
Blick aufs Rathaus von den Alsterarkaden
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Blicken Sie nach oben: Dort steht geschrieben: "Libertatem quam peperere - maiores digne studeat - servare posteritas", was übersetzt so viel bedeutet, dass die Nachkommen die Freiheit erhalten mögen, die ihre Väter erwarben. Hoch geht es alljährlich am 24. Februar her, wenn das Matthiae-Mahl zelebriert wird - das älteste noch begangene Festmahl der Welt (seit 1356). Geladen sind ausschließlich "Hamburg freundlich gesonnene" Gäste, was der Hansestadt schon viel Nutzen eingebracht hat. Nach dem großen Brand von 1842, bei dem das alte Rathaus dran glauben musste, wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, der sich ewig hinzog, bis das neue Rathaus endlich am 26. Oktober 1897 eingeweiht werden konnte.
Das Gebäude ist auf etwa 4000 Rammpfählen errichtet, denn der Alstermarschboden konnte den 70 Meter breiten und 111 Meter langen Bau zunächst nicht tragen. Schon von außen wirkt der Bau prachtvoll, innen geht es dann tatsächlich mehr als großbürgerlich und gar nicht mehr hanseatisch bescheiden zu. Eine Besichtigung lohnt unbedingt. An der linken Ecke des Gebäudes befindet sich der Eingang zum Ratsweinkeller mit gutbürgerlicher Küche. Die schönsten Säle heißen "Remter" und "Die Rose" (Sonntag abends geschlossen, Tel. 364 15 39, €€). Rathausbesichtigungen sind möglich Montag bis Donnerstag von 10-15 Uhr, Freitag, Samstag und Sonntag von 10-13 Uhr, außerdem gibt es halbstündliche Führungen (allerdings nicht während Senatssitzungen und Staatsbesuchen), der Eintritt kostet 2 Euro.

Auf dem Rathausmarkt
© Bernd Sterzl / pixelio.de
Was den Berlinern und Münchnern ihre Plätze sind, das sind den Hamburgern eher die Alster- und Elbufer. Wenn es überhaupt einen Platz in der Stadt gibt, der als urbaner Treffpunkt herhalten kann, dann ist es der Rathausmarkt. In seiner jetzigen Form entstand der "Rote Platz" unter dem Bürgermeister Ulrich Klose. Seitdem sind die Autos weg, richtiges Leben aber kehrt nur ein, wenn mal wieder eines der unzähligen Budenfeste stattfindet.