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Dresden beeindruckt mit Kunst und Kultur. Doch es ist die Elbe, die das Lebensgefühl bestimmt.
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Abendstimmung am Bosporus
Abendstimmung am Bosporus
© Joachim Kant / aboutpixel.de
BoĞaziçi / Bosporus
Egal wie wenig Zeit Sie für ihren İstanbul-Besuch mitgebracht haben, eine kurzweilige Bootsfahrt über den Bosporus sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. Der fünfstündige Ausflug beginnt in Eminönü und führt Sie fast bis ans Schwarze Meer nach Anadolu Kavağı und wieder zurück. Die Anlegestelle der staatlichen Fährlinie ist die erste von der Galata-Brücke aus und heißt Boğaz Hattı. Abfahrtszeiten Dezember-März täglich um 10.30 Uhr, April-Mai und Oktober-November täglich um 10.30 Uhr und 13.30 Uhr, Juni-September um 10.35 Uhr, 11.35 Uhr und 13.35 Uhr (eine einfache Fahrt kostet ca. 3,50 Euro).
Zunächst geht es nach Beşiktaş, vorbei am Leanderturm und dem letzten Sultanspalast Dolmabahçe. Kurz hinter Beşiktaş kreuzt die Fähre die riesige, 70 m hohe Bosporusbrücke und verlässt den innerstädtischen Bereich. Genießen Sie bei einer Tasse Tee die Faszination des Bosporus, einer Meerenge, die schon der weit gereiste Alexander von Humboldt zu Recht zu den schönsten Flecken der Erde zählte. Während der Fahrt kreuzen Sie ständig zwischen Europa und Asien, weil die Fähre an den schönsten Anlegestellen auf beiden Seiten Station macht. Direkt entlang des Ufers können Sie nun die prächtigen Paläste und Villen bestaunen, die Sultane, Großwesire und andere hohe Würdenträger der Osmanen hier bauen ließen. Diese so genannten yalı - die klassischen sind aus Holz und in einem erdigen, dunklen Rot gestrichen - sind auch heute noch die begehrtesten Wohndomizile İstanbuls. Doch wer hier nicht geerbt hat, muss schon Ölscheich oder hoher Würdenträger sein, um sich ein Haus direkt am Bosporus leisten zu können. Viele haben einen eigenen Steg und sind stilvoll restauriert.
Holzhäuser in Istanbul
Holzhäuser in Istanbul
© Joachim Kant / pixelquelle.de
Auf der europäischen Seite passiert die Fähre zunächst Arnavutköy, ein Viertel, das seinen Charakter als "Kiez" bewahrt hat. Hier sind bis heute noch viele ansehnliche Holzhäuser mit Erkern erhalten. Dann legen Sie auf der asiatischen Seite in Kanlıca an, einem hübschen Bosporusdorf, das für seinen gezuckerten Sahnejoghurt berühmt ist. Hier, kurz vor der zweiten Hängebrücke, ist die Meerenge am schmalsten und die Strömung besonders tückisch. Man sieht am asiatischen Ufer, dass mancher Ozeanriese, der nicht mehr rechtzeitig die Kurve geschafft hat, dort entlanggeschrammt ist.
Der Schiffsverkehr hat auf dem Bosporus seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 und der Integration der Nachfolgestaaten in die Weltwirtschaft dramatisch zugenommen. Er wurde zur meistbefahrenen Meerenge der Welt. Im Normalfall sorgt die starke Strömung, die an der Oberfläche vom Schwarzen Meer Richtung Ägäis, am Boden der bis zu 120 m tiefen Wasserstraße genau umgekehrt fließt, dafür, dass das Wasser relativ sauber bleibt. Noch immer ist der Bosporus ein Schlaraffenland für Fische, wo zu der entsprechenden Jahreszeit ganze Ströme vom Schwarzen Meer Richtung Marmarameer ziehen und die Netze der Fischer füllen. İstanbul ist für Fischgourmets ideal.
Nach der zweiten Brücke wird der Bosporus kilometerbreit und vor allem auf der asiatischen Seite, die weniger zugebaut ist als ihr europäisches Gegenüber, wunderbar grün. Jetzt kann man das Schwarze Meer bereits erahnen - aber zunächst kommt noch ein Stopp in Sarıyer, das zwar zu İstanbul gehört, aber vom Charakter her eine eigene kleine Stadt ist. Hier liegen der größte Teil der İstanbuler Fischereiflotte und der schönste Fischmarkt am Bosporus. Ab jetzt beginnt endgültig die Fahrt ins Grüne, und nach einem weiteren kurzen Stopp in Europa kommt die Endhaltestelle Anadolu Kavağı am Fuße einer großen Burg, von der aus die Osmanen die Einfahrt in den Bosporus kontrollierten. Noch heute sind beide Bosporusseiten direkt an der Einfahrt zum Schwarzen Meer militärisches Sperrgebiet.
Sie können die Pause nutzen, um zur Burg hinaufzusteigen und von dort den Blick auf das Meer und gleichzeitig auf den Bosporus zu genießen. Vielleicht verbringen Sie die Zeit jedoch lieber in einem dieser wunderbaren Fischrestaurants. Nach der Pause geht es denselben Weg zurück, wodurch Sie die Gelegenheit bekommen, alles, was Sie auf dem Hinweg verpasst haben, doch noch bestaunen zu können.
Bursa
Auf der Südseite des Marmarameeres am Fuße des Uludağ-Gebirges liegt Bursa, die alte Hauptstadt der Osmanen. Schon zu römischen Zeiten war sie für ihre Thermalbäder berühmt. Hier stehen die ältesten Moscheen der osmanischen Dynastie neben den größten Automobilwerken der modernen Türkei. Eine der Attraktionen von Bursa ist eine große Seilbahn, die auf den 2543 m hohen Berg Uludağ führt. Im Winter liegt hier eines der beliebtesten Skigebiete der Türkei, im Sommer ist der Uludağ für Spaziergänge bis hin zu Bergtouren gut geeignet. Die dreistündige Fahrt mit dem Fernbus von İstanbul nach Bursa beginnt direkt im Busbahnhof Harem auf der asiatischen Seite und kostet ca. 20 Euro. Sie können aber auch erst mit der Fähre von Kabataş nach Yalova übersetzen und dort einen Bus nehmen.
Das heutige Bursa ist eine der reichsten türkischen Städte und ein gelungener Mix aus jahrhundertealten Kulturdenkmälern und moderner Industrieansiedlung. Für Besucher, die von İstanbul aus einen Ausflug nach Bursa machen, geht es vor allem um vier Ziele: die Yeşil Camii (Grüne Moschee) und das Grab Mehmets II., den Alten Markt im historischen Zentrum mit seiner sehenswerten "Seidenstraße" und schließlich die Thermalbäder. Bursa verfügt über moderne Hotels mit allen Fitnesseinrichtungen und Heilquellen im privaten Badezimmer (z. B. Çelik Palas Hotel, 50 Zimmer, Çekirge Caddesi 79, Tel. 0224/233 38 00, €€).
Die osmanischen Moscheen in Bursa sind bescheidener als die späteren Prachtbauten in İstanbul, aber sie bestechen durch ihre schlichte Eleganz. Sie weisen noch viele seldschukische Elemente auf, so z. B. überdachte Höfe und eine Vielzahl von kleinen Kuppeln statt einer einzigen großen im Zentrum des Komplexes. Yeşil Külliye, der Baukomplex mit der Grünen Moschee und dem Mausoleum von Sultan Mehmet II. verdankt seinen Namen der grünen Wandverkleidung aus achteckigen Kacheln. Noch deutlicher als bei der Grünen Moschee sind die Vielzahl kleiner Kuppeln an der Ulu Camii, der "Großen Moschee" (1396), direkt im Zentrum neben dem Markt zu bewundern.
Von der Großen Moschee aus können Sie direkt in den überdachten Basar laufen, in dem Textilien und Schattentheaterfiguren ("karagöz") angeboten werden (Montag-Samstag von 8.30-19 Uhr geöffnet). Das attraktivste Gebäude im Marktviertel ist der Koza Han, bis heute das Zentrum des Seidenhandels. Über zwei arkadengestützten Etagen liegt hier Laden neben Laden. Im Juni und Juli werden auch immer noch Seidenkokons gehandelt. Die Seidenraupenzucht führten die Byzantiner im 6. Jahrhundert in Bursa und Umgebung ein.
Die Thermalbäder Bursas ("kaplıca") liegen im Vorort Çekirge. Das berühmteste Bad, im 14. Jahrhundert auf den Überresten einer byzantinischen Anlage erbaut, ist das Alte Thermalbad. Man betritt es durch das Hotel Kervansaray Termal. Das 45 Grad Celsius warme Wasser soll gegen Rheuma und Hautleiden helfen. Bereits Kaiserin Theodora, Gemahlin Justinians, kurte hier im 6. Jahrhundert regelmäßig (Eski Kaplıca, Çekirge Meydanı, Kervansaray, täglich von 7 bis 22 Uhr geöffnet, 20 Euro, keine Massage). Andere Thermalbäder sind das Neue Bad aus dem 16. Jahrhundert, in dem es außer den obligaten Männer- und Frauenabteilungen auch eine Abteilung für Paare gibt: Yeni Kaplıca, Mudanya Yolu 6, täglich von 7-22 Uhr geöffnet, 18 Euro, mit Massage 25 Euro, und das Bad im Kurhotel Çelik Palas Oteli, Çekirge Caddesi 79.
Autos sind auf den Prinzeninseln verboten
Autos sind auf den Prinzeninseln verboten
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Adalar (Prinzeninseln)
Die Prinzeninseln, im Türkischen schlicht "Adalar" (Inseln) genannt, sind der klassische Fluchtpunkt für stadtmüde İstanbuler und Touristen, die sich vom Lärm der Millionenstadt erholen wollen. In einer guten Stunde ist man auf einer der neun Inseln, von denen nur fünf bewohnt sind: Büyükada, Heybeliada, Kınalıada, Burgazada und Sedef Adası. Abfertigungshalle für Adalar am Ende der Fähranlegestellen in Eminönü, im Sommer Fähren alle 1,5 Stunden, im Winter im Zweistundentakt; schnelle Katamaranboote ab Kabataş im Sommer halbstündlich, im Winter nur morgens und abends; Fähren von Bostancı zu den Inseln (eine einfache Fahrt kostet 2,50 Euro).
Sie sind wahrlich eine Welt für sich. Geprägt durch die wunderbaren Holzvillen und ihre Pferdekutschen, scheint hier die Zeit stillzustehen und das 19. Jahrhundert immer noch anzudauern. Die Inseln sind für privaten Autoverkehr gesperrt und schon allein deshalb eine Oase der Ruhe gegenüber dem Verkehrschaos in der Stadt. Eine Kutschfahrt entlang der Uferstraße auf Büyükada ist ein ganz besonderes Vergnügen. Eine Ausnahme sind die Wochenenden während der Sommerferien. Dann erleben die Inseln einen Ansturm von Tagesbesuchern, der einer Invasion gleicht. Doch unter der Woche bleibt es auch im Hochsommer beschaulich.
Traditionell sind die Prinzeninseln das Sommerdomizil der griechischen, jüdischen und armenischen Oberschicht gewesen. Während die Palastbürokratie am Bosporus baute, zogen sich die reichen Händler und Bankiers aus den ethnischen Minderheiten auf die Inseln zurück. Griechisch-orthodoxe Klöster, armenische und italienische Kirchen und jüdische Synagogen, die alle noch in Betrieb sind, zeugen davon, dass die Nachfahren dieser Familien im Sommer immer gerne auf die Inseln kommen - teilweise aus Athen und Saloniki, aber auch aus Tel Aviv oder New York. Im Winter reduziert sich die Einwohnerzahl dagegen auf eine kleine Gemeinde von ca. 20 000 Menschen, die durchgängig hier leben - vor allem auf Büyükada und Heybeliada. Die drei kleineren Inseln Burgazada, Sedef Adası und Kınalıada sind im Winter sogar fast menschenleer.
Wenn man mit der Fähre von Eminönü kommt, ist Kınalıada der erste Stopp. Diese kleinste der vier Inseln hat aber den größten Strand und gleicht deshalb einer ausgedehnten Badeanstalt. Der nächste Halt, Burgazada, gilt als besonders exklusiv, bietet aber außer einem schönen kleinen Hafen und der Bucht von Kalpazankaya für Kurzbesucher nicht viel. Erst in Heybeliada, der dritten Anlaufstelle der Fähre, beginnt das richtige Inselleben. Im 7000 Ew. zählenden Ort steht die sehenswerte Theologische Hochschule der griechisch-orthodoxen Kirche. Die Insel verfügt über viele schöne Badeplätze und einen herrlichen Wanderweg, der rechts von der Fähranlegestelle auf dem Hügel beginnt und durch Wald und Siedlungen ca. 3 km um die ganze Insel führt. Büyükada, die mit 5,4 km² größte Insel, bildet das Zentrum des Inselreiches. Im 8000-Ew. Ort sitzt die Verwaltung, hier sind auch die meisten Läden und Dienstleistungsgewerbe angesiedelt. Büyükada ist die abwechslungsreichste Insel, die für Wanderer, Sportler, aber auch für Gourmets, die in einem ausgezeichneten Fischrestaurant tafeln wollen, das meiste zu bieten hat.
"Prinzeninseln" werden die Eilande genannt, weil sie bereits zu byzantinischen Zeiten als stadtnaher Verbannungsort für Prinzen genutzt wurden, die von der Nachfolge auf Kaiserthron oder Sultansdiwan ausgeschlossen werden sollten. Der letzte berühmte Exilant war der russische Revolutionär Leo Trotzki, der die ersten sechs Jahre nach seiner Verbannung aus der Sowjetunion durch Stalin auf Büyükada verbrachte.
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