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Die Schlumper in Hamburg

Die Hamburger Ateliergemeinschaft plant ein eigenes Museum

Uwe Bender, 1943, Memo, '91
Uwe Bender, 1943, Memo, '91
Mit ihrer einzigartigen, authentischen und spontanen Kunst überzeugen die Schlumper schon seit mehr als 25 Jahren Kenner und Sammler. Um ihre Werke zu bewahren und einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen, plant die Ateliergemeinschaft der Schlumper ein Museum - und sucht dringend noch Sponsoren.

Das Museum Die Schlumper

Das Museum Die Schlumper ist als eine einzigartige Einrichtung für die Präsentation der Bildenden Kunst von Menschen mit Behinderung geplant. Die Basis bildet die über 25-jährige künstlerische Arbeit der Ateliergemeinschaft. Die Sammlung der Schlumper – mit insgesamt über 5000 Kunstwerken – soll erstmals dauerhaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sein. Zudem werden im Museum wechselnde Themen- und Einzel-Ausstellungen sowie der Dialog zwischen Künstlern mit und ohne Behinderung stattfinden.
 
Die Thedestraße 101
Hier soll das neue Zuhause entstehen
Die Thedestraße 101, der sie in jahrelanger Tradition verbunden sind, soll nun das neue Zuhause der Künstlergruppe werden. Bis das Schulgebäude 2004 wegen Schwammbefall geschlossen wurde, war es das Objekt vieler Kunst-am-Bau-Projekte der Schlumper. Bisher konnten sie erreichen, dass das Gebäude als schützenswürdig eingestuft wurde, um einen eventuellen Abriss auszuschließen.

Sponsoren gesucht!  

Doch noch fehlt das Geld, um die ehrgeizigen Pläne auch umzusetzen. Die Immobilie muss gemietet oder gekauft und von Grund auf saniert werden. Es fehlen die Einrichtung und Ausstattung der Räume sowie die technische Infrastruktur.
Ort der Begegnung
Ein "Ort der Begegnung"
Dem Vorsitzenden des Vereins der "Freunde der Schlumper", Ulrich Hentschel, schwebt ein "Ort der Begegnung und der Grenzüberschreitung" vor. Auch die Stadt, betont Hentschel, hätte etwas von dem Museum. Es könnte dazu beitragen, den Dialog zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten anzuregen.
2010 soll "Das Museum Die Schlumper" eröffnet werden. Es wurde ein Spendenkonto eingerichten, mit dessen Hilfe man die Schlumper unterstützen kann um ihren Traum vom Museum wahr werden zu lassen.
 
Tipp
"Was ohn Vorgedanken, ohn Kunst, unversehens geschiehet, das ist Schlump, der unvermutete Glücksfall."
Grimmsches Wörterbuch

Die Geschichte der Schlumper

Die Schlumper sind als Hamburger Ateliergemeinschaft schwerbegabter Künstler weit über die lokalen Grenzen hinaus bekannt. Ihre Gemeinsamkeit ist nicht in den künstlerischen Konzepten zu finden, sondern in dem Umstand, dass es sich bei diesen Künstlern um Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung handelt.
Es war zufällig in der Straße "Beim Schlump", wo sich 1984 um den Hamburger Maler Rolf Laute künstlerisch "schwer" Begabte mit unterschiedlichen Behinderungen sammelten. In den Kellerräumen des "Stadthauses Schlump", einer Außenstelle der damals sogenannten Alsterdorfer Anstalten entstand ein improvisiertes Atelier. "Schlumper" der ersten Stunde waren Individualisten, die sich standhaft den Arbeitsangeboten der Werkstätten für Behinderte verweigerten oder aus anderen Gründen als werkstattunfähig eingestuft waren.
 
Uwe Bander
Uwe Bender, 1943, Memos und Mapos, '85
 
Mit Hilfe des schon 1985 gegründeten Fördervereins Freunde der Schlumper und der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales wurde schließlich 1993 das Arbeitsprojekt "Schlumper von Beruf" ins Leben gerufen. Alle hatten nun die Chance, ihre besondere Begabung beruflich einzusetzen. Damit war der Weg frei als freischaffende Angestellte bezahlte, ganzheitliche und selbstbestimmte Arbeit zu verrichten. Das Projekt bot zuletzt 22 KünstlerInnen einen festen Arbeitsplatz.
Neben den alltäglich Kunstschaffenden werden zudem die Freizeit-Schlumper gefördert. Freitags von 15 bis 19 Uhr sind künstlerisch Interessierte in der Galerie willkommen, um die Arbeit der Schlumper kennen zu lernen, selbst zu zeichnen und zu malen, nach Bedarf mit kompetenter Assistenz, oder zunächst nur um zuzuschauen. Bei ausreichender Mal-Lust kann ein Freitags-Schlumper ein Berufs-Schlumper der nächsten und übernächsten Generation werden – oder ein Hobby-Schlumper bleiben. 
 
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