Die Toten werden in Russland besonders geehrt. An Feiertagen und dem Geburts- sowie Sterbetag begibt man sich mit vollen Taschen zum Grab und veranstaltet dort im Kreise der Familie oder von Freunden ein Picknick. Meist stehen kleine Bänke auf den Gräbern, sonst werden Klappstühle mitgenommen. Es wird getrunken und gegessen und so sehr fröhlich und unsentimental der Toten gedacht. Zum Schluss wird dem Toten etwas zum Essen dagelassen und ein Glas Wodka aufs Grab geschüttet. Ein besonderes Ereignis bleibt die Beerdigung von berühmten Toten. Bei Tolstojs Tod strömten Menschenmassen zu seinem Grab. Den Schauspieler und Liedermacher Wladimir Wissotskij, der 1980 starb, begleiteten 500 000 Trauernde.
Grab von Nikolai Gogol
Auf dem Friedhof des Neujungfrauenklosters ruhen alle sowjetischen Berühmtheiten, die nicht prominent genug waren, an der Kremlmauer zu liegen. Im 16. Jahrhundert angelegt, war der Friedhof zunächst Ruhestätte für den Moskauer Adel und die Geistlichkeit. Seit dem 19. Jahrhundert setzte man hier auch berühmte Vertreter der Intelligenzija bei. Nach dem Tod des in Ungnade gefallenen Nikita Chruschtschow (1971) wurde der Friedhof geschlossen, denn Leonid Breschnew befürchtete politische Demonstrationen. Erst seit 1987 ist er wieder zugänglich.
Auf dem Friedhof befinden sich auch die Gräber von Molotow und von Stalins zweiter Frau. Die Schriftsteller Gogol, Ostrowski, Tschechow, Alexei Tolstoi, Majakowski, Twardowski, Schukschin, die Regisseure Eisenstein, Stanislawski und Wachtangow, die Komponisten Prokofjew, Rubinstein, Schostakowitsch und die Maler Lewitan, Serow, Tatlin liegen hier begraben.
Die Grabdenkmäler vieler Toter zeigen symbolisch, womit sie ihren Ruhm erwarben. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, an einer Führung von Ortskundigen teilzunehmen, da man allein zu lange nach den Gräbern suchen muss. Täglich außer Dienstag 10 bis 17.15 Uhr, erster Montag im Monat geschlossen.
| Straße: |
Novodevichiy pr. 1 |
| Nahverkehr: |
Metro 1: Sportivnaya |
|
| Karte: |
|
|
|
Denkmal von Vladimir Voroshilov
© Andrei Sdobnikov (public domain)
Der Friedhof wurde 1771 während einer Pestepidemie angelegt. Gleich am Eingang befinden sich die Auferstehungskirche (Woskresenija-Zerkow) und das Grab von Wladimir Wissotskij. Es ist immer mit Blumen überhäuft und stets gut besucht. Auf diesem sehr schönen Friedhof liegen auch der Dichter Sergei Jessenin, der sich 1925 das Leben nahm, und der deutschstämmige Theaterregisseur Karl Theodor Kasimir Meyerhold. Täglich 9 bis 18 Uhr.
| Straße: |
ul. Sergeya Makeeva 15 |
| Nahverkehr: |
Metro 7: Ul. 1905 Goda |
|
| Karte: |
|
|
|