Das neue Museum Brandhorst in München
Bedeutende Kunstsammlung in spektakulärer Architektur
Fassade aus 36.000 bunten Keramikstäben / Foto: Haydar Koyupinar, © Museum Brandhorst
Das Kunstareal in München hat mit dem Museum Brandhorst ein bedeutendes Haus dazu gewonnen. Seit Mai ist der Neubau von Sauerbruch Hutton geöffnet.
Museum Brandhorst mit internationaler Strahlkraft
Mit der einzigartigen Sammlung von Udo und Anette Brandhorst gewinnt das Münchner Kunstareal einen weiteren Höhepunkt von großer Strahlkraft hinzu. Der Pinakothek der Moderne unmittelbar benachbart bietet das Museum Brandhorst ein beeindruckendes Ensemble von Werken moderner und zeitgenössischer Kunst.
Das Museum Brandhorst erweitert das Profil des Kunstareals München mit Alter und Neuer Pinakothek, Pinakothek der Moderne, Glyptothek und Antikensammlung auf spektakuläre Weise. Während die Pinakothek der Moderne der Entwicklung des 20. und 21. Jahrhunderts insgesamt gewidmet ist, steht im Museum Brandhorst eine vertiefende Auseinandersetzung mit wenigen charismatischen Künstlern im Mittelpunkt.
Alex Katz, "Paar", 1996 / Foto: Haydar Koyupinar, © VG Bildkunst, Bonn 2008
Die Sammlung Brandhorst
Zu Beginn der 1970er Jahre war eine Collage von Joan Miró die erste gemeinsame Erwerbung von Udo und Anette Brandhorst. Dabei interessierte sich das Sammlerehepaar nicht nur für bildende Kunst, sondern auch für Literatur. Verständlicherweise galt ihre Aufmerksamkeit besonders der Zusammenarbeit von Malern und Dichtern. So bilden beispielsweise 112 von Picasso illustrierte Bücher in Originalausgaben – bis auf wenige Ausnahmen das gesamte OEuvre Picassos auf diesem Gebiet - einen markanten Höhepunkt der Sammlung. Arbeiten auf Papier von Malewitsch, Schwitters und anderen ergänzen diesen Komplex.
Nach anfänglichem Engagement für die Klassische Moderne folgte bald eine stärkere Hinwendung zu zeitgenössischen Positionen. So bilden Werkgruppen von Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie internationaler Vertreter aktueller Kunst einen weiteren, umfassenden Schwerpunkt. Cy Twombly, Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, John Chamberlain, Sigmar Polke, Bruce Nauman, Mike Kelley, Alex Katz, Eric Fischl, Damien Hirst, Katharina Fritsch und viele andere sind mit exemplarischen Werkgruppen vertreten, die wichtige Positionen in der Entwicklung der zeitgenössischen Kunst markieren. Die Sammlung umfasst heute insgesamt über 700 Werke.
TIPP
Der Katalog zur Sammlung Brandhorst ist erschienen im
Energiesparendes Museum
Das Museum Brandhorst birgt eine Fülle von Technik, die für den Besucher unsichtbar bleibt. Die empfindlichen Kunstwerke der Sammlung müssen vor Klimaschwankungen, Staub sowie vor mechanischer Beschädigung oder Diebstahl geschützt werden. Raumklima, Luftreinheit, Lichtschutz und Sicherheit bilden dabei ein neuartiges ganzheitliches Konzept, das ebenso nachhaltig wie ökologisch angelegt ist.
Ein wichtiger Baustein ist das lichttechnische Konzept: Im Museum Brandhorst wird Tageslicht der Vorzug vor Kunstlicht gegeben. Mit transparentem Kunststoff bespannte Elemente bilden Lichtdecken, die das diffuse Tageslicht ebenso wie das hinter den Lichtdecken versteckte Kunstlicht verteilen.
Um zusätzliches Tageslicht zu nutzen, führen an der Außenfassade des Museum Brandhorst angebrachte Lichtlenker diffuses Tageslicht auf die Deckenspiegel der Erdgeschossgalerien, die zudem energiesparend sind. Auch hierdurch wird elektrische Energie eingespart.
Eine ganzheitliche Denkweise, ein nachhaltiges museumstechnisches Konzept und der Wille, moderne Technik intelligent zu nutzen, ermöglichen die Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks. Hierfür ist das Museum Brandhorst beispielgebend.
Der spektakuläre Neubau von Sauerbruch Hutton beherbergt das Museum Brandhorst Foto: Andreas Lechtape 2008, © Museum Brandhorst
Kontakt: Museum Brandhorst
Adresse:
Türkenstraße 19
Kunstareal München
80333 München
Öffnungszeiten:
Täglich außer Montag von 10-18 Uhr
Donnerstag von 10-20 Uhr
Eintrittspreise:
7 Euro, ermäßigt 5 Euro
Sonntag : 1 Euro
Homepage:
Text- und Bildquelle: Pressematerial des Museum Brandhorst