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Die Russen haben für Moskau viele zärtliche Namen: Herz Russlands, Mütterchen Moskau, und Stolz schwingt mit, wenn sie Moskau "das dritte Rom" nennen. Doch die russischste aller russischen Städte hat sich verändert in den letzten Jahren: Baukräne ragen in den Himmel, Straßen werden ausgebessert, klassizistische Gebäude restauriert.
Die ganze Stadt leuchtet wie ein Jahrmarkt. Auf dem Majakowski-Platz flirren um das überdimensionale Denkmal des Revolutionsdichters die Leuchtreklamen der umliegenden Gebäude. Die blauen Trolleybusse fahren Reklame für westliche Zigarettenmarken. Doch vor der vollständigen Amerikanisierung rettet die Moskauer der Erlass von Bürgermeister Luschkow, demzufolge die Buchstaben kyrillisch sein müssen.
Das Projekt "Moscow City"
Das Projekt "Moscow City"
Bauboom zur Jahrtausendwende
Moskau sucht seine Zukunft auch in der Vergangenheit. Genau wie in Berlin entstehen manche Stadtteile neu, werden Paläste und Kirchen rekonstruiert. Pünktlich zur Jahrtausendwende entwickelte sich Moskau zur prosperierenden, dynamischen Metropole. Sie ist heute die teuerste Stadt Europas. Das zeigt sich auch am Bauboom gigantischen Ausmaßes. Im Südwesten der Stadt entsteht das Projekt "Moscow City", wo Sir Norman Foster den "Federation Tower" baut, den höchsten Wolkenkratzer der Welt, ganze 650 Meter hoch!
Die sieben Stalinhochhäuser haben mit dem "Triumph Palace", dem größten Wohnhaus der Welt, ein noch höheres dazu bekommen. Oder das Wohnhaus "Patriarch", das weit über die Dächer der umgebenden Häuser hinausragt, mit einer Hommage an Wladimir Tatlin und einer Kopie seines nie realisierten Turmes gekrönt. 1919 hatte er die Perle des russischen Konstruktivismus entworfen, doch nie gebaut.
Das Außenministerium ist eines der Stalin-Hochhäuser
Das Außenministerium ist eines der Stalin-Hochhäuser
Zuckerbäckerstil
Egal in welche Richtung man von der Stadtmitte aus sieht: Am Horizont ragt eines der sieben Hochhäuser im Zuckerbäckerstil empor. In dem Beschluss zum Bau dieser Hochhäuser wurde 1947 formuliert: "originelle Bauwerke..., die die Muster der im Ausland bekannten mehrstöckigen Gebäude nicht wiederholen." Das ist den Stadtplanern unter Stalin gelungen. Diese sieben im pseudogotischen Stil erbauten Monumentalbauten stehen exponiert und beherrschend da. Sie sind sternförmig angeordnet und heute neben Kreml und Basilius-Kathedrale die Wahrzeichen der Stadt. Die Bekanntesten: die Moskauer Universität, das Außenministerium und das Hotel Ukraina.
Sehenswürdigkeiten
Moskau bietet eine Menge verschiedener Sehenswürdigkeiten. Da die Stadt sehr weitläufig ist, sollten Sie die Besichtigungen per Metro machen. Die Metro selbst lohnt ohnehin schon eine Besichtigung. Oder mieten Sie sich für 2 bis 3 Stunden ein Taxi. Es gibt auch Taxifahrer, die bei entsprechender Bezahlung ein Tagesarrangement mit Ihnen treffen. So können Sie mehrere Besichtigungen hintereinander absolvieren. Auf jeden Fall anschauen sollten Sie den Kreml mit seinen Kirchen, das Neujungfrauenkloster und eines der Kunstmuseen.
Datscha
Eine Datscha, das ist in der Regel ein Holzhaus mit Garten und Außenklo. Sie ist der Traum und das Glück eines jeden Moskauers. Drei Monate im Jahr - im Sommer - interessiert Millionen Einwohner nur ein Thema: Wie wird das Wetter am Wochenende?
Datschas gab es immer schon in Russland. Vor der Revolution zog der Adel im Sommer aufs Land in seine Sommerpaläste oder aufs Gut. Auch Anton Tschechow verarbeitete das Landleben der intellektuellen Moskauer in seinen Dramen. Und Maxim Gorkis Theaterstück "Sommergäste" heißt im Russischen "Datschniki". In den letzten Jahren entstehen jedoch wahre Paläste aus Stein um Moskau herum. Datschen sind Visitenkarten ihrer Bewohner: Die Größe der Häuser, das Baumaterial, die Höhe der Zäune und auch die geografische Lage zeigen die Stellung der "Datschniki" in der Gesellschaft. Die beliebteste Datschengegend ist der Westen und Südwesten Moskaus. Lieblich und melancholisch ist hier die Landschaft, ein sanft gewelltes Hügelland mit Flüssen und Bächen, Wäldern und Wiesen.
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