Städtereisen, Kurzurlaub, Online Reiseführer

Städtereisen Reiseführer Kurzurlaub

|   Home   |  Billigflieger   |  Reiseangebote   |  Ratgeber   |  Magazin   |  Newsletter   |  RSS Feed

Stadtspaziergänge

Ein Tag im Lissabon von gestern

Belem ist ein freundlicher Stadtteil am Ufer des Tejo mit gepflegten Parks und Gärten. Hier liegen die architektonischen Meisterwerke und großen Museen des Landes eng beieinander. Früher war Belém ein verschlafenes Fischerdorf vor den Toren der Hauptstadt. Der Aufbruch und die erfolgreiche Heimkehr der portugiesischen Entdecker vor über 500 Jahren katapultierte den Ort plötzlich ins Rampenlicht der Weltgeschichte. Nirgendwo sonst sind Sie den Traditionen Portugals so nah wie hier. Planen Sie mindestens einen Tag ein. Achtung: Montags sind fast alle Sehenswürdigkeiten geschlossen.
Palacio de Belem
Am besten nehmen Sie die Eléctrico 15 ab Praca do Comercio bis zur Haltestelle Belem. Vor Ihnen liegt das Kutschenmuseum. Die Sammlung von prachtvollen Prunkkarossen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert ist weltweit einmalig und sehr sehenswert. Der rosafarbene Palacio de Belem nebenan ist Sitz des portugiesischen Präsidenten. Ist die Fahne gehisst, dann ist der Präsident anwesend. Links daneben wurde das Museu da Presidencia da Republica eingerichtet (Dienstag-Sonntag von 10-18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 2,50 Euro, mit Palast 5 Euro, www.museu.presidencia.pt). Es informiert über die politische Geschichte Portugals nach dem Sturz der Monarchie 1910. Immer samstags gibt es Führungen durch den feudalen Palast und seinen Garten. Jeden dritten Sonntag im Monat ab 11 Uhr wird hier mit Pomp und Musik die Wachablösung zelebriert.
Gehen Sie die Rua de Belem weiter stadtauswärts, liegt rechts im Haus Nummer 86 die Unica Fabrica dos Pasteis de Belem. In der Traditionskonditorei gehen die berühmten pasteis de nata im Sekundentakt über den Tresen. Einige Meter weiter zweigt rechts die Gasse des versalzenen Bodens (Beco do Chao Salgado) ab. Hinter der Häuserzeile ragen die Palmen des Jardim-Museu/Agrícola tropical in die Höhe. Eine gepflegte, grüne Oase mit Fischteichen und exotischen Pflanzen, in der sich Papageien, Pfauen und Schildkröten wohl fühlen (10-17 Uhr, täglich außer feiertags geöffnet, der Eintritt kostet 1,50 Euro).
 
Kreuzgang des Hieronymusklosters
Kreuzgang des Hieronymusklosters
© Turismo de Lisboa / www.visitlisboa.com
Von hier sind es nur noch wenige Meter bis zur Praça do Imperio. Vor Ihnen liegt die imposante Anlage des Hieronymusklosters, nicht nur architektonisches Meisterwerk, sondern wichtiger Teil der portugiesischen Kultur und Identität. Wenn Sie nur für eine Sehenswürdigkeit in Lissabon Zeit hätten, dann sollte es der herrliche Kreuzgang des Mosteiro dos Jerónimos sein. Davor, inmitten von millimetergenau gestutzten Hecken, Steinbänken und Statuen, die Fonte Luminosa, ein Zierbrunnen mit Wasserspielen, die nachts bunt beleuchtet werden. Der Westflügel des Hieronymusklosters beherbergt das Museu Nacional de Arqueologia. Daneben das großartige Museu de Marinha, mit einer beeindruckenden Sammlung von Schiffen und Schiffsmodellen.
Centro Cultural de Belem
Centro Cultural de Belem
© Osvaldo Gago / www.fotografar.net
An der Westseite des Platzes erstreckt sich das klobige Kulturzentrum Centro Cultural de Belem, das 1992 fertiggestellt wurde. So sehr der Bau anfangs umstritten war, findet der Kulturtempel mittlerweile, dank seines exzellenten Angebotes, breite Akzeptanz bei den Lisboetas. Am Tejo-Ufer liegt das wuchtige Entdeckerdenkmal (Padrao dos Descobrimentos). Dorthin gelangt man durch eine Unterführung, deren Eingang etwas versteckt auf dem Mittelstreifen der Straße liegt. Nicht entgehen lassen sollten Sie sich den Blick auf das kunstvolle Marmormosaik von der Aussichtsterrasse oben auf dem Denkmal. Im Westen erhebt sich am Flussufer Lissabons manuelinisch-verspieltes Wahrzeichen, der Torre de Belem. Sie müssen um den Jachthafen herumgehen, um dorthin zu gelangen. Die Fußgängerbrücke über die Bahnlinie führt zum Largo da Princesa, von hier können Sie die Electrico 15 zurück in die Stadt nehmen.

Portugals Schritt ins dritte Jahrtausend

Das ehemalige Expogelände, heute Parque das Nacoes (Park der Nationen), ist ein abwechslungsreicher Stadtteil mit moderner Architektur und viel Grün. Besonders am Wochenende bevölkern die Lissabonner mit Kind und Kegel Flusspromenade und Grünanlagen. Architektonische Errungenschaften wie der Hightechbahnhof Oriente, die Brücke Vasco da Gama und das Ozeanarium locken internationale Besucher. Planen Sie einen Tag ein. Die Cartao do Parque kostet 16,50 Euro. Sie gilt für alle Hauptattraktionen und bietet Preisnachlässe für die Restaurants. www.parquedasnacoes.pt
Bahnhof Oriente
Bahnhof Oriente
© Domaris / pixelio.de
Beginnen Sie den Spaziergang an der Endstation der roten Metrolinie, dem Bahnhof Oriente. Die filigrane Stahlbetonkonstruktion des spanischen Architekten Santiago Calatrava, die den modernen Verkehrsknotenpunkt für U-Bahn, Zug und Bus überspannt, ist zum Symbol des Stadtteils geworden, in dem heute 20 000 Menschen leben und arbeiten. Vom U-Bahnhof geht es durch das Shoppingcenter Vasco da Gama direkt auf das Gelände. An dem kleinen Info-Kiosk bekommen Sie Auskünfte und Karten, dahinter können Sie Fahrräder und Gokarts ausleihen - auch eine angenehme Art, um das Gelände und den weitläufigen grünen Parque do Tejo im Norden zu erkunden.
Hai im Oceanário
Hai im Oceanário
© Herr Andrack / pixelio.de
Publikumshit ist das Oceanario, das größte Seewasseraquarium Europas (von April-Oktober täglich von 10-19 Uhr geöffnet, von November-März von 10-18 Uhr, Eintritt 10 Euro, www.oceanario.pt). Ein kurzer Spaziergang führt dorthin - unter dem gewaltigen Betonsegel hindurch, das Stararchitekt Álvaro Siza Vieira zwischen den portugiesischen Ausstellungspavillon gespannt hat. Rund 25 000 Meerestiere aus allen Ozeanen sind im Aquarium heimisch geworden. Zum Greifen nahe ziehen hinter gewölbten Scheiben Sardinenschwärme, Haie und Rochen vorbei. Rund um den Haupttank sind die Küstenregionen verschiedener Klimazonen inszeniert. In der Antarktis tummeln sich Seevögel und Pinguine auf Eisschollen, im Indischen Ozean jagen Tropenfische durch ein Korallenriff, und im Pazifik ist ein Seeotterpärchen zu Hause.
Für Neugierige und technikbegeisterte Kids ist das nahe gelegene Wissenschaftszentrum Pavilhao do Conhecimento das Richtige: interaktive Experimente, kindgerecht und allgemeinverständlich konzipiert (Dienstag-Freitag von 10-18 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 11-19 Uhr, der Eintritt kostet 6 Euro, www.pavconhecimento.pt). Im Cybercafé ist der Internetzugang gratis.
Mit der Seilbahn über Lissabon schweben
Mit der Seilbahn über Lissabon schweben
© Dennis Teglas / aboutpixel.de
In der Nähe des Oceanario liegt die Seilbahnstation teleferico (von Oktober bis Mai Montag-Freitag von 11-19 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 10-20 Uhr, von Juni-September Montag-Freitag von 10-20 Uhr, Samstag und Sonntag von 10-21 Uhr, der Eintritt kostet 3,50 Euro). In luftiger Höhe schwebend, können Sie über das weite Flussdelta bis zur 17 km langen Ponte Vasco da Gama schauen. Am frühen Abend spiegeln sich die Sonnenstrahlen wie lange Halme auf dem Wasser, deshalb nennen die Lissabonner diesen Teil des Flusses Strohmeer (mar da palha).
Auf dem Weg zurück lohnt ein Bummel durch die exotischen Gärten Garcia de Orta. Die Pflanzen kommen aus den ehemaligen Kolonien. Entlang des Parks liegen viele Restaurants und Bars. Am Wochenende geht es hier abends rund, besonders wild wird in der Havana-Bar (Rua da Pimenta, 115) gefeiert.
Dächermeer der Alfama
Dächermeer der Alfama
© Turismo de Lisboa / www.visitlisboa.com

Streifzug durch die Alfama

Die Alfama, das älteste Viertel Lissabons, ist ein Labyrinth aus steilen Treppchen und verwinkelten Gassen, mit lauschigen Plätzchen und morschen Gemäuern. Seit Jahrhunderten leben in dem alten arabischen Viertel Arbeiter, Handwerker und Familien aus ärmeren Verhältnissen. Jetzt wird überall saniert, und es siedeln sich Künstlerateliers, Boutiquen und schicke Restaurants an. Der Spaziergang dauert mindestens einen halben Tag.
Beginnen Sie am Largo de Santo Antonio. In der Mitte des Platzes steht der Lieblingsheilige der Lisboetas: in Bronze gegossen und wie immer mit dem Jesuskind im Arm. Hier wurde er geboren, die kleine Igreja de Santo Antonio soll auf den Resten seines Elternhauses errichtet worden sein. Auch im Museu Antoniano nebenan dreht sich alles um den Heiligen. Ein Stück bergauf erhebt sich die älteste Kirche Lissabons, die trutzige Kathedrale Sé mit ihrem eleganten romanischen Portal. König D. Afonso Henriques, der nach monatelanger Belagerung im Jahr 1174 mit seinem Gefolge die Mauren besiegte, ließ das Gotteshaus auf den Fundamenten einer maurischen Moschee errichten.
Westfassade der Kathedrale Sé
Westfassade der Kathedrale Sé
© Osvaldo Gago / www.fotografar.net
Unmittelbar hinter der Kathedrale führen von der Rua Augusto Rosa links Treppen zum Museu Teatro Romano hinauf (Dienstag-Sonntag von 10-13 Uhr und von 14-18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei, www.museu-teatroromano.net). Auch hier wurden römische Ruinen entdeckt: ein Theater aus der Zeit von Kaiser Nero (57 n. Chr.). Am oberen Ausgang geht es hinter der Ausgrabungsstätte links die Rua da Saudade hoch und durch die Rua de Bartolomeu Gusmao bis zur Festungsmauer des Castelo de Sao Jorge. Ein beschaulicher Burghof umgibt die mittelalterliche Zitadelle. Die Stadt und der Tejo liegen malerisch zu Füßen. Über den Largo Contador Mor geht es bergab bis zum Miradouro de Santa Luzia. Ein wunderschöner Platz mit Ausblick auf das Dächermeer der Alfama: Die kleinen Steinbänke sind mit blau-weißen Kacheln, der Laubengang ist mit purpurroten Bougainvilleas geschmückt.
Etwas weiter oben am Largo das Portas do Sol wacht der offizielle Schutzheilige Lissabons, Sao Vicente, in Stein gehauen, mit einer Karavelle im Arm, über die Stadt. Dahinter ragen die zwei Türme "seines" Klosters Sao Vicente de Fora aus der Skyline, rechts daneben die strahlend weiße Kuppel des Panteao Nacional.
Geschmückte Straße in Alfama
Geschmückte Straße in Alfama
© Osvaldo Gago / www.fotografar.net
Entlang der alten arabischen Stadtmauer Cerca Moura geht es die Treppen der Rua Norberto Araujo hinunter direkt hinein ins Gassengewirr der Alfama. Die Häuser sind geschmückt mit Töpfchen voller bunter Geranien, in winzigen Käfigen zwitschern Kanarienvögel, die Wäsche flattert im Wind. Über die Rua da Adiça geht es weiter bergab bis zum Largo de Sao Rafael. Hier stehen die Reste des Torre de Sao Pedro de Alfama, einst ein Portal der maurischen Stadt. Etwas unterhalb liegt die Judiaria, eines der vielen ehemaligen Judenviertel Lissabons. Nur ein paar Schritte entfernt sehen Sie das reizende Kirchlein São Miguel am gleichnamigen Largo. Die Rua de Sao Pedro führt zum Largo Chafariz de Dentro, einem Brunnen, der in Wellblech gehüllt seit Jahren auf seine Restaurierung wartet. Gegenüber liegt das rosafarbene Casa do Fado.
Die Rua Terreiro do Trigo führt zurück in die Innenstadt. Auf halber Strecke kommen Sie am alten Königsbrunnen Chafariz d‘El Rei vorbei. An den sechs Pumpen standen die Wartenden streng geordnet nach Stand, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit. Weiter stadteinwärts, am Campo de Cebola (Zwiebelfeld), deckten sich ehemals Schiffsköche mit frischem Gemüse ein, ganz in der Nähe fand der wöchentliche Sklavenmarkt statt. Auch die auffallende Casa dos Bicos stammt aus jener Zeit, als hier der Kolonialwarenhandel blühte. Die Rua Alfândega führt Sie vorbei am wunderschönen Portal der manuelinischen Kirche Igreja Conceicao Velha. Wenn Sie die Rua dos Bacalhoeiros für den Rückweg wählen, sollten Sie unbedingt einen Blick in das alte Konservengeschäft Conserveira (Hausnr. 34) werfen. Das Angebot an bunten Fischkonserven ist einfach umwerfend.
 
Stadtplan Lissabon
Stadtplan Lissabon starten
Merian Reiseführer Lissabon
LISSABON
Reiseführer
Stilvoll übernachten, in authentischer Atmosphäre speisen, die Volksfeste erleben oder vormittags das Markttreiben genießen. Lissabon hat viel zu bieten.
Hier kaufen »
Nützliches in Lissabon
Von Ärzten über Banken bis hin zu Telefonzellen. Die wichtigsten Infos für Ihre Städtereisen, übersichtlich zusammengefasst, finden Sie hier »
Streifzüge durch Lissabon
Streifzüge durch Lissabon
Entdecken Sie die vielen Gesichter der Stadt am Tejo.
mehr »