Lebensart
Welcome to Las Vegas
© Jürgen Hillberg / pixelio.de
What happens in Las Vegas, stays in Las Vegas
Rund 35 Millionen Besucher überfluten jährlich die glitzernde Metropole mitten in der Mojave-Wüste - Tendenz steigend. Die meisten bleiben nur drei bis vier Nächte. Nicht wenige kommen regelmäßig wieder, gönnen sich ein paar Tage Auszeit vom normalen Leben, fordern das Glück heraus, zocken, gewinnen, verlieren, besuchen die aufwändigen Shows, machen die Nächte durch in heißen Clubs und coolen Bars. Oder sie entspannen in Pools und Spas, gehen gut essen und lassen sich einfach beflimmern von den ungezählten Neonlichtern auf dem Strip und Downtown.
Speisen mit Kunst im Restaurant Picasso
© MGM MIRAGE
Las Vegas bietet billig gemachten Nepp ebenso wie niveauvolle Unterhaltung. Die mit modernster Technik auf die Bühne gebrachten "production shows" sind ein Erlebnis, das alle menschlichen Sinne anspricht. Eine ganze Reihe von Museen und Galerien, zum Teil in den Kasinos selbst, stellen Werke weltweit bekannter Künstler aus. Viele Restaurants inspirieren nicht nur den Gaumen, sondern sind zugleich eine Augenweide.
Daher lautet die aktuelle Devise: "What happens in Las Vegas, stays in Las Vegas". Hier können Sie also jedem Laster verfallen, ohne dass es woanders jemand erfährt. Umgekehrt könnte man auch sagen: Wer in Las Vegas Urlaub macht, hat zu Hause unendlich viel zu erzählen.
Zwischen Eisblocks und karibischen Rhythmen
Für Leute, die gerne die Nacht zum Tage machen, ist Las Vegas das Paradies. Sie müssten schon recht lange bleiben (und viel Geld gewinnen), um das abendliche Unterhaltungsangebot voll wahrzunehmen. Auch hier gilt: Freitag- und Samstagnacht ist wesentlich mehr los als an anderen Tagen.
Showgirls in Las Vegas
© LVC&VA
Alle großen Themenhotels werben mit mindestens einer großen Show. Daneben oft noch Comedy, Kabarett und Musik in kleineren Sälen. Zwar kommen klassische Stripteaseshows bei vielen männlichen Las-Vegas-Besuchern immer noch gut an, doch die wahren Hits sind die gigantischen Shows. Ein echtes Erlebnis sind vor allem die unterschiedlichen Vorführungen des kanadischen Cirque du Soleil, der sein Publikum mit einer Mischung aus Artistik, Tanz, Musik und Theater in den Bann zieht. Hier ist vorzeitige Reservierung angesagt.
Las Vegas bietet außerdem eine überwältigende Auswahl an originellen Kneipen und Diskos, die sich hier "clubs" (Getränke, Tanzfläche), "bars" (Getränke, Essen, Musik) oder "lounges" (Getränke, Livemusikeinlagen) nennen. Viele Restaurants sind gleichzeitig Diskos oder werden nach dem Dinner kurzerhand dazu verwandelt. Wer hier gegessen hat, spart das Eintrittsgeld. Die meisten Clubs achten recht streng auf Kleiderordnung ("dress code"). In vielen Diskos zahlen Frauen weniger als Männer, ist "ladies night", haben sie sogar freien Eintritt.
Fiamma Restaurant im MGM Grand
© LVC&VA
Manche Clubs sind so angesagt, dass man sich stundenlang die Beine in den Bauch steht, bis man endlich Einlass findet. Über www.vegas.com können Sie "front-of-the-line-tickets" erwerben, die Sie automatisch an den Kopf der Warteschlange katapultieren.
Doch Sie sollten sich unbedingt zum Auftakt Ihres nächtlichen Streifzugs einen der guten Aussichtspunkte suchen - sei es ein Turm oder eine Bar mit Terrasse - und beobachten, wie die Stadt in der Wüste nach und nach ihre Lichter anzündet, während am Horizont die Sonne untergeht. Und wenn Sie dann ohne Plan einfach durch ein Kasino schlendern möchten, werden Sie sich im Caesars Palace oder im Paris sicher nicht langweilen.
Prostitution
Auch wenn Las Vegas ein ganz anderer Ruf vorauseilt: Prostitution ist hier verboten. Natürlich heißt das keineswegs, dass es keine Prostituierten gibt. Im Gegenteil: Sie können kaum den Strip rauf und runter gehen, ohne dass Ihnen nicht mehrmals eine Gruppe (meist illegal eingewanderter) Latinos Visitenkarten mit nackten Mädchen und ihren Telefonnummern in die Hand drückt. Zwar sollen die Karten den Eindruck einer ganz persönlichen Kontaktaufnahme machen, doch handelt es sich vielmehr um organisierte Zuhälterei.
Andere Prostituierte halten sich mehr oder weniger geduldet in Bars und Clubs der Kasinos auf. Vorbei sind jedoch die Zeiten, wo der Portier alles vermittelte (Damen und Drogen) und dafür Prozente kassierte. Zusammen mit einem gut geschmierten Hotelwachmann sorgte er auch dafür, dass weiblicher Konkurrenz umgehend die Tür gewiesen wurde.
Mitte der 1980er-Jahre hoben Polizei und Staatsanwaltschaft dieses Kuppelsystem aus den Angeln. Seither herrschen die Regeln des freien (verdeckten) Marktes. Bordelle aus dem Umkreis versuchen die Marktlücke zu füllen und schicken Limousinen in die Stadt, um ihre Kundschaft abzuholen. Denn außerhalb von Clark County ist Prostitution nicht verboten.
Ab und zu gibt es Vorstöße, die Prostitution in Las Vegas zu legalisieren und einen Rotlichtbezirk Downtown einzurichten, um so besser zu kontrollieren, was sowieso nicht zu verhindern ist. Doch viele Kasinobetreiber, unter ihnen Steve Wynn, sprechen sich entschieden dagegen aus.