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Straßen Madrid

  • Calle Mayor
    Der Palacio del Duque de Abrantes in der Calle Mayor
    Die "Hauptstraße" war schon Hauptstraße im mittelalterlichen Madrid, aber architektonische Zeugen aus jener Zeit sind nicht mehr zu finden. Heute ist sie eine lebendige Wohn-, Büro- und Einkaufsstraße im Herzen der Stadt mit schön restaurierten Gebäuden wie dem Edificio de la Compañía Colonial (Nr. 16/18) von 1909 mit Art-nouveau-Elementen an der Fassade. Weiter westlich, an der Plaza de la Villa vorbei, stehen einige der ältesten Adelspaläste Madrids: gleich hinterm Rathaus der schlichte Palacio del Marqués de Camarasa (Nr. 69, Ende 16./Anfang 17. Jahrhundert), der heute Teile der Stadtverwaltung beherbergt; der Palacio de los Consejos (Nr. 79, frühes 17. Jahrhundert), heute Sitz des Staatsrats und des Wehrbereichskommandos, und gegenüber der Palacio del Duque de Abrantes (Nr. 86, Mitte 17. Jahrhundert), heute italienisches Kulturinstitut.
    Straße:
    Calle Mayor
    PLZ/Stadt:
    Madrid
    U-Bahn
    Metro 1, 2, 3: Sol
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  • Gran Vía
    In der Gran Via wirkt Madrid großstädtisch
    In der Gran Via wirkt Madrid großstädtisch
    © Ramón Durán / flickr.com
    "Als ich das erste Mal nach Madrid kam, stieg ich an der Gran Vía aus der Metro und schaute nach oben: Ich dachte, ich sei in New York", erzählt Pablo Carbonell, ein in Spanien berühmter Musiker und Showmann. Nirgendwo ist Madrid so großstädtisch wie auf diesem knapp 1,5 km langen Boulevard. Er entstand nach Pariser Vorbild zwischen 1910 und 1931: ein gewaltiger Schnitt mitten ins historische Zentrum der Stadt. 358 Gebäude fielen der Spitzhacke zum Opfer, 14 Straßen verschwanden vom Stadtplan.
    Die Gran Vía war die Prachtstraße einer Großstadt auf der Suche nach Modernität. Links und rechts wuchsen vielstöckige Gebäude im rationalistischen Stil der Zeit heran, überragt von der 81 m hohen Telefónica-Zentrale (1929) an der Ecke zur Calle Fuencarral - die Uhr auf ihrer turmartigen Spitze leuchtet nach wie vor weithin sichtbar rot in die Madrider Nacht hinaus.
    Heute ist die Gran Vía eine belebte Einkaufsstraße mit vielen Kinos und Musicaltheatern, einem niemals endenden Verkehrsstrom auf den sechs Fahrspuren und nächtlicher Prostitution. Wer zwischen den beschaulichen Altstadtvierteln ein wenig Metropolenflair sucht, der ist hier richtig.
    Straße:
    Gran Vía
    PLZ/Stadt:
    Madrid
    U-Bahn
    Metro 1, 5: Gran Vía
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  • Paseo de la Castellana
    Der zwölfspurige Boulevard - das Rückgrat Madrids, das die Stadt von Nord nach Süd in zwei Hälften teilt - ist eine mondän geratene Einfallstraße, auf der sich keiner an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält. Die authentische Art, sie zu erleben, ist eine Autofahrt.
    Inoffizielles Wahrzeichen: Die Torres KIO
    Inoffizielles Wahrzeichen: Die Torres KIO
    © wiewie /pixelio.de
    An ihr nördliches Ende, auf Höhe der Plaza de Castilla, haben die amerikanischen Architekten John Henry Burgee und Philipp Johnson in den Neunzigerjahren die Puerta de Europa als modernes Stadttor gesetzt: zwei Hochhaustürme, die sich um 15 Grad gekippt einander zuneigen. Die meisten nennen die schwarz verglasten, mit Stahl und Aluminium verschnürten Gebäude nach ihrem Bauherrn, dem Kuwait Investment Office, Torres KIO - die KIO-Türme. Mit ihren 107 m reichen die Türme an wahre Wolkenkratzer nicht heran, doch ihre einmalige Form hat sie in kurzer Zeit zum inoffiziellen Wahrzeichen Madrids werden lassen. Metro 1, 9, 10: Plaza Castilla
    Madrids höchstes Gebäude: Torre Picasso
    Madrids höchstes Gebäude: Torre Picasso
    © Heinz Albers
    Richtung Süden geht es vorbei an gesichtslosen Wohn- und Bürohäusern, bis linker Hand das monumentale Real-Madrid-Stadion Santiago Bernabéu auftaucht und gegenüber der Kongresspalast, dessen Fassade ein unübersehbares Mosaik von Joan Miró schmückt. Nur wenige Schritte südlich beginnt das Banken- und Geschäftsviertel Azca mit der in jedem Sinne herausragenden Torre Picasso des World-Trade-Center-Architekten Minoru Yamasaki - seine 157 m machen ihn zum höchsten Gebäude Madrids. Metro 10: Santiago Bernabéu
    Weiter die Castellana hinunter geht es an den Nuevos Ministerios vorbei, den gar nicht mehr so neuen Ministerien (1932 zu Zeiten der Republik begonnen und 1942 unter Franco abgeschlossen). Anschließend passieren Sie am Museo de Escultura al Aire Libre eine kleine Versammlung moderner Skulpturen - u. a. mit Werken von Eduardo Chillida und Joan Miró - unter einer Straßenbrücke, bis der Boulevard auf seinem letzten Teilstück vor der Plaza de Colón schließlich sein schönstes Gesicht zeigt: Hier haben noch ein paar Adelspaläste der Bauspekulation unter Franco widerstanden. Die Plaza de Colón selbst - der Kolumbusplatz - ist eine seelenlose Freifläche, an deren Rand die Jardines del Descubrimiento an die spanischen Entdecker Amerikas erinnern. Eine überdimensionale spanische Flagge soll hier patriotische Gefühle wecken. Metro 4: Colón/Serrano
    Straße:
    Paseo de la Castellana
    PLZ/Stadt:
    Madrid
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  • Paseo del Prado
    Vor dem Museo del Prado
    Vor dem Museo del Prado
    © Heinz Albers
    Alte Ulmen und Akazien strecken sich über dem heftig brausenden Stadtverkehr am Museo del Prado ihre Äste entgegen. Da streiten romantische Gefühle unterm grünen Blätterdach mit empörtem Hörempfinden. Doch an diesem Boulevard kommt kein Madridbesucher vorbei: Er umfasst Madrids goldenes Museumsdreieck mit dem Thyssen-Bornemisza im Norden, dem Prado im Osten und dem Reina Sofía im Süden.
    An wenigen Orten der Welt hängt so viel unvergängliche Kunst auf so engem Raum beieinander. Alle drei Museen werden gerade erweitert oder sind gerade erweitert worden, und da ist schließlich auch der Madrider Stadtverwaltung aufgegangen, dass nicht nur die Kunst, sondern auch der Kunstliebhaber Platz braucht: Der Paseo del Prado soll in den kommenden Jahren von Grund auf neu gestaltet werden, mit großzügigen Fußgängerbereichen und ein paar Fahrspuren weniger für den Autoverkehr. Und wo bis vor kurzem noch, dem Prado schräg gegenüber, eine Tankstelle ihren Dienst tat, entsteht ein neues Kulturzentrum der Fundación la Caixa - das Dreieck weitet sich zum Viereck.
    Die Verlängerung des Paseo del Prado nördlich der Plaza de la Cibeles heißt Paseo de Recoletos: Auf dessen westlichem, baumbestandenem Fußgängerboulevard laden berühmte Cafés zum Verweilen ein.
    Straße:
    Paseo del Prado
    PLZ/Stadt:
    Madrid
    U-Bahn
    Metro 1, 2: Atocha/Banco de España
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