Die Festung des heiligen Georg ist die Wiege Lissabons. Unübersehbar thront sie hoch über den Dächern der Stadt. Wer den Burgberg erklimmt, wird durch ein einmaliges Rundumpanorama belohnt. Auf Steinbänken kann man sich unter Schatten spendenden Bäumen vom Aufstieg erholen. Die mittelalterliche Zitadelle war Stützpunkt vieler Herrscher des Landes, denn vom schwer einzunehmenden Burgberg hatte man das weite Tejo-Delta und die gesamte Stadt im Blick. Im 5. Jahrhundert ließen sich Westgoten hier nieder, später nahmen Mauren (8.-12. Jahrhundert) die Festung ein und bauten sie aus. Im Jahr 1147 gelang es König Dom Afonso Henriques und seinem Gefolge, die Burg zurückzuerobern. Das Kastell wurde königliche Residenz und im Verlauf der Jahrhunderte stetig um- und ausgebaut. Anfang des 16. Jahrhunderts zogen die portugiesischen Royals (König Manuel I.) hier aus, die Burg wurde dem Verfall überlassen. Anlässlich der 800 Jahre zurückliegenden Reconquista, Rückeroberung rekonstruierte man 1938 die Festungsanlage mit den Wehrtürmen. Trotz Abweichungen vom Original ist das Ergebnis sehenswert.
Sehr interessant ist die halbstündige Multimediashow zur Geschichte Lissabons, die in der Burg (via Kopfhörer auch auf Deutsch) präsentiert wird. Auf dem Ulisses-Turm projiziert in der Câmara Escura, Dunkelkammer, ein Periskop ein Rundumpanorama von Lissabon auf eine Steinschüssel. Das Burggelände ist täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet und der Eintritt hierzu kostet 3 Euro inklusive Multimediashow. Die Câmara Escura ist vom 15. März bis 15. September von Mittwoch bis Montag von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet.
Nahverkehr:
Eléctrico 12, 28 bis Miradouro de Santa Luzia, Bus 37 bis Castelo
König João VI. gab den Palastbau 1802 in Auftrag, doch erst 1862 bezog König Luís I. mit seiner Frau D. Maria Pia die königliche Residenz, die nie ganz fertiggestellt wurde. Die junge Königin war verantwortlich für die Gestaltung der Gemächer. Der Palast ist üppig ausgestattet mit Antiquitäten, wertvollen Kunstwerken und Pretiosen. Im rosafarbenen Sachsensaal sind selbst die Stühle und Tische aus Meissner Porzellan gefertigt. Viele der Kostbarkeiten im Palast waren Geschenke an das Königshaus, das seinerzeit nicht sehr liquide war. Einige Räume werden heute noch für Staatsempfänge genutzt. Der Palast kann von Donnerstag bis Dienstag von 10 bis 17 Uhr besucht werden. Der Eintritt kostet 4 Euro.
Straße:
Palácio Nacional da Ajuda
Nahverkehr:
Eléctrico 18 bis Calçada Ajuda (Palácio)
Karte:
Palácio dos Marqueses da Fronteira
Besonders schön an dem herrschaftlichen Palast im Stadtteil Benfica ist die romantische Gartenanlage. Der erste Marquês de Fronteira ließ das Palais im 17. Jahrhundert zunächst als Jagdpavillon errichten. Besonders beeindruckend sind die Azulejos, die den Palast innen und außen schmücken. Götter, Planeten, Sternzeichen, Vögel, Katzen und Affen verzieren Bänke und Fassaden auf der Veranda. Der Eingang der kleinen Hauskapelle ist phantasievoll mit Muscheln, Porzellanscherben und Glasstücken ausgekleidet. Die prachtvoll geflieste Galerie der Könige dominiert den unteren Teil des Gartens. Tiefblau leuchten die Azulejos in der Sonne und spiegeln sich im Teich davor wider. Hier sind die Büsten aller portugiesischen Monarchen aufgestellt, mit Ausnahme der spanischen "Besatzer-Könige". Den Palast kann man
nur mit Führung besuchen. Von Juni bis September von Montag bis Samstag finden die Führungen um 10.30, 11, 11.30 und 12 Uhr statt. Von Oktober bis Mai finden sie von Montag bis Samstag um 11 und 12 Uhr. Der Eintritt für den Palast und Garten beträgt 7,50 Euro und für den Garten 3 Euro.