Seit 1792 war der Bau eines neuen Theaters für München geplant, da das Cuvilliés-Theater den Massen nicht mehr gewachsen war. Kriege und finanzielle Engpässe führten aber immer wieder zu Verzögerungen der Bauarbeiten, so dass das Theater erst am 12. Oktober 1818 eröffnet werden konnte. Aber schon fünf Jahre später brannte das Theater bis auf die Grundmauern ab, als bei einer Vorstellung die Dekoration in Flammen aufging. Die Stadt München finanzierte den Wiederaufbau unter Leo von Klenze, bereits 1825 konnte das Nationaltheater wiedereröffnet werden.
Die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg waren so gravierend, dass man sogar in Betracht zog, die Ruinen abtragen zu lassen, um den Raum anderweitig nutzen zu können. Die 1952 gegründete Bürgerinitiative "Freunde des Nationaltheaters e.V." hatte jedoch bald die Öffentlichkeit auf ihrer Seite und lieferte zusätzliche finanzielle Mittel für einen erneuten Wiederaufbau. Innerhalb von fünf Jahren wurde die Originalfassung Karl von Fischers wiederhergestellt und das zwischenzeitlich im Prinzregententheater untergebrachte Ensemble konnte wieder einziehen. Heute ist diese Oper das Haus Nummer eins, sowohl künstlerisch als auch was die Höhe der Subventionen betrifft.
Architektonisches Kleinod, eine Perle des höfischen Rokoko. Das Theater war Schauplatz zahlreicher prunkvoller Inszenierungen von Barockopern, etwa 1781 der Uraufführung von Mozarts "Idomeneo". Später Bühne für etabliertes Erfolgstheater. Bis 2008 ist der Theaterbetrieb wegen Renovierung eingestellt, das Gebäude kann aber besichtigt werden (täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet).
Das Deutsche Theater mit seiner über hundertjährigen Geschichte steht in der Tradition des Unterhaltungstheaters. So ziemlich alles wird hier geboten - vom Faschingsball über die Operette bis zum Liedermacherkonzert. Mit internationalen Stars, erfolgreichen Musicals und herausragende Musiktheater-Inszenierungen lockt Deutschlands bekanntestes Gastspieltheater seine Gäste.
In der ehemaligen "Kleinen Komödie" hat das Varieté-Theater seit September 2008 mit großem Erfolg seine Pforten geöffnet.
Akrobaten, Jongleure, Comedians und wortgewandte Moderatoren entführen in eine Welt aus Phantasie, Lachen und Staunen.
Einst als »Neues Theater« seinem Namen mehr als gerecht geworden. Jetzt etwas flippiger und noch experimenteller. Das i-camp bietet Spielräume für Theater, Tanz, Performance, Neue Musik, Videokunst, Bildende Kunst, Digitale Medien und all ihren Mischformen. Zeitgenössische Inhalte und Kritik an aktuellen Entwicklungen stehen dabei im Vordergrund.
Traditionelles Haus mit hohem Anspruch an Inhalt und Inszenierung.
Neben Marionetten treten auch Stab- und Handpuppen im Kinder- und Erwachsenenprogramm auf. Auf dem Spielplan stehen Märchenklassiker, zeitgenössische Kinder- und Erwachsenenstücke und regelmäßig auch Opern. Für Kinder (und Erwachsene!) mit Sinn für Musik gibt es zum Beispiel eine wunderbare Inszenierung der "Zauberflöte".
Seit Dieter Dorn dort wirkt, geht es wieder aufwärts mit der berühmten Sprechbühne, die dem Freistaat gehört und die vom Steuerzahler hoch subventioniert wird. Der Spielplan ist gespickt mit den Highlights des großen Theaters, mit phantastischen Gastspielen aus Berlin und Wien, mit großen Namen und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Tradition und Moderne.
Bei seiner Gründung im Jahr 1865 war das Theater als Volkstheater für die einfachen Bürger konzipiert. Nach einer finanziellen Krise wurde es jedoch schon 1872 zur Hofbühne unter König Ludwig II. Auf dem Spielplan standen Operetten und Singspiele. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stieg das Interesse an Possen, musikalischen Schwänken und Volksstücken. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs konnte der Theaterbetrieb 1948 in der Spielstätte wieder aufgenommen werden, seit 1955 trägt das Haus den Namen "Staatstheater am Gärtnerplatz". Das klassische Operetten-Repertoire erweiterte sich allmählich um Opern und Musicals. Heute stehen vor allem Opern auf dem Programm. Traditionell werden alle Werke in deutscher Sprache aufgeführt, von der Barockoper bis zum zeitgenössischen Musiktheater.
Der Intendant Frank Baumbauer kam zum Jahrtausendwechsel, das Haus selbst wurde von Grund auf saniert, das Prestigerennen mit der Konkurrenz, dem Residenztheater, läuft. Denn die Münchner Kammerspiele galten über Jahrzehnte als eine der besten Sprechbühnen der Nation, vor allem was die Aufbereitung der Klassiker in neuem Gewand betrifft. Baumbauer setzt die Tradition auf seine Weise fort, allerdings auch mit modernen Werken und meist recht jungen, abenteuerlustigen Regisseuren, weswegen einige der älteren Stars mit Dieter Dorn über die Straße gewandert sind. Trotzdem heißt es meistens an der Kasse: ausverkauft.
Im Herbst 2002 übernahm Christian Stückl dieses finanzielle Sorgenkind der Stadt. Stückl hat nicht nur die Oberammergauer Passionsspiele inszeniert, sondern auch den "Jedermann" in Salzburg. In seinem neuen Haus aber scheint er eher ein begnadeter Partyveranstalter zu sein denn ein Intendant mit glücklicher Hand. Die Kritiker schwanken zwischen Jubel und gesenktem Daumen, doch unterhaltsam ist das Programm auf alle Fälle.
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