Moskauer Metro
Untergrundbahn der Superlative
Die Moskauer Metro wird gerühmt, die schnellste und billigste U-Bahn der Welt zu sein. Knapp 2,4 Milliarden Menschen nutzen sie jährlich, was sie zu einer der meistgenutzten U-Bahnen der Welt macht. Die verschiedenen Etagen der Metro liegen zum Teil sehr tief unter der Erde. Es gibt an einigen Stationen Rolltreppen, auf denen man – in der Mitte stehend – weder das Ende noch den Anfang sieht.
Erste Pläne zum Bau einer U-Bahn gab es in Moskau schon Ende des 19. Jahrhunderts, denn bereits zu diesem Zeitpunkt war der öffentliche Verkehr aufgrund der vielen Pferdedroschken überlastet. Als Moskau schließlich zur russischen Hauptstadt ernannt wurde, wurden die Pläne konkreter und die Moskauer Untergrundbahn 1935 mit 13 Stationen und einer Länge von 11,2 km eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg rettete sie, indem sie als Luftschutzbunker diente, zahlreichen Menschen das Leben. Seit dem Krieg ist die Metro bis zum heutigen Tage beständig gewachsen. Erst kürzlich wurde die Light Metro gebaut, deren Züge schmäler sind als die normalen, und die auch entlegene Wohngebiete Moskaus erreichen soll.
Auf knapp 300 km durchzieht die Metro heute mit ihren über 180 Stationen, die chronolgisch nach dem Datum ihrer Eröffnung nummeriert sind, das Moskauer Stadtgebiet. Die Bahnen verkehren im durchschnittlichen Abstand von 1,5 bis 4 Minuten, manche in der Tschas Pik, der Stoßzeit, sogar alle 30 Sekunden.
Unterirdische Paläste
Wenn Sie eine Rundfahrt machen wollen, bietet sich die entlang der historischen Grenzen Moskaus verlaufende Ringlinie, Nr. 5 (Kolzewaja Linija), an. Die Entstehung dieser Linie umrankt eine Legende: Stalin soll seine Kaffeetasse auf den Metro-Bauplänen abgestellt und einen braunen Ring hinterlassen haben. Die verantwortlichen Ingenieure erkannten diesen Ring sofort als den idealen Verlauf einer zentralen Moskauer U-Bahnlinie. Wegen dieser Legende wird die Ringlinie auch heute noch immer in brauner Farbe abgebildet.
Station Nowoslobodskaja
© Andrew Griffith /
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Das Aussteigen lohnt sich an der 1952 fertig gestellten Komsomolskaja, welche oft als schönste Station des gesamten Metronetzes bezeichnet wird. In einem mächtigen Stuckgewölbe prangen Gemälde barocker historischer Szenen. Jedes Monumentalmosaik besteht aus ca. 300 000 Einzelteilchen. Beherrscht wird das großzügige Gewölbe von riesigen Kronleuchtern, abgestützt von hellen Marmorsäulen.
Interessant ist auch die Station Nowoslobodskaja, deren beleuchtete Buntglasfenster den Eindruck erwecken, Tageslicht scheine hindurch. In der Kiewskaja befinden sich Mosaikbilder, die die Freundschaft zwischen der Ukraine und Russland dokumentieren. Beeindruckend ist die Station Barrikadnaja mit dem roten Marmor. Hier sind in riesigen Reliefs Revolutionsmotive verewigt. Die Eingangsbauten der Stationen Nowoslobodskaja, Komsomolskaja, Krasnopresnenskaja und außerhalb der Ringlinie Arbatskaja und Kropotkinskaja sind ebenfalls überaus sehenswert.
Hervorzuheben ist vor allem noch die Station Majakowskaja, deren Modell 1938 auf der Weltausstellung in New York den Grand Prix für Architektur erhielt. Sie besteht aus dunkelgrauem Marmor, roten Halbedelsteinen und rostfreiem Stahl. In der Metrostation Sportiwnaja befindet sich ein Metromuseum. Die Station Park Pobedy hat aufgrund ihrer tiefen Lage unter der Erde mit 126 m und 740 Stufen die längste Rolltreppe der Welt.
Katastrophen
Die Moskauer U-Bahn ist im Großen und Ganzen sicher und zuverlässig. Nichtsdestotrotz gab es in der Vergangenheit bereits einige Katastrophen mit Todesopfern. 1977 verübten armenische Separatisten, die anschließend durch Erschießung hingerichtet wurden, drei Bombenanschläge in Moskau, einen davon in einem Metrozug. 7 Menschen starben, 37 wurden verletzt. Am 6. Februar 2004 erschütterte das Selbstmordattentat eines zwanzigjährigen Tschetschenen die Moskauer. Uhrzeit und Ort seines Anschlags wählte er absichtlich so, dass möglichst viele Opfer entstanden und verantwortete dadurch 39 Tote und weit über 100 Verletzte.
2010 kam es dann zu einem weiteren Anschlag. Am 29. März sprengten sich zwei Frauen im morgendlichen Berufsverkehr der roten Linie 1 selbst in die Luft, töteten dabei mindestens 38 Menschen und verletzten knapp 100 weitere. Vermutlich handelt es sich bei den Tätern um muslimische Terroristen aus dem Nordkaukasus, die dort einen von Moskau unabhängigen muslimischen Staat schaffen wollen.
Komsomolskaja - die schönste Station der Metro / © Kok Leng Yeo,
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