In London sind neben der anglikanischen Staatskirche (Church of England) viele Glaubensrichtungen zu Hause. Wie kein anderer Architekt hat Christopher Wren (1632 bis 1723) der Stadt seinen Stempel aufgedrückt. Nach dem Großen Feuer 1666 entwarf er über 50 Citykirchen, neben der St Pauls Cathedral u. a. St Stephen Walbrook und St Mary-le-Bow - der Wiederaufbau war die Geburtsstunde des modernen London. In vielen Citykirchen werden nicht nur beim City of London Festival im Juni/Juli (Gratis-) Konzerte abgehalten.
Eins der ungewöhnlichsten Gebäude Londons! Dieser prachtvolle, größte Mandir-Tempel außerhalb Indiens wurde Anfang der 1990er Jahre von einer hinduistischen Sekte erbaut. 2000 t hell schimmernden Carrara-Marmors und 2800 t bulgarischen Kalksteins zwirbeln sich zu filigranen Kuppeln und Türmchen; innen zelebrieren blumengeschmückte Altäre hinduistische Gottheiten (Murtis). Hinduismusmuseum (£2), Andenkenladen, Cafeteria mit bunten indischen Süßigkeiten. Tgl. 9-18 Uhr.
Eine dem heiligen Paulus gewidmete Kirche steht hier seit 604, und als der Vorgänger der aktuellen Kirche, die riesige gotische Old St Pauls, 1666 niederbrannte, war die Stunde für Christopher Wrens Meisterwerk gekommen. Der Schlussstein wurde 1711 gesetzt, in der Regierungszeit von Queen Anne, deren Statue vor der mächtigen, von barocken Doppeltürmen flankierten Westfront kurioserweise St Pauls den Rücken zudreht. Im Zweiten Weltkrieg wurde St Pauls enorme bleigedeckte Kuppel im Kreuzfeuer der Luftangriffe zum Symbol für Londoner Entschlossenheit und Widerstandsfähigkeit. In der Krypta liegen die britischen Helden General Wellington und Admiral Nelson begraben. Vom südlichen Seitenschiff aus geht es an trompeloeil-Fresken vorbei - gegen Wrens Willen eingesetzt - nach oben. Flüstern Sie auf der Whispering Gallery in die Wand, und auf der gegenüberliegenden Seite, über 30 m entfernt, kann man Sie verstehen. Theoretisch - das Problem ist, dass Sie nicht die Einzigen sein werden, die das ausprobieren. Von der obersten Golden Gallery haben Sie einen phantastischen Blick auf die Stadt. Mo-Sa 8.30-16 Uhr, £8, So Gottesdienste, Führungen 11, 11.30, 13.30 und 14 Uhr (£2.50), Audioguide (auch deutsch) £3.50.
Die offizielle Gemeindekirche für Buckingham Palace ist auch ein Anlaufpunkt für die Obdachlosen der Stadt. James Gibbs Stilmix (1726) von neoklassizistischem Säulenportikus und barockem Kirchturm ist oft kopiert worden. Besuchen Sie eins der kostenlosen Lunchtime-Konzert oder romantischen Candlelight-Abendkonzerte (ab £6, Informationen unter Tel. 78 39 83 62). Täglich 8-18.30 Uhr.
Krönungskirche der Royals und Grabkirche der High Society. Edward the Confessor ließ sich hier 1066 eine Kirche bauen - und starb eine Woche nach ihrer Weihung. Edwards Nachfolger William the Conqueror wurde am Weihnachtstag 1066 zum König gekrönt. Das gotische Kirchenschiff des Neubaus (13. Jh.) ist gefüllt mit über 600 Denkmälern, Gedenktafeln und Grabplatten.
Die Henry VII Chapel aus dem frühen 16. Jahrhundert ziert ein spektakuläres Fächergewölbe im "Perpendicular Style". 3300 berühmte Briten liegen hier begraben: Wissenschaftler wie Isaac Newton und Charles Darwin, Komponisten wie Henry Purcell und Georg Friedrich Händel und Politiker wie William Pitt der Jüngere und W. E. Gladstone. In Poets Corner finden Sie die Gräber von Geoffrey Chaucer ("Canterbury Tales", 1400) und Charles Dickens; an viele andere erinnern Gedenktafeln. Der Dramatiker Ben Jonson ließ sich 1637 aus Kostengründen stehend beerdigen! Achten Sie auf die Gedenkstatue des 1945 ermordeten deutschen Theologen Dietrich Bonhoeffer über dem Hauptportal. Die beiden Türme wurden 1745 von Christopher Wrens Schüler Nicholas Hawksmoor (1661-1736) hinzugefügt. Am 2. Juni 1953 verfolgten hier über 8000 Menschen die Krönung von Elizabeth II. live mit.
Kommen Sie früh, oder nehmen Sie werktags an einem Abendgottesdienst, Evensong (17 Uhr) teil. Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9.30-15.45 Uhr geöffnet, Mittwoch bis 19 Uhr, Samstag bis 13.45 Uhr, Sonntags nur Gottesdienste. Der Eintritt kostet £12, Führungen (90 Minuten) £3, ein Audioguide £4.
Spektakulärer, backsteinrot und weiß gebänderter, neobyzantinischer Kirchenbau mit Campanile. Das Innere der Kathedrale der römisch-katholischen Minderheitsreligion, begonnen 1895, wird laufend vervollständigt: Marmor und dekorative Mosaikkacheln wachsen die Backsteinwände hinauf. Achten Sie auf die Holy Souls-Kapelle im nördlichen Seitenschiff, für die über 100 Marmorsorten verarbeitet wurden, den Baldachin auf gelben Marmorsäulen über dem Hochaltar und den Flachrelief-Kreuzweg von Eric Gill (1918). Ein Lift (von März bis November täglich von 9.30 bis 12.30 Uhr und 13 bis 17 Uhr, von Dezember bis Februar Donnerstag bis Sonntag von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 13 bis 17 Uhr, die Fahrt kostet £3) bringt Sie zur Aussichtsplattform. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag und Sonntag von 7 bis 19 Uhr, Samstag von 8 bis 19 Uhr.
Schräg gegenüber von dem buddhistischen Fo Guang Shan Temple das Kontrastprogramm: die Kirche mit der extravagantesten Innenausstattung Londons. Die geometrischen Mosaiken, farbenfrohen Fliesen, verspielten Säulen und Weihrauchwolken sind Ausdruck des anglo-katholischen High Church-Stilempfindens. Täglich von 7-19 Uhr geöffnet.
Älteste Synagoge des Landes, erbaut 1701 von sephardischen Juden aus Spanien und Portugal, die vor der Inquisition flohen. Königin Viktorias Premierminister Benjamin Disraeli (1804-81) ging hier zur Synagoge, bis er mit 12 Jahren zum Anglikanismus konvertierte. Bei einer Führung erfahren Sie die Geschichte hinter den sieben bronzenen Kronleuchtern und den Holzbänken aus der Zeit Oliver Cromwells, und warum ein Sitz immer abgesperrt bleibt. Nebenan das koschere Restaurant Bevis Marks. Montag bis Mitttwoch und Freitag von 11-13 geöffnet, Sonntag von 10.30-12.30 Uhr, £3, Führungen finden Montag-Mittwoch und Freitag um 12 Uhr, Sonntag um 11.15 Uhr statt.
"Es gibt Orte, von denen man schon als Kind träumt, ohne zu wissen, warum. London ist so ein Fall." (A. Hallaschka, MERIAN-Chefredakteur) Aktuelles Heft kaufen »
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