
Vorderansicht des Museum Ludwig
© Rheinisches Bildarchiv
Peter Ludwig sammelte ebenso mittelalterliche Handschriften und präkolumbianische Kunst wie DDR-Malerei, und schließlich holte er auch Werke der russischen Avantgarde an den Rhein. In der Sowjetunion hatte man diese Kunst jahrzehntelang ignoriert, und im Westen kannten nur wenige Insider die Bilder der Suprematisten um Kasimir Malewitsch. In seinen letzten Lebensjahren spürte Peter Ludwig (er starb 1996) in China und auf Kuba Arbeiten auf, in denen sich die Idee einer Globalkunst manifestiert - Ausdruck eines zeitgleichen Lebensgefühls der jungen Künstlergeneration von Peking bis Havanna, von Köln bis New York.
Eine großzügige Picasso-Schenkung aus den 1990er-Jahren ergänzte seine Witwe Irene Ludwig 2001 durch die Überlassung weiterer Werke dieses Künstlers. Insgesamt verfügt das Museum Ludwig nun über 180 Originalwerke und 780 Grafiken aus allen Schaffensphasen von Pablo Picasso.

Museum Ludwig von Westen
© Museum Ludwig
Das stetige Anwachsen der Sammlungen erforderte schließlich eine räumliche Aufteilung der Kunstbestände: Das Museum Ludwig am Dom zeigt nunmehr ausschließlich die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Neben der Präsentation der ständigen Sammlung locken die beiden Projektsäle A/C und D/C mit aktuellen Wechselausstellungen von Künstlern der Gegenwart. Die Sammlung ist nicht nach Gattungen geordnet, sondern integriert z. B. auch die Fotografie.
Aus Pablo Picassos Schaffen über 70 Jahre sehen Sie Arbeiten, die für die jeweilige Werkphase typisch sind: Noch vor der "Blauen Periode" entstand 1901 das kleinformatige "Café am Montmartre". Einen Höhepunkt der kubistischen Phase stellt die Abstraktion "Mädchen mit Mandoline" (1910) dar. 1917 brach Picasso mit dem Kubismus; aus der nun folgenden neoklassizistischen Periode stammt die "Frau im grünen Morgenrock" (1922). Das Konvolut der Bilder und Blätter reicht bis zum Spätwerk der 1960er-Jahre.
Oskar Kokoschka malte 1956 vom Messeturm aus eine Stadtansicht von Köln. Dieses Bild gehört zur expressionistischen Abteilung mit Gemälden von Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Alexej Jawlensky und vor allem einigen sehr wichtigen Arbeiten von Max Beckmann. Zeichnungen und Aquarelle von Paul Klee sowie abstrakt-informelle Bilder von Ernst Wilhelm Nay runden die Beispiele aus der klassischen Moderne ab.

Das Museum von Südwesten
© Museum Ludwig
Um 1960 trat mit Fluxus und Pop-Art die nächste Künstlergeneration an. Neben den Nouveaux Réalistes Yves Klein, Arman und Daniel Spoerri dokumentieren vor allem Pop-Klassiker diese Epoche: Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Jasper Johns, Mel Ramos, Robert Rauschenberg, James Rosenquist, Claes Oldenburg. Wenn Sie sich darüber wundern, dass eine Touristin die ganze Zeit reglos an derselben Stelle verharrt: Schauen Sie mal genau hin, und Sie stellen fest, dass es sich um eine hyperrealistische Skulptur von Duane Hanson handelt.
An russischer Kunst des 20. Jahrhunderts reicht der Bogen von Kasimir Malewitschs Bild "Dynamischer Suprematismus" (1916) und Collagen von El Lissitzky von 1927 bis zu Beiträgen von Gegenwartskünstlern wie Ilya Kabakov und Vitali Komar/Alexander Melamed. Georg Baselitz, Jörg Immendorff und Markus Lüpertz repräsentieren die neoexpressive Malerei der 1980er-Jahre. Die Exponate des kubanischen Künstlers Kcho (geb. 1970) und seines aus China gebürtigen Kollegen Yan Pei Ming (geb. 1960) stehen für die aktuelle Kunst nach 1990.
Dienstag bis Sonntag von 10-18 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 11-18 Uhr, jeden ersten Freitag im Monat bis 23 Uhr. Der Eintritt kostet 7,50 Euro.
Straße:
Heinrich-Böll-Platz
Nahverkehr
Bahnen und Busse: Dom/Hbf.