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Stadtbild

Tower Bridge
Tower Bridge
© visitlondon.com
Dreißig Millionen Besucher pro Jahr können nicht irren. Rote Doppeldeckerbusse, der goldene Turm von Big Ben, die mächtige Kuppel von St Paul‘s Cathedral, die Zuckerbäckergotik der Tower Bridge: London ist eine Stadt, die jeder einmal gesehen haben sollte - und an der man bei jedem Besuch neue Seiten entdeckt. London ist immer in Bewegung und hält zugleich seine 2000-jährige Geschichte liebevoll lebendig. Es ist dieser Kontrast zwischen Tradition und Moderne, zwischen den Bärenfellmützen der königlichen Wachablösung und den neuesten Modetrends auf der Straße, zwischen dem traditionellen Afternoon Tea im Ritz und den bengalischen Currys der Brick Lane, der den Reiz der englischen Hauptstadt ausmacht.
In London leben 7 Millionen Menschen, hier ist ist das Zentrum der britischen Politik, der Finanz- und Medienwelt, der Kultur - mit Museen und Theatern von Weltrang und einer lebendigen Restaurantszene. Hier werden internationale Musik- und Modetrends gemacht. Seit dem Jahrtausendwechsel präsentiert sich London in frischem Gewand, mit einer neuen Skyline, neu gestylten Museen und der ambitioniertesten Architektur Europas. Einen ersten Eindruck vom Ausmaß der mit einer Fläche von rund 1600 km² größten Stadt Europas bekommen Sie von einer der Kapseln des London Eye, dem größten Riesenrad der Welt, gegenüber von Big Ben.
Hyde Park
Hyde Park
© Visit London 2004 / Pawel Liberia
Der alte Spitzname für London, "The Big Smoke", etwa: die "Große Rauchglocke", ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als Industriesmog noch Leben forderte. Tatsächlich hat London mehr Parks und Grünflächen als jede andere Stadt vergleichbarer Größe. Schöne Spaziergänge führen durch Hyde Park, Green Park, Regent‘s Park, wo in der kurzen Londoner Mittagspause die Büroangestellten ihre Sandwiches auspacken - und bei den ersten Sonnenstrahlen ihre Jacketts abwerfen. Die königlichen Parks sind nur ein Beispiel dafür, wie das Königshaus im Londoner Leben im Hintergrund mitläuft; die Royals mögen haufenweise Touristen in die Stadt bringen, doch für den Alltag der Londoner hat die Queen weit weniger Bedeutung als der Trainer des Fußballclubs FC Arsenal oder die neueste Entwicklung in der Seifenoper "Eastenders". Für ihre direkten Belange zählen die Londoner auf Bürgermeister Ken Livingstone. Die Wiederbelebung der 1986 von Margaret Thatcher abgeschafften Stadtverwaltung im Jahr 2000 hat der Stadt ein neues Selbstbewusstsein gegeben, und Norman Fosters futuristischer Glasball des Rathauses grüßt das wohl älteste Wahrzeichen der Stadt, den Tower of London aus dem 12. Jh., vom anderen Ufer der Themse.
London Underground
London Underground
Ken Livingstones größte und schwierigste Aufgabe bleibt, die Londoner von A nach B zu bringen. Das Transportnetz der Stadt ächzt und stöhnt. Und bei allem britischen Stoizismus: Die Londoner ächzen und stöhnen auch. Das älteste und weitläufigste U-Bahnnetz der Welt transportiert pro Jahr eine Milliarde Passagiere und kämpft mit Signalproblemen, Stromausfällen und brüchigen Schienen. Die U-Bahnstationen der neuen "Jubilee Line" wie Norman Fosters "Canary Wharf" mögen silberstrahlenden Kathedralen ähneln, der Stadt mit dem teuersten öffentlichen Nahverkehr Europas droht der Verkehrsinfarkt. 2002 bewegten sich Autos so "schnell" wie viktorianische Pferdekutschen. Viele junge Londoner kauften sich kurzerhand einen Motorroller - Zweiräder sind von der 2003 erfolgreich eingeführten Citymaut nämlich ausgenommen. Das zweitliebste Thema bei Londoner Dinnerpartys nach dem Transportdilemma ist die Wohnsituation. Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren förmlich explodiert. In einem Land, wo traditionell ungern gemietet wird, ist es den meisten jungen Londonern praktisch unmöglich, eine bezahlbare, halbwegs zentrale Unterkunft zu finden. Die Suche nach billigerem Wohnraum stand auch hinter dem Hoxton/Shoreditch-Phänomen der letzten Jahre, als Künstler und andere alternative Existenzen in diese abbröckelnden Viertel nahe der City auswichen und sie zu Trendvierteln mit Bars und Boutiquen machten.
Promenade an der Themse
Promenade an der Themse
© Visit London / Pawel Liberia
Der vielleicht beste Ort, den Puls von London zu spüren, ist an der Themse. Die Londoner haben die einstige Hauptverkehrsader ihrer Stadt wiederentdeckt: als Flaniermeile. Das trübe Gewässer täuscht: "Father Thames" ist so sauber wie seit fünfzig Jahren nicht mehr, und komplett modernisierte (Hungerford Bridge) bzw. neue Brücken (Millennium Bridge) geben der Stadt einen neuen Zusammenhalt. An der Themse steht auch ein Symbol für das neue London: Das Tate Modern Museum, in einem monumentalen, stillgelegten Kohlekraftwerk, ist seit der Eröffnung 2000 eine der Attraktionen der Stadt. Der Fluss markierte gleichzeitig immer schon die Trennlinie zwischen Nord- und Süd-London. "South London", eher bekannt für anonyme Sozialbauten, jugendliche Handyräuber und mangelnde Infrastruktur, holt langsam auf und inspiriert neue Trends, wie den urbanen Garage-Sound. Und wenn Renzo Pianos London-Bridge-Turm (geplant für 2007) erstmal am Südufer steht, wird der so genannte "Glassplitter" mit ca. 360 m das höchste Gebäude Europas sein. Währenddessen dehnt sich die Stadt nach Osten aus: Themseabwärts, im ehemaligen Hafengebiet der Docklands, wachsen Wolkenkratzer in die Höhe. Im Osten sollen auch die neuen Sportanlagen für den Lea Valley Olympia Park 2012 entstehen. Das aktuelle architektonische Symbol für das ungebrochene Selbstvertrauen Londons ist Norman Fosters 2004 fertig gestellte "Salatgurke", der Swiss-Re-Büroturm "30 St Mary Axe". Es ist diese Dynamik, die London zu einer der spannendsten Städte der Welt macht. Wie sagte einmal Samuel Johnson, das Universalgenie des 18. Jhs.: "Wer genug hat von London, hat genug vom Leben."
 
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