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Stadtgeschichte

Las Vegas liegt mitten in der Wüste
Las Vegas liegt mitten in der Wüste
© Cornerstone / pixelio.de
Ursprung der Metropole
Alles hat ganz klein angefangen, nämlich 1855 mit einer Gruppe von mormonischen Missionaren, die sich hier ein Fort erbauten, um den Paiute-Indianern ihre Religion und ihre landwirtschaftlichen Techniken nahe zu bringen. Schon zwei Jahre später scheiterte das Projekt, doch ein Teil des Forts ist noch heute an der Ecke Washington Avenue/Las Vegas Boulevard zu besichtigen.
1905 wird das eigentliche Las Vegas (spanisch: "die Auen") gegründet, aufgrund seiner Wasserressourcen mitten in der Wüste eine ideale Raststätte an der Eisenbahnlinie, die Südkalifornien mit Utah verbindet. Es ist von vornherein Anziehungspunkt für viele Arbeiter, die ihr Glück in den Blei- und Silberminen suchen, und vor allem für Tausende, die am 60 km entfernten Hoover Dam ackern. Die meist als Single angereisten Männer suchen Ablenkung. Es wird kein Zufall gewesen sein, dass man - nach mehrmaligem Hin und Her - das Glücksspiel in Nevada 1931 legalisiert hat.
Steiler Aufstieg
Während ganz Amerika mit der großen wirtschaftlichen Depression kämpft, erlebt Las Vegas (mit gut 5000 Einwohnern im Jahr 1931, 8500 im Jahr 1940) seinen ersten Boom. Der Zweite Weltkrieg bringt mit der Rüstungsindustrie, die hier genügend Platz, Wasser und billige Energie vorfindet, neue Einwohner und Einnahmequellen, aber auch Gefahren: zehn Jahre lang überirdische Atomtests nur knapp 120 km von der Stadt entfernt. Doch Kasinobetreiber und -kunden lassen sich davon kaum beeindrucken.
Eines der ersten Hotels: das Flamingo
Eines der ersten Hotels: das Flamingo
© LVC&VA
Edelcasinos und Glamour
Der berühmt-berüchtigte Benjamin ("Bugsy") Siegel eröffnet 1946 mit Stargast Frank Sinatra das Flamingo, das erste pompöse Edelkasino auf dem Strip, damals noch Highway 91 und Hauptverkehrsader nach Los Angeles. Es erweist sich zunächst als totale Pleite und muss nach nur sechs Wochen wieder schließen, ohne dass Siegel das von seinen Kumpanen geliehene Geld zurückzahlen kann. Kurz nach der Wiedereröffnung des Flamingo wird "Bugsy" von einem Killer erledigt.
Mitte der 1950er-Jahre beginnt die Zeit des glamourösen Entertainments, für das Las Vegas so bekannt ist, die Zeit mit Elvis Presley und Liberace (dem in Amerika berühmten, in Deutschland kaum bekannten Klaviervirtuosen), die Zeit des Rat Packs mit Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr.
The Venetian
The Venetian
© Cornerstone / pixelio.de
The Rat Pack - Weiber, Suff und Dollars
Sie waren Männer in ihren 30er- und 40er-Jahren und benahmen sich wie wild gewordene Teenager, machten die Nächte durch mit Alkohol und immer anderen Frauen. Doch stets sahen die Jungs - Frank Sinatra, Sammy Davis Jr., Dean Martin, Peter Lawford und Joey Bishop - dabei aus wie aus dem Ei gepellt: gestärkte weiße Kragen, maßgeschneiderte Anzüge, feinstes Eau de Cologne und nicht zu vergessen: die Hüte. Ihr Stammkasino war das Sands, das inzwischen abgerissen wurde und dem Venetian weichen musste. Im Sands begeisterte das Rat Pack ab 1959 allabendlich das Publikum - bis 1967 ein gewaltsamer Streit zwischen Sinatra und dem Kasinoboss die Ära beendete.
Die unterhaltsamen Musiker waren John F. Kennedy eng verbunden und tauften als Anerkennung des Kennedy-Chruschow-Gipfels ihre Auftritte im Sands Rat Pack Summits. In einer Zeit der sozialen Erstarrung und des politischen Konservativismus brachten sie Leben in die Bude und wurden so zur Legende.
Auch die Mafia war schon in Las Vegas
Auch die Mafia war schon in Las Vegas
© Dot Com / aboutpixel.de
Glücksspielkommission und Mafia
Wie könnte der Mob (die amerikanische Mafia) dieses lukrative Städtchen einfach links liegen lassen? Um die Kasinoprofite entbrennt ein Bandenkrieg zwischen den Nachfolgern von Al Capone und Lucky Luciano, den Mafiaclans aus Chicago und New York.
Eine Kommission kontrolliert jetzt das Glücksspiel und vergibt Lizenzen. Der Staat sagt dem organisierten Verbrechen den Kampf an. Jahrzehntelang ermittelt das FBI gegen die Verbrechersyndikate.
In den 70ern fliegen mehrere Hintermänner auf, die verdeckt Zinsen aus Kasinoeinnahmen kassierten. Einige Politiker geraten in Verdacht, mit dem Mob gemeinsame Sache gemacht zu haben. Und noch in den 80ern gehen eine Reihe von Morden in der Gegend eindeutig auf das Konto der Mafia. Ein lokaler Reporter, sehr engagiert an dieser Front, erklärt Las Vegas 1987 zum ersten Mal für mafiafrei. 1988 verschwindet ebendieser Reporter spurlos von der Bildfläche.
Investoren und Spekulanten
Howard Hughes, einer der ersten großen nichtmafiosen Geschäftsmänner, ebnete mit den Weg, dass auch Aktiengesellschaften Kasinos betreiben dürfen, ohne dass jeder Aktionär eine Lizenz vorweisen muss. Er galt als ein eigenwilliger, exzentrischer Typ mit tausend Krankheiten, der sich mit seinem Gefolge in den Luxussuiten des alten Desert Inn einquartierte und dieses kurzerhand aufkaufte, als der Besitzer ihn als Gast loswerden wollte. 1970 verließ er die Stadt, wie er gekommen war: auf einer Krankenbahre.
Kirk Kerkorian, der Sohn armenischer Einwanderer - heute einer der reichsten Männer Amerikas -, absolvierte eine unglaubliche Tellerwäscherkarriere: Nach der achten Klasse verließ er die Schule, übernahm Gelegenheitsjobs, lernte fliegen, meisterte gefährlichste Flüge für die britische Royal Airforce und machte sich in Las Vegas ab 1945 einen Namen als "high roller" (Spieler mit hohen Einsätzen). Offensichtlich nicht vom Pech verfolgt, blieb ihm genug Kapital, um mehrere Hotels in Las Vegas zu bauen, darunter das alte MGM und das neue MGM Grand.
Golden Nugget Hotel
Golden Nugget Hotel
© LVC&VA
Steve Wynn, der frühere Besitzer des Golden Nugget, ließ auf dem Strip The Mirage, Treasure Island und das Bellagio errichten. Ein neues gigantisches Luxuskasino entsteht auf dem Gelände des alten Desert Inn. Er selbst kam niemals mit dem Gesetz in Konflikt, aber mehrere seiner ursprünglichen Mitarbeiter hatten Verbindungen zur amerikanischen Mafia, und seine Methoden waren nicht unbedingt die feinsten. So zwang er in den 1970ern den Besitzer des Caesars Palace, einen kleinen Streifen Land für $ 2,25 Millionen zu kaufen, indem er drohte, hier das schmalste Kasino der Welt zu errichten - und das hätte Caesars Palace vom Strip abgeschnitten. Stets risikobereit, baute er auch das luxuriöse The Mirage - in der Hoffnung, dass die zusätzlichen 3000 Zimmer, die es bietet, tatsächlich in Anspruch genommen werden. Immerhin muss das Hotel pro Tag $ 1 Millionen erwirtschaften, um seine Schulden zu bezahlen.
Schwarzes Vegas
Zwar gehörten Musiker wie Louis Armstrong, Nat King Cole und Sammy Davis Jr. in den 1940er- und 50er-Jahren zu den beliebtesten Unterhaltungsstars in Las Vegas, doch mussten sie Konzerthallen durch die Hintertür betreten - weil sie schwarz waren. Sie bekamen Pappbecher statt richtiger Gläser und durften sich in den Kasinos und Restaurants nicht frei bewegen oder gar in den Hotels auf dem Strip übernachten.
1955 eröffnete das Moulin Rouge, das erste vorwiegend schwarze Hotelkasino. Es war sofort ein voller Erfolg, seine nächtlichen Shows waren bestens besucht. Und trotzdem stellte es nach nur fünf Monaten den Betrieb ein. Warum, ist bis heute nicht geklärt. Vermutet wird, dass Kasinobetreiber vom Strip und Downtown mit Druck und Verlockungen nachgeholfen haben.
1960 wurde das Moulin Rouge zum historischen Ort eines Treffens, auf dem die meisten Hoteleigentümer der Stadt zusagten, die Rassentrennung in Zukunft aufzugeben. Bürgerrechtler bliesen daraufhin einen geplanten Marsch gegen Rassismus in Las Vegas ab. Heute ist das Moulin Rouge ein historisches Denkmal (900 W. Bonanza Rd.).
Glücksspiele gehören zu Vegas dazu
Glücksspiele gehören zu Vegas dazu
© LVC&VA
Das alte und das neue Vegas
Downtown, in der Fremont Street, können Sie noch erahnen, wie das alte Vegas einmal war, als das uneingeschränkte Hauptvergnügen im verruchten Glücksspiel bestand, dabei trinken und rauchen, hinterher bezahlter Besuch bei einer Dame.
Heute hat Las Vegas seine Unterhaltungspalette erweitert. Zwar kommen noch immer die meisten zum Spielen, wird hier weit mehr getrunken und gepafft, gibt es mehr und offenere (obwohl verbotene) Prostitution als in anderen amerikanischen Städten. Doch selbst Urlauber, die all diesen Lastern nicht frönen, kommen auf ihre Kosten.
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Wunderland, Vergnügungspark, Pokerparadies. Aufregende Casino-Hotels, ein Spaziergang auf dem Strip und Ausflüge zum Grand Canyon.
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