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Stadtviertel

  • Arbat
    Der Arbat im Winter
    Im 19. Jahrhundert war der Arbat das Viertel des Adels, der Offiziere und der Händler, die hier nach dem Brand 1812 ihre Villen und Stadthäuser bauten. Chruschtschow zerstörte einen Teil dieses schönen alten Stadtteils, der sich zwischen Garten- und Boulevardring, der ul. Prechistenka und der ul. Worowskowo ausbreitet, durch den Bau des 70 m breiten Kalinin-Prospektes - heute Novy Arbat - mit seinen hässlichen grauen Hochhäusern, im Volksmund das "Eiserne Gebiss" genannt. Mittelpunkt des Arbat ist die Arbatstraße, die erste Fußgängerzone Moskaus. Sie ist ein gutes Beispiel für die Veränderung der Stadt in den letzten Jahren: Ein Café reiht sich an das nächste und im Sommer kann man draußen sitzen und dem lebendigen Treiben der Souvenirhändler, Musiker und Porträtkünstler zusehen. Fast-Food oder russische Gaststätte: alles ist vorhanden. Zudem wird die Straße von schönen alten Gebäuden gesäumt, die bestens restauriert sind und von den so genannten Neuen Reichen bewohnt werden.
    Am pl. Arbatskaya liegt bei der gleichnamigen Metrostation das Restaurant Praga, gegenüber das Kino Chudoschestwennyj, 1909 von dem Architekten Schechtel erbaut. Hier beginnt die Fußgängerzone mit kleinen Läden. Im Haus Nr. 53 wohnte Puschkin für einige Monate, deswegen richtete man hier eine Gedenkstätte ein. Im Nebenhaus (Nr. 55) wurde der Schriftsteller Andrei Bely 1880 geboren, bei uns durch seine mystischen Romane "Petersburg" und "Die silberne Taube" bekannt. Haus Nr. 37 ist eines der wenigen erhaltenen Gebäude im Empire-Stil.
    Die Fußgängerzone endet am pl. Smolenskaya, wo sich das Außen- und Außenhandelsministerium und die beiden Hochhäuser der Hotels Belgrad befinden.
    Auch abseits der Fußgängerzone lohnt sich ein Bummel durch die kleinen Gassen (Pereulok). Hier lassen sich gut erhaltene Häuser des Jugendstils und des Klassizismus bewundern. Der Arbat ist in den Werken Puschkins, Tolstois, Bulgakows, Pasternaks und nun zuletzt auch in Anatolij Rybakows Roman "Die Kinder des Arbat" verewigt.
    PLZ/Stadt:
    Moskau
    Nahverkehr
    Metro 1, 3, 4: Kropotkinskaya, Smolenskaya, Arbatskaya
    Karte
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  • Kitay-Gorod
    Iljinka-Straße im 19. Jahrhundert
    Der älteste Teil Moskaus nach dem Kreml. Ziemlich bald entstand neben dem Fürstenhof ein mittelalterlicher Marktflecken. Kitay heißt heute im Russischen "chinesisch", damit hat aber die ursprüngliche Bezeichnung nichts zu tun. Im Mongolischen bedeutet Kitay "mittlere". Kitay-Gorod war also die mittlere Stadt, zwischen Kreml und Außenstadt.
    Unter Iwan dem Schrecklichen wurde Kitay-Gorod mit einer Steinmauer gesichert, und zwischen der heutigen ul. Varvarka (also dem Hotel Rossija) und der ul. Il'inka (dem Kaufhaus GUM) entstand ein großes Handelszentrum. Reste dieser Stadtmauer kann man heute noch am Theaterplatz und am Kitayskiy Proyezd südlich des Hotels Rossija sehen. Bis zum 17. Jahrhundert gab es in Kitay-Gorod nur Holzgebäude. Nachdem sie durch einen Brand alle vernichtet wurden, entstanden nach und nach Steinhäuser, die zum Teil heute noch erhalten sind.
    Bis zum 18. Jahrhundert durfte in keinem anderen Viertel Moskaus Handel getrieben werden, gegen Ende des 18. Jahrhunderts allerdings verlagerte sich der Handel zur Kusnetsky Most und in andere Straßen. Das Viertel verarmte und war bald überbevölkert. Die Gebäude nutzte man lediglich als Kontore und Warenlager. Auch das Kaufhaus GUM, 1894 erbaut, diente zunächst als Warenlager, erst nach der Revolution wurde es in ein staatliches Kaufhaus umgewandelt. In die anderen Gebäude zogen öffentliche Einrichtungen. Die frühere Handelsatmosphäre scheint nun aber langsam zurückzukehren. Auf jeden Fall lohnt sich ein Spaziergang durch dieses Viertel wegen der doch recht zahlreichen schönen historischen Gebäude.
    PLZ/Stadt:
    Moskau
    Nahverkehr
    Metro 6, 7: Kitay-Gorod
    Karte
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  • Zamoskvorech'e
    Pawelezer Bahnhof
    Zamoskvorech'e heißt so viel wie "hinter dem Moskwafluss", also vom Kreml aus betrachtet auf der anderen Seite. Der ganz eigene Stadtteil liegt wie eine Halbinsel in einer Flussschleife und wird von den vier großen Straßen Bolschaja Polyanka, Bolschaja Ordynka, Bolschaja Yakimanka und ul. Pyatnitskaya markant durchzogen. Erste Siedlungen gab es hier bereits ab Mitte des 14. Jahrhunderts.
    Um den heutigen Pawelezer Bahnhof ließen sich tatarische Gerber nieder. Daran erinnern heute noch tatarische Straßenbezeichnungen wie Ordynka und Tatarsky per.
    Vom 19. Jahrhundert an siedelten in dem Stadtteil Kaufleute und Handwerker, gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen Manufakturen und Fabriken hinzu und in der Folge auch eine proletarische Bevölkerung. Nach der Revolution entstanden größere Fabriken. Trotzdem hat sich der Stadtteil, in dem auch die Tretjakow-Galerie liegt (die nach jahrelanger Renovierungsarbeit wieder eröffnet ist), einen gewissen kleinstädtischen Charme erhalten. Hier stehen in manchen Seitenstraßen neben modernen Hochhäusern noch kleine Holz- und Stadthäuser aus dem 19. Jahrhundert, meist nur zweistöckig, Bürgerhäuser und verfallene Kirchen. Also wagen Sie einen Spaziergang über die große Steinbrücke und lassen Sie den Kreml hinter sich.
    Vom Sofyskaya nab., an dem auch die Residenz des britischen Botschafters in einem Palais aus dem 19. Jahrhundert liegt, hat man zweifellos den schönsten Blick auf den Kreml.
    PLZ/Stadt:
    Moskau
    Nahverkehr
    Metro 2, 6, 8: Tret'yakovskaya, Novokuznetskaya
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