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Burgen & Schlösser

Bab-ı Ali (Hohe Pforte)
Zeitgenössische Darstellung der Hohen Pforte
Zu osmanischer Zeit hießen ausländische Gesandte "Botschafter an der Hohen Pforte". Damit war ganz bildlich das große Tor gemeint, durch das man in den Palast des Großwesirs gelangte. Das Gebäude wurde ab 1839 nur noch als Sitz der Regierung genutzt, die vom Topkapı-Palast hierher zog. Der Distrikt Cağaloğlu um den Regierungssitz herum entwickelte sich zu einem Intellektuellen- und Verlagsviertel. Die Hohe Pforte wurde in den 20er-Jahren zum Amtssitz des İstanbuler Gouverneurs.
Direkt gegenüber, in die Mauer des Topkapı-Palastes eingebettet, liegt der Paradepavillon Alay Köşkü, von wo aus der Sultan einst nicht nur die Paraden, sondern auch die Besucher seines Großwesirs beobachten konnte.
Straße: Alemdar Caddesi
Stadtteil: Sultanahmet
Dolmabahçe Sarayı (Dolmabahçe-Palast)
Der Palast vom Wasser aus gesehen
Der Palast vom Wasser aus gesehen
© Robert Raderschatt
1856 errichtet, wurde der 250 000 m² große Palast am Bosporus bald zum neuen Sitz der Sultane. Im Zuge der Verwestlichung des Osmanischen Reiches verließ Sultan Abdülmecit den Topkapı-Palast und zog hierher. Gold, Marmor und Kristalle wurden beim Bau üppig eingesetzt, die Möbel in Paris und Prag bestellt. Der riesige Palast mit seiner 500 m langen Front am Wasser trägt die Handschrift der armenischen Architektenfamilie Balyan, die in vier Generationen İstanbul mit neoklassizistischen Prachtbauten schmückte: Die Paläste in Beylerbeyi und Çırağan, Darphane-i Amire, Aynalı Kavak Kasrı, die Moscheen von Dolmabahçe und Ortaköy sind nur einige ihrer Werke.
Der Dolmabahçe-Palast im gleichnamigen Stadtteil verabschiedete in seiner abwechslungsreichen Geschichte gleich zwei bedeutende Staatsmänner des Landes: Mit dem letzten Sultan und Kalifen Vahidettin, der vom Kai des Palastes in sein Zwangsexil in Nizza ablegte, ging das Osmanische Reich endgültig unter. Sein Widersacher Mustafa Kemal Atatürk, Gründer der modernen Republik, erlag am 10. November 1938 hier seiner Leberzirrhose. Atatürks Sterbebett wird seitdem Tag und Nacht von einem Soldaten bewacht.
Der in den 90er-Jahren komplett renovierte Palast kann heute besichtigt werden. Besucher müssen sich einer Führung anschließen: Eine Tour führt durch den öffentlichen Bereich, die zweite durch den alten Harem und die Privaträume der Sultane. Um alles zu besichtigen, sollten Sie bis 13 Uhr hier sein. Dienstag, Freitag-Sonntag von 9-15 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet ca. 10 Euro.
Straße: Dolmabahçe Caddesi
Stadtteil: Dolmabahçe
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Topkapı Sarayı (Topkapı-Palast)
Über vier Jahrhunderte war der Topkapı-Palast das Zentrum der osmanischen Weltmacht. Hier lebten der Sultan, das politische und geistliche Oberhaupt der Muslime, und seine Haremsfamilie, hier wurden aber auch die Reichsgeschäfte geführt, die Spitze der osmanischen Bürokratie ausgebildet und das Elitekorps des Sultans, die Janitscharen, untergebracht.
Der Topkapi-Palast von außen
Der Topkapi-Palast von außen
© Steffi Pelz / pixelquelle.de
Sultan Mehmet II., der Eroberer Konstantinopels, verschmähte den alten Palast der byzantinischen Kaiser und ließ bereits wenige Jahre nach seinem Sieg den Topkapı-Palast anlegen. Er wählte dafür den exponiertesten Platz der Stadt, die Spitze der Halbinsel, auf der Konstantinopel erbaut worden war, die auf der einen Seite vom Marmarameer und auf der anderen vom Goldenen Horn umspült wird. Obwohl die Palastanlage großen Raum einnimmt - zeitweilig lebten mehr als 5000 Menschen innerhalb der Mauern - wirkt sie nicht monumental. Die Gebäude sind durchweg ein- oder zweistöckig und bestechen eher durch ihre filigrane Architektur als durch majestätische Wucht - eine Stein gewordene Zeltstadt meinen einige Besucher darin zu erkennen. Obwohl im Laufe der Jahrhunderte immer um- und angebaut wurde, hat sich an der Grundstruktur der Palastanlage bis heute nichts geändert.
Topkapı Sarayı ist in vier Höfe gegliedert. Der heute frei zugängliche erste Hof, den man durch das Bab-ı Hümayun, das "Kaiserliche Tor", betritt, war in osmanischer Zeit der Stützpunkt der Janitscharen. Die nach Betreten des Hofs linker Hand liegende Irenenkirche (Aya Irini), die aus dem 8. Jahrhundert stammende "Kirche zum Himmlischen Frieden", wurde von den Janitscharen als Zeughaus und Waffenkammer gebraucht. Sie wird heute als Veranstaltungsort für klassische Konzerte und Ausstellungen genutzt. In ihrer Ursprünglichkeit ist sie einer der beeindruckendsten byzantinischen Sakralbauten, kann jedoch nicht besucht werden.
Ornamente im Innenraum
Ornamente im Innenraum
Am Ende des ersten Hofes, am Bab-ı Selam, dem "Friedenstor", beginnt das eigentliche Museum. Der zweite Hof, den Sie nun betreten, war der Geschäftsbereich des Osmanischen Reichs. Hier tagte das Kabinett (diwan), hier wartete man auf eine Audienz, und hier waren auch die Henker untergebracht, die die Urteile des Sultans im ersten Hof vollstreckten. Auf der linken Seite, diagonal gegenüber dem Eingangstor, ist der "Diwan". An einer Ecke befindet sich ein Gitterfenster, durch das der Sultan die Kabinettssitzungen insgeheim im Auge behalten konnte. Auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes liegt der riesige Küchentrakt, in dem für mehrere Tausend Menschen meisterhaft gekocht wurde. Die Kuppeln der Küche sind vom Marmarameer aus besonders gut zu sehen. Dort ist heute die größte chinesische Porzellansammlung der Welt außerhalb Chinas untergebracht. Leider wird von den über 10 000 Exemplaren nur ein kleiner Teil ausgestellt.
Ebenfalls vom zweiten Hof aus betritt man den sagenumwobenen Harem. Hier haben sich die Sultane Hunderte von Frauen gehalten, hier nahmen die Palastintrigen ihren Ausgang, und hier herrschte der "Schwarze Eunuch", der Hüter des Harems. Tatsächlich durfte der Harem ursprünglich von keinem Mann außer dem Sultan betreten werden - die Eunuchen galten ja nicht mehr als Männer. Ab dem 16. Jahrhundert, nachdem die Osmanen die radikale Praxis aufgegeben hatten, alle Brüder des Thronfolgers umzubringen, um so Erbstreitigkeiten zu vermeiden, wurden hier auch die Prinzen untergebracht. Eigentliche Herrscherin im Harem aber war die Valide Sultan, die Sultansmutter. Der Harem ist ein Palast innerhalb des Palastes, sozusagen der Privatbereich des Palastes, wo die Frauen zwar komfortabel, aber eben in einem goldenen Käfig untergebracht waren.
Die Führung durch den Harem zeigt sowohl luxuriöse Bäder, herrliche Aufenthaltsräume und ein wunderbares Empfangszimmer, vermittelt aber gleichzeitig einen Eindruck von der Enge, in der die Frauen hier teilweise gelebt haben müssen. In den Harem werden im Halbstundentakt nur kleine Gruppen zugelassen.
Der Ausgang führt auf den dritten Hof, den wichtigsten Ausstellungsbereich des heutigen Museums. Direkt hinter dem Tor zum dritten Hof, dem Bab-ı Saadet, dem "Tor der Glückseligkeit", liegt der Audienzraum des Sultans, in dem der ursprüngliche Thron noch zu bewundern ist. Höhepunkt jeder Besichtigung sind die Säle, die den Hof an der rechten Seite abschließen. Hier sind die schönsten Kleider, die seltensten Waffen und die kostbarsten Schätze des Osmanischen Imperiums ausgestellt. Angefangen von der höfischen Festtagskleidung über die berühmtesten Säbel der Sultane bis zu Staatsschätzen wie den juwelenbesetzten Federbüschen, dem berühmten Topkapı-Dolch und dem 86-karätigen Löffeldiamanten wird die weltliche Pracht der Osmanen hier ausgebreitet. Direkt gegenüber auf der anderen Seite des Hofes befinden sich die religiösen Schätze, darunter Reliquien wie das sprichwörtliche Barthaar des Propheten, ein Fußabdruck Mohammeds und Teile von Toren der Kaaba in Mekka. Hier wird auch während der Besuchszeiten aus dem Koran rezitiert.
Der letzte, so genannte vierte Hof ist kein geschlossenes Gelände mehr, sondern ein großer Garten, in dem mehrere Pavillons der Entspannung und Erholung der Sultane dienten. An der rechten Seite wurde ein Palastteil in ein DCafé umgewandelt, von dem aus Sie einen herrlichen Blick auf die Einfahrt in den Bosporus, auf das Genueserviertel und den asiatischen Teil İstanbuls haben - hier können Sie sich von der anstrengenden Palasttour etwas erholen. Mittwoch-Montag von 9-16 Uhr geöffnet, der Harem von 9.30-15.30 Uhr, der Eintritt zum Topkapı kostet ca. 12 Euro, zu Harem und Schatzkammer je ca. 6,50 Euro.
Stadtteil: Eminönü
Homepage: www.topkapisarayi.gov.tr
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Yedikule
Yedikule ("Sieben Türme") ist die Festung direkt im Schnittpunkt der Theodosianischen Landmauer mit der Seemauer am Marmarameer, eine Mischung aus byzantinischen und osmanischen Elementen. In die Festung eingemauert ist das Goldene Tor, durch das die byzantinischen Kaiser nach gewonnener Schlacht im Triumph wieder in die Stadt ritten. Zu osmanischer Zeit diente die Burg als Prominentenverlies - von ausländischen Gesandten bis zu abgesetzten Sultanen war hier zeitweise eine illustre Gesellschaft versammelt. Heute finden hier im Sommer Konzerte statt. Dienstag-Sonntag von 9-17 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet ca. 2,50 Euro.
Straße: Yedikule Meydanı
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Yıldız Sarayı
Das oberhalb des Yıldız-Park gelegene ehemalige Jagdschloss ist ein besonderes Kleinod unter der Vielzahl von Schlösschen und ehemals königlichen Sommerresidenzen in İstanbul. Es wurde vor der Barockphase zu Beginn des 19. Jhs. als einstöckiger, lang gestreckter Bau errichtet und beherbergt heute zwei Museen und ein Institut für Islamstudien. Sultan Abdülhamit, einer der letzten osmanischen Herrscher, zog sich gerne hierher zurück, um seiner eigentlichen Leidenschaft, der Tischlerei, nachzugehen. Er ließ sich eine Werkstatt einrichten, die man unter anderem im Museum besichtigen kann.
Im zweiten Museum, dem Stadtmuseum, ist eine umfangreiche Porzellansammlung ausgestellt, deren Exponate größtenteils aus der innerhalb des Yıldız-Park gelegenen Porzellanmanufaktur stammen, die übrigens ebenfalls besichtigt werden kann. Leider ist der Durchgang vom Park ins Schloss gesperrt, sodass man es nicht vom Bosporus aus, sondern über den Barbaros Bulvarı erreicht. Mittwoch-Sonntag von 10-16 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet ca. 1,25 Euro.
Straße: Barbaros Bulvarı, Yıldız Caddesi, an der Universität vorbei
Stadtteil: Beşiktaş
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