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Dresden beeindruckt mit Kunst und Kultur. Doch es ist die Elbe, die das Lebensgefühl bestimmt.
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Lebensart

Basilius-Kathedrale im Winter
Basilius-Kathedrale im Winter
© Dagmar Schmidt / pixelio.de
Nach Moskau! Nach Moskau!" Mit diesem sehnsüchtigen Ruf endet der zweite Akt des Theaterstücks "Drei Schwestern" von Anton Tschechow, Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben. Welten sind in den nachfolgenden Jahrzehnten durcheinander geraten, aber die Sehnsucht der russischen Menschen nach ihrer Hauptstadt ist geblieben.
Zentrum eines riesigen Landes
Moskau ist heute mehr denn je das ökonomische Zentrum Russlands - darauf gründet sich seine Anziehungskraft. Moskau - Boomtown! Hier in der Metropole laufen die Machtfäden zusammen, die das riesige Land verbunden haben und immer noch verbinden.
"Russland lässt sich allein mit dem Verstand nicht begreifen", schrieb im Jahr 1866 der Dichter Fjodor Tjutschew. Und das trifft auf die heutige Zeit sicher noch viel stärker zu. Zu viel Widersprüchliches, Ungewohntes, auch Abweisendes bieten Moskau und seine Bevölkerung auf den ersten Blick.
Denkmal auf dem Wagankowoer-Friedhof
Denkmal auf dem Wagankowoer-Friedhof
© Andrei Sdobnikov (public domain)
Wagen Sie sich in das Chaos des Moskauer Alltags. Gehen Sie allein auf einen Bauernmarkt, fahren Sie Metro oder Bus, schlendern Sie über die Tverskaya, oder schwitzen Sie in der Banja. Wenn Sie den Wagankowoer-Friedhof besuchen, werden Sie sehen, wie die Russen Wladimir Wissotskij und Sergej Jessenin verehren und deren Gedichte und Lieder am Grab rezitieren. Erst dann entdecken Sie die Menschen hinter den Fassaden, und das kann die Stadt interessanter machen.
Stadt der Kontraste
Moskau gleicht keiner anderen europäischen Stadt, es wirkt auf Besucher wie ein überdimensionales, reiches russisches Dorf. Die Stadt war jahrhundertelang Residenz russischer Zaren und ist heute als Hauptstadt Russlands der Schnittpunkt Asiens und Europas. Hier spürt man das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen in der Architektur, aber auch im lebendigen Völkergemisch auf den Märkten und Straßen.
Nachtleben in Moskau: Club B2
Nachtleben in Moskau: Club B2
© Sergey Korneev / B2 Club
Moskau ist eine Stadt der Kontraste und der Superlative, selbstbewusst und dynamisch. Eine Stadt, die nie zur Ruhe kommt und immer interessant ist. Die starken Veränderungen im Land sind jedoch auch an den Menschen nicht spurlos vorübergegangen. Eine jüngere Generation ist zum Zuge gekommen. "Swetskije ljudi" nennen die Moskauer sie, "Menschen im Licht". Es sind die "happy few" der russischen Metropole, die in den letzten Jahren unglaubliche Karrieren gemacht haben. Elitär, reich und selbstbewusst. Nicht alle haben derart vom Wandel profitiert, viele sind nur Zuschauer des neuen Luxus'.
Hier in Moskau, wo vier Fünftel aller Kapitalbewegungen Russlands abgewickelt werden, wird der scharfe Gegensatz einer gespaltenen Gesellschaft besonders deutlich. Die Mehr-als-zehn-Millionen-Stadt pendelt zwischen den Extremen und kommt nie zur Ruhe. Zwar ist die Goldgräberstimmung aus den ersten Jahren nach der Auflösung der Sowjetunion verschwunden, aber es ist immer noch eine Zeit, in der viele auf der Jagd nach dem großen Geld sind. Doch beim schnellen Sprung in die Marktwirtschaft wurden viele vergessen: Lehrer, Ärzte und Angestellte leben an der Armutsgrenze.
Moskau entwickelte sich in den letzten Jahren auch immer mehr zur Stadt für Nachtaktive. Die Moskauer haben das Gefühl, sie müssten alles nachholen: An vielen Ecken im Zentrum blinken die Lichter von Nachtclubs und Kasinos. Auch in den großen Hotels gibt es Nachtbars und Nightshows. Die "normalen" Moskauer gehen dort allerdings nicht hin, dort findet man nur die "Nouveaux Riches".
Hochzeitsblumen
© n-loader / aboutpixel.de
Straße der Hochzeitspaare
Der Park des Sieges beginnt stadtauswärts hinter dem Triumphbogen am Kutuzovsky Prospekt. Parallel zum Prospekt verläuft durch den Park die "Straße der Hochzeitspaare". Samstags trifft laut hupend ein Auto nach dem nächsten hier ein, alle mit Trauringen auf dem Autodach und mit Blumen geschmückt. Die Hochzeitsgesellschaften steigen aus, lassen sich auf dem Platz mit dem Obelisken fotografieren, stoßen mit Champagner an und machen Picknick. Sie tanzen, denn es gibt auch kleine Musikkapellen, die dort spielen. Zwischendrin stehen Würstchenbuden und Colastände, man kann Schaschlik vom Grill kaufen. Es herrscht Volksfeststimmung - und das jeden Samstag. Besonders viel los ist natürlich im Sommer.
"Moskau ist eine schlafende Riesin; mitten in Russland liegt sie auf dem Rücken und schläft ihren schweren russischen Schlaf. Um in sie einzudringen, müssen Sie ihre erogenen Zonen kennen", schreibt das Enfant terrible der postsowjetischen Literatur, der durch seine Theaterstücke auch in Deutschland bekannte Wladimir Sorokin. Dringen Sie also ein in die Stadt, schauen Sie hinter die Glitzerfassaden und entdecken Sie die neue Leichtigkeit des Seins der Metropole in Clubs, Restaurants, Parks und auf den Straßen.
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