit den Stammesfürsten Schutzverträge geschlossen hatten, zogen indische und iranische Händler an den Creek, sie bauten die ersten Windturmhäuser. Multikulturell ist das Emirat noch heute: Angehörige aus 120 Nationen (die zusammen 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen) sichern den in weiße "dishdashas" und schwarze "abayas" gekleideten Einheimischen das süße Leben in klimatisierten Luxusvillen.

Das erste Öl

In den Foyers der Hotels wie in den Museen sind sie noch zu betrachten, vergilbende Schwarzweißaufnahmen der Epoche vor dem Erdölboom: staubige Straßen, aus Korallenstein erbaute Windturmhäuser, Scheich Rashid bin Saeed Al Maktoum, auf einem Teppich in der Wüste sitzend und Tee trinkend, auf einem Kamel oder bei der Falkenjagd. Bilder der Vergangenheit.
1958 wurde das Öl entdeckt, die Welt hofierte den Beduinenherrscher, der die Ölmilliarden dazu verwandte, aus dem kleinen Handelshafen Dubai eine Weltstadt zu machen, den Einheimischen ein Leben ohne Not und Mühen zu bereiten. Straßen wurden gebaut, Krankenhäuser und Schulen errichtet ebenso wie prächtige, klimatisierte Häuser. Aus dem Westen importierte man Autos und Maschinen, Computer und Know-how. Ein buntes Völkergemisch aus allen Teilen der Erde siedelte sich an.
Der Burj Dubai überragt schon im Bau alle anderen Gebäude der Stadt
Der Burj Dubai überragt schon im Bau alle anderen Gebäude der Stadt
© Carter Sullivan / flickr.com
Zwischen 1993 und 2006 wuchs die Wirtschaft Dubais im Durchschnitt jährlich um acht Prozent. Der Motor des Emirats ist Mohammed Bin Rashid al-Maktoum, geboren 1949, Herrscher von Dubai, Premierminister der VAE und Inhaber zahlreicher Vorstandsposten.

Aufregende Bauprojekte

Sheikh Mohammed gilt als Initiator der vielen grandiosen Bauwerke des Emirats, er war es auch, der die zwei aufregendsten der vielen neuen Bauprojekte initiierte: den Burj Dubai, mit geplanten 560 m dann das höchste Bauwerk der Welt, und Dubailand, eine Ansammlung von außergewöhnlichen Shoppingmalls und Vergnügungsthemenparks, die Disney World in den Schatten stellen werden.
Sheikh Mohammed ist Pferdeliebhaber, besitzt mehrere Dutzend hochkarätige Vollblüter und stattete den Dubai World Cup mit 6 Millionen Dollar Preisgeld aus. Die Dubai Holding, ebenfalls im Besitz des Herrschers, begann 2004 auch, sich für Daimler-Chrysler zu interessieren, und kaufte gut zwei Prozent dieser Aktien über die Börse. Geldmittel zur Anlage sind im Übermaß vorhanden: So werden allein in die Entwicklung neuer Immobilien in den nächsten fünf Jahren rund 50 Milliarden US-Dollar investiert werden.

Geografie

Die Vereinigten Arabischen Emirate liegen im Südosten der Arabischen Halbinsel, eines im Westen durch das Rote Meer, im Osten durch den Arabischen Golf und im Süden durch den Indischen Ozean (Golf von Oman) begrenzten Gebiets, das mit den umliegenden Staaten als Naher Osten (englisch: Middle East) bezeichnet wird. Die VAE nehmen zusammen eine Fläche von etwa 86 000 km² ein, ihr Anteil am das nordöstliche Hinterland prägende Hajargebirge ist klein. Sie bestehen zum beträchtlichen Teil aus Sand- und, an der Westküste, aus flacher Salzwüste.
Die VAE bestehen zum größten Teil aus Wüste
Die VAE bestehen zum größten Teil aus Wüste / © DTCM Frankfurt

Die sieben Emirate

Dubai, das nur 4000 km² große Scheichtum (im Vergleich: Saarland ca. 2600 km²), ist das kosmopolitischste der sieben Scheichtümer, Abu Dhabi das größte und als ölreichstes auch das wohlhabendste der Emirate, das kleinere Sharjah setzt wegen geringerer Ölförderung auf die Industrie und zunehmend auch auf Touristen. Ajman, Fujairah, Umm al-Qaiwain und Ras al-Khaimah sind die vier bisher nicht mit Öl bedachten Emirate, die traditionell und mühselig Landwirtschaft betreiben.
Öl und Erdgas, Import- und Exportgeschäfte - seit den 1970er-Jahren durchlebten die Vereinigten Arabischen Emirate eine stürmische Entwicklung, die die Scheichtümer buchstäblich aus dem arabischen Mittelalter ins westliche 20. Jahrhundert beförderte. Heute erwirtschaftet Erdöl den größten Teil des Bruttosozialprodukts, finanziert den Bau von Raffinerien, Fabriken, Anlagen der Schwerindustrie und Trockendocks.

Emirat Abu Dhabi - Kamelherden und Glaspaläste

Das mit vier Fünfteln der Gesamtfläche größte der Emirate und seit der Entdeckung von Erdöl auch reichste Land der Föderation ist Abu Dhabi, dessen Herrscher Sheikh Khalifa Bin Zayed al-Nahyan auch das Amt des Präsidenten der Emirate innehat.
Abu Dhabi bedeutet "Vater der Gazelle": 1761 führte die Nahyan-Familie den Beduinenstamm der Bani Yas in der Liwa-Oase, als Angehörige des Stamms auf einer flachen Sandinsel vor der Küste eine Gazelle an einem Wasserloch entdeckten. Eine Siedlung - Abu Dhabi - wurde errichtet, die ab 1793 Sitz des Scheichs und Hauptstadt des Emirats wurde.
Als in den 1960er-Jahren Erdöl entdeckt wurde, lebten hier 5000 Menschen, heute sind es fast 1 Million. Der Reichtum brachte große Veränderungen mit sich: Nicht weit von Glaspalästen und künstlich bewässerten Gärten ziehen Kamelherden durch den Wüstensand, übernachten Nomaden in ihren Zelten. Abu Dhabi öffnet sich nur langsam dem Tourismus, ist mit dem geschäftigen Treiben und dem Boom Dubais kaum zu vergleichen. Die Strandhotels ziehen jetzt auch europäische Pauschaltouristen an, im Übrigen besuchen die Oase Al-Ain und Abu-Dhabi-Stadt überwiegend Touristen aus den anderen Emiraten.

Reichtum und Großzügigkeit

Damals wie heute: Den Scheichdynastien gehört das Land und deshalb auch das Öl. An ihrem Reichtum lassen sie das Volk großzügig teilhaben. Jungen Eheleuten schenkt man Haus und Grund, Wasser und Strom, vergibt zinslose Kredite. Bildung und Ausbildung, Gesundheitsversorgung und Renten bezahlt der Staat: Hauptgrund für die politische Stabilität und dafür, dass die "nationals", die Inhaber eines einheimischen Passes, ohne jede Möglichkeit der politischen Einflussnahme so zufrieden sind und ihr Lebensstandard heute zu den höchsten der Welt gehört.
Für die Zeit nach dem Öl - die derzeit bekannten Reserven werden in etwa 100 Jahren erschöpft sein - wird bereits heute vorgesorgt und die Wirtschaft diversifiziert. Auch Tourismus gehört für die Arabischen Emirate zu einer geschätzten Einnahmequelle.
 
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"Früher musste man nach New York oder Tokio fahren, um die Neue Welt zu begreifen. Heute ist Dubai so ein Ort des Begreifens." (Christiane Buck)
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