Fettnäpfchen in Madrid
An fremde Tische setzen
Manchmal ist es verlockend: Die Kneipe oder Tapabar ist voll, aber an einem größeren Tisch sitzen erst zwei Leute. Widerstehen Sie der Versuchung: Höfliche Spanier setzen sich nicht zu fremden Leuten an den Tisch. Nur unter Jugendlichen sind die Sitten etwas lockerer. In Restaurants sind selbst freie Tische tabu: Der Gast wartet, bis er vom Kellner einen zugewiesen bekommt.
Schwarz gebrannte CDs und DVDs kaufen
Überall in der Innenstadt Madrids werden Sie auf junge Männer - meistens Schwarzafrikaner - stoßen, die auf einer Decke vor sich Hunderte von CDs und DVDs ausgebreitet haben. Das Angebot ist verlockend: Die CD bekommen Sie schon für 3 Euro, die DVD fürs Doppelte. Natürlich sind die Platten schwarz gebrannt. Hier zu kaufen ist nicht nur illegal, Sie tun noch nicht einmal den Immigranten einen Gefallen: Die sind ohne jeden sozialen Schutz, und das dicke Geschäft machen nicht sie, sondern mafiöse Hintermänner. Die Interpreten gehen sowieso leer aus.
Auf gerissene Taxifahrer hereinfallen
Am Flughafen Barajas stehen die Taxis Schlange und die Fahrgäste auch. Ein paar besonders schlaue Taxifahrer laufen in den Ankunftshallen herum auf der Suche nach leichter Beute: frisch angekommenen Touristen. Die lotsen sie in ihren Wagen, um ihnen später Mondpreise abzuknöpfen. Also lieber, so wie alle anderen, am Taxistand Schlange stehen.
Aufs Ampelgrün vertrauen
Eine Ampel wird von den Madrilenen nur als Ratgeber verstanden: Man kann sie beachten, muss aber nicht. Das gilt vor allem für Fußgänger, die auch dann bei Rot über die Straße laufen, wenn ein Polizist in der Nähe steht. Noch gefährlicher ist die Angewohnheit vieler Autofahrer, gerade noch bei Tieforange durchzubrausen. Augen auf!
Mitklatschen
Jedenfalls nicht beim Flamenco. Die kunstvollen palmas sind Teil der Musik. Mancher im Publikum hat das richtige Gespür für die Rhythmen, der darf in die Hände schlagen wie die Leute auf der Bühne. Ein frisch angekommener Tourist eher nicht.
Falsche Schlüsse ziehen
Das Küsschen links und Küsschen rechts ist in Spanien eine Grußformel wie anderswo das Händeschütteln. Machen Sie sich keine Hoffnungen!