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Straßen

  • Boulevardring (Bul'varnoye Kol'tso)
    Chistye Prudy
    Chistye Prudy
    © Dims (public domain)
    Bis zum großen Moskauer Brand von 1812 stand an der Stelle des Boulevardrings eine Mauer, die den Stadtteil Weiße Stadt umschloss. Dieser hatte sich wie ein Halbkreis um den Kreml und Kitaj Gorod gelegt. In der Weißen Stadt wohnte der Adel und das Bürgertum, so war die Mauer auch eine Abgrenzung gegen die ärmliche Vorstadt.
    Nach der Revolution teilte man die großen Wohnungen der Bürgerhäuser in Kommunalwohnungen auf. Eine Familie erhielt ein Zimmer. Küche und Bad wurden gemeinsam genutzt.
    Am Boulevardring liegt der alte Zirkus, der sich seit 1990 wieder im neu eröffneten Gebäude befindet. Wichtigstes architektonisches Merkmal des auf 1800 Plätze erweiterten Hauses ist die Integration von Fragmenten des Originalgebäudes von 1880. Am Chistoprudny bl. ist um den Teich und um das Theater Sowremennik ein lebendiges Viertel mit Cafés, Restaurants und einem Kino entstanden.
    Die Christ-Erlöser-Kathedrale
    Die Christ-Erlöser-Kathedrale
    © Wolfgang Wehl / pixelio.de
    Zwischen Puschkin-Denkmal und Tass-Gebäude am Tverskoy bl. wird es etwas ruhiger. Viele der schönen alten Adelsvillen sind hier erhalten. Es befinden sich, wenn man McDonald‘s hinter sich gelassen hat, rechter Hand die Gorki-Literatur-Hochschule (Nr. 25), die Michail Bulgakow in seinem Roman "Der Meister und Margarita" als Gribojedow-Haus beschrieb, und das Puschkin-Theater. Am Ende des Boulevardringes an der Metrostation Kropotkinskaya stößt man auf die goldenen Kuppeln der wieder erbauten Christ-Erlöser-Kathedrale, die Stalin 1931 sprengen ließ.
    Der Boulevardring, der sich wie ein Gürtel mit einem grünen Parkstreifen in der Mitte - mit Bänken und Spielplätzen -, von den Prechistenka Vorota bis zum Ende der Solyanka durch die Stadt zieht, zeigt etwas sehr Altmodisches und Charmantes. Immer wieder wird er jedoch von verkehrsreichen Plätzen unterbrochen. Hier herrscht noch das Flair des alten Moskau, aber nur, wenn man in der Mitte durch den Park flaniert.
    PLZ/Stadt:
    Moskau
    Nahverkehr
    Metro 1: Chistye Prudy, Kropotkinskaya
    Karte
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  • Neuer Arbat, Vozdvizhenka-Straße
    Bestimmt wird das Gesicht des ehemaligen Kalinin-Prospektes heute durch das "Eiserne Gebiss", die grauen Betonhochhäuser aus der Chruschtschow-Zeit. Von der Lenin-Bibliothek bis zum Boulevardring heißt die Straße nun wieder Vozdvizhenka. In diesem ersten Teil - vom Kreml bis zum Arbat pl. - stehen noch einige schöne Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Im Haus Nr. 5 befindet sich das Schtschussew-Museum für russische Architektur. Dieses Palais aus dem 18. Jahrhundert beschrieb Tolstoi in "Krieg und Frieden" als Haus von Pierre Besuchow. Besonders schön ist Nr. 16, das Palais Morosow.
    Vozdvizhenka-Straße
    Vozdvizhenka-Straße
    Hinter dem Arbat-Platz mit dem Restaurant Praga und dem Kino beginnt der modernisierte Teil mit den Hochhäusern. Ab hier heißt es Neuer Arbat. Vom Arbat-Platz aus gut sichtbar steht die kleine fünfkuppelige Kirche Simeon-Stylites aus dem 17. Jahrhundert fast verloren vor den 25-stöckigen Häusern. Unterhalb der Hochhäuser findet man einige Läden: das Dom-Knigi und den Schallplattenladen Melodija. Am Ende dieser Straße liegt das "Weiße Haus" am Ufer der Moskwa. Seit dem Putsch 1993 ist der Sitz der russischen Regierung international bekannt. Man hat einen beeindruckenden Blick auf das Hotel Ukraina auf der anderen Flussseite.
    PLZ/Stadt:
    Moskau
    Nahverkehr
    Metro 5, 7: Krasnopresnenskaya, Barrikadnaya
    Karte
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  • Tverskaya
    Zentrales Telegrafen- und Postamt
    Zentrales Telegrafen- und Postamt
    Dies ist die erste Straße im Zentrum, auf die Sie treffen, wenn Sie vom Flughafen kommend in die Stadt fahren. Schon seit dem 14. Jahrhundert war sie die Ausfallstraße nach Tver (Kalinin) und Nowgorod. Deshalb hieß sie Tverskaya und wurde erst 1935 zu Ehren des Schriftstellers Maxim Gorki umbenannt. 1991 bekam sie ihren alten Namen wieder.
    Als erste Moskauer Straße erhielt sie im 18. Jahrhundert Steinpflaster, und schon früh wurden die Holzhäuser durch Steinhäuser, Hotels, luxuriöse Geschäfte und Kaufmannshäuser ersetzt. Als Mitte des 19. Jahrhunderts reiche Kaufleute hier Mietskasernen bauten, verlor die Twerskaja ihre Bedeutung als Hauptstraße der Stadt. Schon damals besaß sie die ungewöhnliche Breite von 20 m, und seit der Verbreiterung und Verlegung der Häuser nach der Revolution misst sie sogar mehr als das Doppelte, 42 m.
    Tverskaya-Straße in der Stadtmitte
    Tverskaya-Straße in der Stadtmitte
    Gleich linker Hand vom Okhotny Ryad kommend liegt das Hotel National mit seinem alten Charme. Daneben befindet sich das Jermolowa-Theater, in dem vor allem zeitgenössische Dramen zu sehen sind. Das Eckhaus zeigt das konstruktivistische Telegrafenamt aus dem Jahr 1927. Interessant ist auch das Haus Nr. 13, das 1782 für den Grafen Tschernischew (Generalgouverneur von Moskau) gebaut wurde. Die beiden oberen Etagen kamen erst später hinzu. Heute residiert hier der Moskauer Bürgermeister.
    Direkt gegenüber, am Tverskaya Ploshchad', steht das Denkmal für Fürst Juri Dolgoruki, den Gründer Moskaus. Rechts schließt sich das Hotel Zentralnaja an, das ehemalige Hotel Lux, das in den Dreißigerjahren Herberge für deutsche Oppositionelle war. Gleich daneben liegt das schöne Delikatessengeschäft Jelissejew. Vor der Revolution zeigte es sich als das erste Delikatessengeschäft in Moskau, aber auch heute noch lohnt sich ein Besuch. Das Eckhaus daneben beherbergte jahrelang einen beliebten Theaterclub. Heute befindet sich hier eine luxuriöse Einkaufsmeile mit westlichen Edelshops.
    Gebäude von Arkady Mordvinov
    Gebäude von Arkady Mordvinov
    © NVO / Creative Commons
    Hat man den Puschkinplatz mit Puschkin und McDonald‘s hinter sich gelassen, endet die Einkaufszone der Tverskaya. Linker Hand war in einem pompösen Empirepalast des 18. Jahrhunderts einst der Englische Club für Adlige untergebracht, heute ist der Palast Domizil des Museums für die moderne Geschichte Russlands. Auf dem Majakowski-Platz errichtete man 1721 nach dem Sieg über die Schweden einen Triumphbogen. Den Platz begrenzen das Satiretheater und daneben der Tschaikowski-Konzertsaal, ein modernes Schnellrestaurant und das Hotel Peking. Dieser Teil der Tverskaya wird immer luxuriöser. Neben einigen kostspieligen Geschäften liegen hier das Marriott Grand Hotel, das Palace Hotel und das Hotel Tverskaya. Die Tverskaya endet nach etwa 3 km am Weißrussischen Bahnhof und dem Gorki-Denkmal, das Wera Muchina 1951 entwarf.
    PLZ/Stadt:
    Moskau
    Nahverkehr
    Metro 2: Okhotny Ryad
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