Stadtgeschichte
Kleines Stadtwappen von München
Historisch gesehen hat München gegenüber den anderen beiden bayerischen Großstädten Augsburg und Regensburg einen kleinen Makel: Es war kein Siedlungsort der Römer, die unter Cäsar in diese Gegend einmarschiert sind. Doch haben hier Menschen schon in der Jungsteinzeit gelebt und Spuren hinterlassen. Die Kelten trieben sich dann im 6. Jahrhundert in der Gegend herum, und im 10. Jahrhundert befanden Mönche vom Tegernsee, dass diese Gegend ideal zum Besiedeln sei. Also ließ man sich in "Munichen" nieder, und seither ziert das Stadtwappen ein Mönch, im schwarzen Habit mit Goldrand. (Dass das Münchener Kindl als Stadtmaskottchen ebenfalls im Mönchsgewand steckt, ist ein ganz und gar unklerikaler Scherz der Geschichte.)
Der Welfe Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, beschloss 1158, dem Bischof von Freising einen Streich zu spielen: Er ließ die dortige Zollbrücke über der Isar zerstören und errichtete eine neue isaraufwärts in Munichen. Markt und Münze kamen hinzu, München war gegründet. Schon gut 30 Jahre später wurde Heinrich geächtet und die Stadt zur Residenz der Wittelsbacher (1255), deren Einfluss bis heute spürbar ist. Noch ein paar Daten im Schnelldurchlauf: 1632 besetzt Gustav Adolf von Schweden die Stadt im Zuge des Dreißigjährigen Krieges. 1634 sterben über 7000 Menschen an der Pest, ein Drittel der damaligen Bevölkerung. Die Österreicher sind hier kurzzeitig Herren während des Spanischen Erbfolgekrieges, und 100 Jahre später, im Jahr 1800, wird München von den Franzosen eingenommen. Doch sechs Jahre darauf wird Bayern Königreich und München Sitz der Verwaltung.
Die Alte Pinakothek um 1900
Im 20. Jahrhundert spielt München keine sehr rühmliche Rolle. Zwar startet Kurt Eisner hier 1918 die Novemberrevolution, doch findet 1923 ebenfalls in München der erste nationalsozialistische Putschversuch statt, diesmal noch ohne Erfolg. Der kam dann später, und München wurde zur Hauptstadt der braunen Bewegung. Während des Zweiten Weltkrieges wurde halb München zerbombt. Und noch einmal kommt München weltweit aus schrecklichem Anlass in die Schlagzeilen: 1972, während der Olympischen Sommerspiele, scheitert der Befreiungsversuch jener israelischen Sportler, die von arabischen Terroristen gekidnappt worden waren, durch Spezialeinheiten der Polizei. Die Bilanz: 17 Tote, darunter fünf Terroristen. Die "fröhlichen Spiele" waren vorbei, auch wenn es dann hieß: "The games must go on".
Heute ist München die Hauptstadt des Freistaates Bayern, drittgrößte Stadt der Bundesrepublik, liegt 478 m über dem Meeresspiegel (am Hauptbahnhof), hat mehr als 1,2 Millionen Einwohner, eine weit unter dem Durchschnitt liegende Arbeitslosenquote und angeblich die meisten Multimillionäre. Es gibt immer noch zu wenig Livebühnen für die Musik junger Leute, dafür hoch subventionierte Edelkultur von Oper über Ballett bis Sprechbühne, ein teures U-Bahn-System, die gute alte Trambahn, 3500 zentral organisierte Taxis, fünf Tageszeitungen und mit dem Bayerischen Rundfunk einen der großen Sender der ARD. München ist, bis auf kurze Intervalle, traditionell von der SPD regiert, also eine rote Bastion im sonst so "schwarzen" Bayern. Die Stadt hat 25 Bezirke, 24 Polizeireviere und die größte Ärztedichte der Bundesrepublik. München ist mit seinen mehr als 100 000 Studenten eine der größten Akademikerschmieden Deutschlands. Viele Studiosi leiden unter den enorm hohen Mieten - auch hier ist München in Deutschland Spitze.