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Ausflüge

Sintra

Das pittoreske Städtchen liegt 20 km westlich von Lissabon malerisch am Fuße des Sintra-Gebirges. In der Umgebung locken prächtige Königspaläste und Herrenhäuser, Parks und Gärten laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Die Zugfahrt vom Bahnhof Rossio dauert etwa 45 Minuten. In die Umgebung fahren Busse vom Bahnhof (ein Tagespass kostet 8 Euro). Wenn Sie mit dem Mietwagen unterwegs sind, lohnt ein Abstecher nach Queluz.
Palacio Nacional de Sintra
Palacio Nacional de Sintra
© Turismo de Lisboa / www.visitlisboa.com
Seit die Unesco Sintra 1995 in die Welterbeliste aufnahm, geht es touristisch hoch her in dem 24 000 Einwohner zählenden Städtchen. Wahrzeichen ist der Palacio Nacional de Sintra (Donnerstag-Dienstag von 10-17 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 4 Euro) mit seinen auffälligen hohen Kegelkaminen. Der Palast aus dem 16. Jahrhundert wurde über Generationen von den Royals als Sommerresidenz genutzt. Zeugen dieser ausschweifenden Zeiten sind einzigartige Kachelwände ("azulejos") mit Jagd-, Ausflugs- und Picknickszenen.
Hoch über Sintra thront der Palacio Nacional da Pena (Dienstag-So 10-17 Uhr, Eintritt 6 Euro). Das Märchenschloss à la Neuschwanstein ließ der deutsche Künstler-König D. Fernando II, Prinz von Sachsen-Coburg-Gotha und zweiter Ehemann von Königin D. Maria II, Anfang des 19. Jahrhundert bauen. D. Fernando hatte sich in das Örtchen Sintra mit seinem angenehmen Klima verliebt und 1838 die Ruinen des Pena-Klosters gekauft. Er ließ exotische Pflanzen importieren und legte den malerischen Park um das Schloss an.
Castelo dos Mouros
Castelo dos Mouros
© Mariocopa / pixelio.de
Vom Cruz Alta (Hohes Kreuz), dem höchsten Punkt des Sintra-Gebirges (529 m), bietet sich ein einzigartiger Panoramablick. Das Schloss selbst ist ein wild-romantischer Mix aus Gotik, Barock, Manuelinik, Renaissance und Maurenarchitektur. Sie können es per Taxi, Pferdekutsche (für 4 Personen 60 Euro) oder Bus 434 erreichen. Wer Zeit hat, sollte sich den Aufstieg zu Fuß nicht entgehen lassen! Die Wanderung dauert eine knappe Stunde und führt durch eine märchenhafte Waldlandschaft. Der Fußweg beginnt etwas versteckt am oberen Ortsrand bei der Kirche Santa Maria. Schon in Sichtweite des Palastes erreichen Sie das Castelo dos Mouros, ein Maurenschloss aus dem 8./9. Jahrhundert, das D. Fernando restaurieren und dem Stil seiner Epoche anpassen ließ (täglich von 9-19 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 3,50 Euro).
Etwa 8 km entfernt (Straße 247-3) liegt inmitten wild wuchernder Vegetation das putzige Kloster Convento dos Capuchos (gegründet 1560), das acht Franziskanermönchen ein äußerst spartanisches Obdach bot (täglich von 10-19 Uhr geöffnet, mit Führung, der Eintritt kostet 3,50 Euro).
Am Ortsausgang von Sintra lohnt ein Besuch der Quinta da Regaleira: ein architektonisches Wunderwerk aus Gotik, manuelinischem Stil und Renaissance. Geheimnisvolle Höhlen, unterirdische Labyrinthe und spiralförmige Treppen gelten als Zeichen einer Verbindung zu Tempelrittern und Freimaurern (täglich von 10-20 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 5 Euro, eine Führung mit Voranmeldung 10 Euro, Tel. 219 10 66 50).
Gebäude des Palacio de Monserrate
Gebäude des Palacio de Monserrate
© Lusitana / Creative Commons
Weiter stadtauswärts kommt man nach 4 km zur Quinta de Monserrate. Der orientalisch anmutende Palast mit seinem wild-romantischen Park wurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts von dem exzentrischen Dichter William Beckford angelegt und von Lord Byron besungen. Jahrzehntelang verfiel das Innere des Palastes. Jetzt kann das aufwändig restaurierte, exquisite Interieur wieder besichtigt werden (der Park ist von Mai-Oktober täglich von 9-20 Uhr, von November-April von 9-19 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 3,50 Euro, der Palast nur mit Führung und Voranmeldung zu besichtigen, täglich um 10 und 15 Uhr, Tel. 219 23 73 00, extra 3,50 Euro).
Liebhabern zeitgenössischer Kunst empfiehlt sich ein Besuch im Museum für Moderne Kunst (Museu de Arte Moderna), das nahe dem Bahnhof im neuen Teil von Sintra liegt. Zu sehen gibt es Werke von Francis Bacon bis Andy Warhol (Dienstag-Sonntag von 10-18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 3 Euro). Hier ist auch die Haltestelle der wieder aktivierten historischen Trambahnlinie, die bis zum kleinen Badeort Praia das Macas (Apfelstrand) am Atlantik fährt. Der lohneswerte nostalgische Trip durch die Region dauert etwa 45 Minuten (1. Juli -11. September, Freitag-Sonntag stündlich ab 9.25 bis 18.25 Uhr geöffnet, 2 Euro).
Der Leuchtturm Cabo da Roca
Der Leuchtturm Cabo da Roca
© Mariocopa / pixelio.de
Von Sintra sind es auf der EN 247 knapp 15 km bis zum Felsenkap Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Kontinents. Hoch über dem Atlantik erhebt sich ein alter Leuchtturm. Die Sonnenuntergänge sind hier spektakulär. Die zur Terrassenbar umfunktionierte Windmühle Moinho D. Quixote in Azoia, kurz vor Cabo da Roca, lädt zu einer formidablen Rast ein. Auskunft: Turismo Sintra, Tel. 219 23 11 57, www.cm-sintra.pt
Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, kann auf dem Rückweg noch einen Abstecher zum Palácio Nacional in Queluz machen. Das rosafarbene Rokokoschlösschen mit dem Garten im Versailles-Stil liegt direkt auf dem Weg (Montag und Mittwoch-Samstag von 10-17 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 4 Euro). Der 1747 erbaute Palast ist das reizvollste der wenigen Rokokoschlösser des Landes. Reich verziert mit azulejos ist der kleine Wasserkanal.

Estoril und Cascais

25 km westlich von Lissabon an der Atlantikküste liegen die benachbarten Badeorte Estoril und Cascais, einst Seebäder der Könige und des Adels. Die Zugfahrt vom Bahnhof Cais do Sodré dauert etwa eine halbe Stunde. Planen Sie einen Tag für den gemütlichen Ausflug ein. Nicht vergessen: Badesachen.
La Boca do Inferno bei Cascais
La Boca do Inferno bei Cascais
© Georges Jansoone / Wikimedia Commons
Estoril ist nicht nur durch das größte Spielkasino Europas bekannt. Während des Zweiten Weltkriegs war der Ort ein regelrechtes Agentennest, auch gewährte Estoril vielen Prominenten und gekrönten Häuptern Asyl. Darüber informiert eine Ausstellung im Espaco Memoria dos Exilios im 1. Stock des Postamtes (Montag-Freitag von 10-13 Uhr und von 14-18 Uhr, Samstag von 10-13 Uhr geöffnet). Von Estoril bietet sich ein herrlicher Spaziergang auf der Strandpromenade bis nach Cascais an. Cascais konnte den Charme seines alten Ortskerns erhalten. In der lebhaften Altstadt gibt es viele Bars, Restaurants und elegante Boutiquen. Das Rathaus (Camara Municipal) besticht durch seine schöne azulejo-Fassade.
Auf dem südlichen Steilufer ragt die wuchtige Zitadelle hervor. In der Nähe liegt der Stadtpark Parque Municipal da Gandarinha, mit Teichen und Gewächshäusern, Spielplätzen und Minizoo. Durch den Park gelangt man zum Meeresmuseum Museu do Mar, das an die lange Fischfangtradition der Region erinnert (Montag-Samstag von 10-13 Uhr und von 14-17 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 1,65 Euro). An der Küstenseite des Parks liegt der Palast der Condes de Castro Guimarães, der vor allem wegen seines antiken Interieurs einen Besuch wert ist (Dienstag-Sonntag von 10-13 Uhr und von 14-17 Uhr geöffnet, stündliche Führungen, Eintritt: 1,65 Euro). Die Casa de Sta. Maria (Dienstag-Sonntag von 10-13 Uhr und von 14-17 Uhr geöffnet), gleich gegenüber, ist ein kleines Schmuckstück. Die Villa wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom Architekten Raul Lino entworfen, dessen Sommerchalets in der Gegend heute heiß begehrt sind.
Surfer am Praia do Guincho
Surfer am Praia do Guincho
© Turismo de Lisboa / www.visitlisboa.com
Entlang der Uferstraße gelangen Sie nach einem Kilometer zur Boca do Inferno (Höllenschlund). Wenn das Meer an windigen Tagen im 20 Meter tiefen Felsenkessel brodelt, bietet sich ein Naturschauspiel. Vom Stadtzentrum fahren im Sommer Minizüge hierher (kostenloser Service). Fünf km nördlich liegt einer der schönsten Strände Portugals. Der Praia do Guincho ist bei Windsurfern auf der ganzen Welt angesehen. Ein beliebter Treffpunkt ist die Bar do Guincho, die oberhalb einer kleinen Nebenbucht liegt (täglich bis spätnachts geöffnet). Von Cascais aus führt ein schöner Radweg entlang der Küste bis nach Guincho. Gegen Hinterlegung des Ausweises können Sie umsonst ein Fahrrad leihen. Es gibt vier Stationen ("bicas"), z. B. am Bahnhof und an der Marina (täglich von 8-18.30 Uhr). Achtung: Im Sommer sollten Sie vor 11 Uhr kommen! Infos: www.estorilcoast.com

Blaue Küste

Die Halbinsel zwischen Tejo-Delta und der Hafenstadt Setubal, rund 50 km südlich von Lissabon, bietet eine Menge: mittelalterliche Burgen und Schlösser, belebte Fischereihäfen und alte Weingüter, Steilküsten und weiße Sandstrände. Ein Rundtrip mit dem Auto (120 km) führt durch die Naturschönheiten der Region. Badesachen einpacken! 
 
Etwa 30 km südlich von Lissabon liegt die alte Weinregion Azeitão (Ponte 25 de Abril, A 2 bis Ausfahrt Azeitão, dann N 10) mit den beschaulichen Ortschaften Vila Nogueira und Vila Fresca. Inmitten von Pinienwäldern, Olivenhainen und Weingärten liegen schöne alte Weingüter und herrschaftliche Landsitze. Wer in Lissabon etwas auf sich hält - und es sich leisten kann -, besitzt in der Umgebung eine Wochenend-Quinta. Begünstigt vom milden Klima und der windgeschützten Lage an den Nordwestausläufern der Serra da Arrábida, reifen hier vor allem die Trauben für den schweren Muscatela de Setúbal. Mit zu den ältesten Winzereien Portugals zählt die Kellerei José Maria de Fonseca im Zentrum von Vila Nogueira de Azeitão. Auf einem kostenlosen Rundgang können Sie alles über die Verarbeitung der Trauben und die Geschichte des Hauses erfahren, Weinprobe inklusive (Montag-Samstag von 9.30-13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr).
Quinta da Bacalhoa in Vila Fresca
Quinta da Bacalhôa in Vila Fresca
© Turismo de Lisboa / www.visitlisboa.com
Richtung Vila Fresca liegt die Quinta das Torres, ein schönes Landgut aus dem 16. Jahrhundert. Die Besitzer haben Teile des Anwesens in ein charmantes Landhotel umgewandelt (10 Zimmer, 2 Suiten, Tel. 212 18 00 01, Fax 212 19 06 07, €€). Einer der edelsten Landsitze Portugals ist die Quinta da Bacalhôa in Vila Fresca. Das Weingut aus dem 15. Jahrhundert mit seinen wertvollen azulejos und dem gepflegten Garten kann nach telefonischer Voranmeldung besucht werden (Tel. 212 19 80 60, www.bacalhoa.com). In der kleinen azulejo-Manufaktur S. Simão Arte in Vila Fresca können Sie den Künstlern bei ihrer traditionellen Handarbeit über die Schulter gucken (R. Almirante Reis, 86, Tel. 212 18 31 35). Unbedingt probieren sollten Sie den Schafskäse "queijo de Azeitão", eine köstliche, nicht ganz billige regionale Spezialität, die hier in fast allen Läden und Kneipen angeboten wird.
Durch Olivenhaine und Palmen bestandene Täler geht es von Azeitão aus weiter zur Serra da Arrábida, die Teil eines ausgedehnten Naturschutzreservats ist (N 10 bis Aldeia Grande, dann Richtung Arrábida). Hier trifft mediterranes Flair auf die raue Atlantikküste. Die Bergstraße N 379-1 schlängelt sich in luftiger Höhe 35 km entlang des Gebirgskammes. Immer wieder bieten sich hier spektakuläre Ausblicke auf die umliegende Küstenlandschaft. Einen Abstecher ist der winzige Hafen Portinho da Arrábida wert. Die Gebirgsausläufer enden im Westen auf dem Hochplateau des Felsenkaps Cabo Espichel. Südlich erhebt sich das maurische Kastell über dem Städtchen Sesimbra. Im Sommer treibt es die Hauptstädter scharenweise an die Strände dieses ehemaligen Fischerdorfes. Das Kap dagegen ist meist menschenleer, ein windgebürsteter Ort mit karger Vegetation. 150 Meter stürzt die Felswand in den tosenden Atlantik. 1410 soll die Mutter Gottes hier erschienen sein, seitdem kommen Pilger. Die Kirche Nossa Senhora do Cabo aus dem 17. Jahrhundert ist ein barockes Schmuckstück.
Nördlich vom Kap erstreckt sich tief unten die weite Sandbucht von Meco. Am naturbelassenen Strand fühlen sich auch FKKler wohl (bei Azoia 561 Richtung Aldeia do Meco, weiter zu den "praias"). Am späten Nachmittag holen die Fischer hier ihre Netze ein. Die Bar do Peixe direkt am Strand ist der perfekte Platz, um sich bei fangfrischem Fisch und einem Glas Wein auf den Sonnenuntergang einzustimmen. Von hier aus sind Sie in einer guten halben Stunde zurück in Lissabon (über die N 377-N 378 zur A 2). Infos zur Region: www.azeitao.net und www.costa-azul.rts.pt
 
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