Bath gefiel einst schon den römischen Besatzern, die hier 43 n. Chr. die einzigen heißen Quellen des Landes fanden. Im 18. Jahrhundert wurde Bath die Kurstadt der High Society. 1,5 Zugstunden von London entfernt (ab Paddington, Tel. (0)8457/48 49 50, www.nationalrail.co.uk), verleiht der goldene Bath Stone-Kalkstein der Unesco-Welterbestadt eine selten zu findende ästhetische Einheit. Die 3 km lange Tour führt in einem halben Tag zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten (www.visitbath.co.uk).
Vom Bahnhof aus führt Manvers Street links über York Street zu Abbey Churchyard, mit der 1616 fertig gestellten Abteikirche. Sehen Sie sich die Fassade einmal genauer an: Engel klettern die Himmelsleiter hinauf, andere fallen sie herunter. Vom Abteivorplatz starten Gratis-Stadtführungen (Sonntag bis Freitag 10.30 und 14 Uhr, Samstag 10.30 Uhr, Mai bis September Dienstag, Freitag und Samstag auch 19 Uhr, Tel. 01225/47 74 11, www.thecityofbath.co.uk), und hier finden Sie auch die römischen Bäder (März bis Juni, September/Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr, Juli/August täglich von 9 bis 22 Uhr, November bis Februar täglich von 9.30 bis 16.30 Uhr, www.romanbaths.co.uk, £9.50), mit dem Great Bath, aus dessen grünlichem Wasser Dampf aufsteigt. Ab Mitte 2006 kuren Sie im Bath Spa-Thermalbad (ab £19, www.thermaebathspa.com) in Wasser, das vor Tausenden von Jahren auf die umliegenden Hügel regnete. Der elegante Pump-Room-Teesalon erinnert an die Zeit, als unter gepuderten Perücken gekurt, getratscht und geflirtet wurde. Probieren Sie hier die "Bath Buns" (süße Korinthenbrötchen) und ein Glas des lauwarmen, leicht schweflig schmeckenden Heilwassers. Folgen Sie Westgate Street, Saw Close, Barton Street und Gay Street links des schmalen Queen‘s Parade Place und rechter Hand Gravel Walk zum spektakulären Royal Crescent, dem beeindruckendsten Straßenzug Großbritanniens. Der weit geschwungene, über 180 m lange Halbkreis mit 114 ionischen Säulen ist das Meisterwerk John Woods des Älteren (1704 bis 1754). Über Brock Street erreichen Sie Woods Circus, einen ebenmäßigen Kreis aus 33 georgianischen Wohnhäusern, vollendet von John Wood dem Jüngeren (1728 bis 1782). Verlassen Sie den Circus über Gay Street; hier lebte Anfang des 19. Jahrhunderts eine zentrale Figur der englischen Literaturgeschichte: Jane Austen. Austens berühmte Sittenromane spielen oft auf Bath an, was im Jane Austen Centre in 40 Gay Street (Montag bis Samstag von 10 bis 17.30 Uhr, Sonntag von 10.30 bis 17.30 Uhr, November-Februar jeweils von 11 bis 16.30 Uhr, www.janeausten.co.uk, £5.95) dokumentiert ist. Biegen Sie links in Wood Street ein und decken Sie sich bei Paxton & Whitfield mit "Bath Oliver"-Käsecrackern ein. Über Quiet Street und New Bond Street (hier verlaufen gute Shoppingstraßen) stoßen Sie auf Northgate Street. Biegen Sie links in Bridge Street und rechts in Grand Parade ein; hier führt die beidseitig mit Läden bebaute Pulteney Bridge über den Avon, zum The Boater-Pub, von dem aus Sie schön das Wehr und die gepflegten Parade Gardens überblicken, während Sie Ihr verdientes "pint" genießen.
Brighton
Das Meer hat einen besonderen Platz im Herzen der Briten. Das Südküsten-Seebad Brighton bietet nicht nur einen kilometerlangen Kieselstrand, sondern auch eine junge alternative Szene, schöne Regency-Architektur, ein trendiges Shopping- und Kulturangebot und ein sehr lebendiges Nachtleben, getragen von einer dynamischen Studenten- und Schwulen- bzw. Lesbenszene. Mit einem Schnellzug ab Victoria (Tel. (0)8457/48 49 50, www.nationalrail.co.uk) sind Sie in einer knappen Stunde da, und die halbtägige Tour von 5 km lässt Ihnen genug Zeit zum Schlendern. Info: www.visitbrighton.com
Royal Pavilion in Brighton
Vom Bahnhof führt die Queen‘s Road bergab Richtung Zentrum, bis Sie links entlang North Street den Royal Pavilion (täglich von April bis September von 10 bis 17.45, Oktober bis März von 10 bis 17.15 Uhr, £6.10, www.royalpavilion.org.uk) erreichen; die orientalisch-gotische Fata Morgana aus cremefarbenen Zwiebeltürmen, schlanken Minaretten und Zierbalkonen ist nicht zu übersehen. Anfang des 19. Jahrhunderts ließ sich der Prince of Wales, dem Genuss verschrieben - und hinter vorgehaltener Hand als King of Whales, "König der Wale", verspottet - vom Regency-Architekten John Nash diesen Traumpalast hinzaubern. Und hier begründeten der zukünftige George IV. und seine Geliebte, Mrs. Fitzherbert, die Tradition der "dirty weekends" - heimlicher Seitensprung-Wochenenden. Das Innere des Pavillons ist genauso opulent, mit unzähligen fernöstlichen Objekten, Wandmalereien unter goldenen Kuppeln und einem riesigen Kronleuchter im Bankettsaal, der eine Tonne wiegt! Südlich des Pavillons beginnt das Straßengewirr der kopfsteingepflasterten Lanes, das Herz des ehemaligen Fischerdorfs. Shoppen Sie sich durch die Läden mit witzigen Klamotten und Schmuck, Antiquitäten, verrückten Schuhen oder Geschenkideen. In Prince Albert Street drängt man sich im beliebten alternativen Café Food for Friends. Von hier ist das Meer nur wenige Minuten entfernt. Auf dem verschnörkelten Palace Pier reihen sich Spielautomaten- und Games-Arkaden, Fahrgeschäfte, Bratwurst- und Zuckerwattestände aneinander. Schlendern Sie mit einer "Brighton Rock"-Zuckerstange in der Hand durch dieses abends hell erleuchtete Panorama altmodischer englischer Strandunterhaltung. Graham Greenes berühmter Roman "Brighton Rock" (1938) erzählt die Geschichte eines kleinen Gangsters mit meisterhaft nuancierter Bedrohung. Die Hauptattraktion des Sea-Life Centre gegenüber (täglich von 10 bis 17 Uhr, von März bis September bis 18 Uhr, £9.95, www.sealife.co.uk), ist der durchsichtige Tunnel durch ein Riesenaquarium; über Ihrem Kopf ziehen Haie und Rochen ihre Kreise. Spazieren Sie weiter am Strand entlang, vorbei an Liegestühlen und Sonnenschirmen, Getränkekiosks und Ständen mit Meeresfrüchten Richtung West Pier. Diese imposante Eisenkonstruktion von 1866, ehemals der schönste Pier der Insel, ist heute nur noch ein rostendes Skelett ohne Verbindung zur Strandpromenade. Sturmschäden und Brandanschläge verzögern aktuelle Pläne, West Pier bis 2007 zu restaurieren.
Cambridge
Englischer Rasen in verschlafenen Innenhöfen, Studenten auf Fahrrädern und in Stakkähnen, Professoren in schwarzen Roben - die Universitätsstadt Cambridge, eine knappe Zugstunde von London entfernt (ab King‘s Cross), ist beschaulicher und kompakter als ihr alter Rivale Oxford. Hier studiert Großbritanniens hochbegabte Jugend an über dreißig Colleges - das älteste von 1284, das jüngste von 1977. Die dreieinhalbstündige Tour - zu Fuß (ca. 3 km) und auf dem Wasser - gibt Ihnen einen Überblick, der sich mit dem Besuch von ein oder zwei Colleges ergänzen lässt. Info: www.visitcambridge.org
Vom Bahnhof aus nehmen Sie den Bus Nummer 1 oder 3 zum belebten Busbahnhof. Über Emmanuel Street erreichen Sie St Andrew Street, in die Sie rechts einbiegen, entlang Christ College, mit seinen Fabeltieren überm Eingangstor. Biegen Sie links in die Fußgängergasse Petty Cury ein und wieder links in Guildhall Street, Richtung Tourist Information (Wheeler Street, Tel. (0)1223/46 47 32), wo Sie sich einen Stadtplan (30p) mitnehmen und die aktuellen Öffnungszeiten der Colleges erfragen können. Über Bene‘t Street geht es ins Herz der Stadt. Im gemütlichen Eagle-Pub gegenüber dem angelsächsischen Kirchturm von St Bene‘t‘s (ca. 1025) besprachen die Biologen Francis Crick und James Watson in den Fünfzigerjahren ihre sensationelle Entdeckung: Desoxyribonukleinsäure, DNS, die Grundlage moderner Genetik. Auf der ausladenden King‘s Parade wenden Sie sich nach rechts zur soliden gotischen Universitätskirche St Mary the Great. Vom Kirchturm (Montag bis Samstag von 9.30 bis 16.30, Sonntag von 12 bis 16.30 Uhr, £2) haben Sie einen Panoramablick auf den manikürten Rasen vor dem eleganten Senate House, wo die Abschlüsse verliehen werden, und die gotische Dramatik von King‘s College Chapel (Eingang Trinity Lane, durch Senate House Passage, im Semester Montag bis Freitag von 9.30 bis 15.30 Uhr, Samstag von 9.30 bis 15.15 Uhr, Sonntag von 13.15 bis 14.15 Uhr, ansonsten Montag bis Samstag von 9.30 bis 16.30 Uhr, Sonntag von 10 bis 7 Uhr, £3.50). Das filigrane Fächergewölbe (1515) der Chapel ist das größte der Welt und ein unvergesslicher Anblick. Folgen Sie der King‘s Parade zurück in ihre Verlängerung Trumpington Street und rechts die Silver Street hinunter zum Fluss, wo die berühmten langen, flachen Stakkähne im Wasser liegen. Lassen Sie sich von einem Studenten die Cam hinunterstaken (Scudamore‘s, £12): unter der Mathematical Bridge durch, rechter Hand die ausgedehnte Rasenfläche der Backs mit der Rückenansicht der Colleges, wie dem 1511 gegründeten St John‘s mit seiner neogotischen "Seufzerbrücke", und zurück. Probieren Sie mal, mit der langen Holzstange zu manövrieren. Das ist selbst auf diesem ruhigen Gewässer nicht leicht. Wieder auf sicherem Boden, erholen Sie sich im Anchor-Pub mit schönem Ausblick.
Windsor Castle & Eton College
Windsor Castle, auf einem steilen Kalkfesten westlich von London, ist seit 900 Jahren königlicher Wohnsitz und eine offizielle Residenz Queen Elizabeths II. Ein Direktzug ab Waterloo bringt Sie in einer knappen Stunde zum Bahnhof Windsor & Eton Riverside (alle 30, am Sonntag alle 60 Minuten), von dem aus diese ca. 3 km lange Tour einen halben Tag in Anspruch nimmt. Info: www.windsor.gov.uk
Windsor Castle
Vom Bahnhof aus wenden Sie sich nach links Richtung Schloss. Bevor Sie die mächtigen hellgrauen Mauern erreichen, werden schon mehrere Flugzeuge über Ihren Kopf hinweggeflogen sein - Heathrow Airport ist ganz nah. Sie betreten Windsor Castle (von März bis Oktober täglich von 9.45 bis 17.15 Uhr, von November bis Februar bis 16.15 Uhr, £12.50, www.royal.gov.uk) durch ein mächtiges Eingangstor aus der Regierungszeit Henry VIII. In der St George‘s Chapel rechter Hand aus der gleichen Ära (Sonntag geschlossen), mit ihrem Fächergewölbe im spätgotischen Perpendicular-Stil liegen zehn Monarchen begraben. In den goldprunkenden Staatsgemächern sehen Sie Wandteppiche, erlesenes Mobiliar und Alte Meister aus der Königlichen Sammlung. Opulenter noch sind die Semi-State Apartments (Oktober-März). In Queen Marys Puppenhaus, einer detailgetreuen Luxusversion im Maßstab 1:12, funktionieren sogar die Toilettenspülungen! Im Laufe seiner langen Geschichte wurde Windsor Castle nie eingenommen. 1992 beschädigte ein Brand 100 Räume; die langwierigen Restaurierungsarbeiten kosteten 37 Millionen Pfund Und im Sommer 2003 gelang es einem Comedy-Kleinkünstler, sich aufs Schlossgelände zu schmuggeln und in einer absurden Verkleidung auf Prince Williams 21. Geburtstag aufzutauchen. "We are not amused!", wie Queen Victoria zu sagen pflegte. Auch hier gibt es eine Wachablösung: im Juni und Juli täglich um 11 Uhr. Schlagen Sie einen Bogen über den weitläufigen Windsor Great Park an der Südseite des Schlosses, am Long Walk entlang. Park Street führt in die belebte High Street, ein Gemisch von altmodischen und modernen Läden; stärken Sie sich im windschiefen Sandwich-Café Crooked House Tea Room, umrunden Sie die dräuenden Schlossmauern und überqueren Sie die Themse auf der Fußgängerbrücke zur Linken. Das Dorf Eton erholt sich langsam von der Präsenz der Prinzen William und Harry an der vielleicht exklusivsten Schule der Welt: Eton College, 1440 von Heinrich VI. für arme, begabte Chorschüler gegründet, hat seitdem 18 Premierminister hervorgebracht (Ende März bis Anfang Oktober wechselnde Öffnungszeiten, £3.80, www.etoncollege.com). Vielleicht sehen Sie einen der "Eton boys" in seiner traditionellen Schuluniform: schwarze Frackjacke und Weste mit Nadelstreifenhose. Eine Führung (14.15 und 15.15 Uhr, £4.90) zeigt Ihnen u. a. das erste Klassenzimmer aus dem 15. Jahrhundert, mit Graffitti respektloser Eliteschüler aus fünf Jahrhunderten.
Stadtplan London
LONDON
Magazin
"Es gibt Orte, von denen man schon als Kind träumt, ohne zu wissen, warum. London ist so ein Fall." (A. Hallaschka, MERIAN-Chefredakteur) Aktuelles Heft kaufen »
Nützliches in London
Von Ärzten über Banken bis hin zu Telefonzellen. Die wichtigsten Infos für Ihre Städtereisen, übersichtlich zusammengefasst, finden Sie hier »
London im Ohr
Eine akustische Städtereise zwischen Tower und Notting Hill mit dem Geophon- Hörbuch London. mehr »