Flamenco in Madrid
Die heimliche Hauptstadt der größten Flamenco-Künstler
Flamencotänzerinnen in Madrid
© Ramón Durán /
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Ein gewöhnlicher Besuch in einer Bar in Madrid kann schnell zu einem besonderen Erlebnis werden, wenn auf einmal Schuhsohlen und Absätze den Fußboden kraftvoll bearbeiten, während gleichzeitig leidenschaftlicher Gesang zu Gitarrenklängen ertönt. Das ist Flamenco in seiner traditionellen Form: als Einheit von Gesang, Tanz und Musik.
Aus diesen drei verschiedenen Bestandteilen - "El cante" (Gesang), "el baile" (Tanz) und "el toque" (Gitarre) setzt sich der Flamenco zusammen. Auch wenn der Ursprung des Flamencos eigentlich in Andalusien des 19. Jahrhunderts liegt, gilt Madrid nicht nur als Zentrum Spaniens, sondern auch dieser bis heute lebendigen Musik.
Ursprung und Geschichte
Die Geschichte des Flamenco wurde im Laufe der Zeit von vielen Kulturen und Regionen geprägt. Bereits im 19. Jahrhundert wanderten die Kalé (eine Untergruppe der Roma) nach Spanien ein und ließen sich dort nieder. Sie brachten eine Vielzahl musikalischer Formen des Orients mit, die sie sich auf ihren langen Reisen angeeignet hatten. Darunter auch eine Form des Ur-Flamencos. In Spanien entwickelte sich dann der Flamenco unter verschiedenen kulturellen Einflüssen weiter, es flossen jüdische, arabische, andalusische und andere spanische Eigenarten ein.
Als eine eigenständige Kunst war Flamenco jahrhundertelang weitgehend unbekannt für Außenstehende. Zunächst erlangte der Gesang, dessen Texte um Leid, Einsamkeit und Kummer kreisen, immer mehr Bekanntheit. Dann wurden aber auch der Tanz und die Musik immer populärer.
Gitarrenspieler
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Gesang voller Inbrunst
Der Gesang bildet die Grundlage des Flamenco. Dazu gesellen sich der Rhythmus, der Tanz und zuletzt das Gitarrenspiel. Aufgrund seiner vielschichtigen Herkunft ist der Gesang für Mitteleuropäer nur äußerst schwierig zu verstehen. Man unterscheidet generell den großen ernsten Gesang (cante grande) vom unterhaltsamen "kleinen" (cante chico), der allerdings auch mit großer Inbrunst vorgetragen werden kann.
Der Tanz besteht aus einstudierten Choreographien mit den Flamenco–typischen Schrittfolgen, wozu auch das kräftige Auftreten mit den Schuhsohlen gehört. Er besteht aus abwechselnd langsamen und schnellen Passagen und trägt so zum Reiz und zur Schönheit des Flamencos bei. Die Flamenco–Gitarre begleitet den Gesang und Tanz mit einer Vielzahl stiltypischer Spieltechniken.
Tänzerin in einer Flamenco-Bar
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Flamenco–Fusion
Heute entstehen immer neue Stilrichtungen des Flamenco, wobei die Grenzen immer mehr aufgebrochen werden und immer mehr Menschen versuchen, die Kunst zu erlernen und ihr Geheimnis zu entschlüsseln. Flamenco–Fusion, die Vermischung mit anderen Musikstilen, wie z.B. Flamenco–Jazz oder Flamenco–Rock, gehört zur Zeit zu den populärsten Stilrichtungen, wobei die klassische Form ebenso weiterhin bestehen bleibt und gerade für den Touristen nach wie vor ein besonderes Erlebnis ist.
So ist Madrid ein perfekter Ort, um sich von dem Flamenco verführen zu lassen oder sogar selbst mitzumachen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten ihn zu erleben. Ob in kleinen Bars, sogenannten "tablaos", in denen man nicht nur gemütlich Essen und Trinken, sondern auch eine spannende Vorführung erleben und genießen kann, oder dem Besuch einer großen Flamenco–Show in einem Theater oder einer Bar, die entweder improvisiert, geplant, authentisch traditionell oder aber auch mit anderen Musikstilen vermischt sein kann.
Zu den besten Bühnen der Stadt gehören zum Beispiel die kleine Bar Candela oder die Flamenco-Bar Casa Patas im Herzen der Stadt.