Der Märtyrer Johannes von Nepomuk ist der Schutzpatron der Brücken. Und doch steht die ihm geweihte Kirche etwa 1 km entfernt von der Isar. Trotzdem hat der heilige Nepomuk hier eine gewisse Aufgabe: Die Asamkirche in der Sendlinger Straße, eingerahmt von Boutiquen und schicken Geschäften, ist eine für München typische ideelle und architektonische Brücke zwischen zwei Welten: Lebenslust und Konsumrausch treffen hier auf Tradition und verwurzelten Katholizismus, moderne Funktionsbauten auf überbordende Barockarchitektur. Für Fotoamateure ist das malerische Dämmerlicht im Inneren der Kirche eine echte Herausforderung, für Freunde der Kunsthistorie bieten der von vier gewundenen Säulen umrahmte Hochaltar und die plastische Dreifaltigkeitsgruppe darüber tausend Möglichkeiten der Deutung. Zwischen 1975 und 1982 ist die Asamkirche mit so großem Aufwand restauriert worden, dass Lästermäuler behaupteten, mit diesem Geld hätte sich eine ganze Stadtratsriege ihre Plätze im Paradies erkauft.
Straße:
Sendlinger Str. 62
PLZ/Stadt:
München
U-Bahn
U 1/2/3/6 Sendlinger Tor
Karte
Bürgersaalkirche
Sie ist nicht nur historisch interessant als ehemaliger Versammlungsraum der Marianischen Männerkongregation, einer jesuitisch geprägten Glaubensgemeinschaft von Priestern und Laien. Im Untergeschoss der im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörten Kirche liegt Pater Rupert Mayer begraben, eine der Identifikationsfiguren des Münchner Widerstandes gegen Hitler. Er wurde von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.
Eine typisch bayerische Gründungsgeschichte hat diese erste spätbarocke Kirche Münchens: Die Grausamkeiten des Spanischen Erbfolgekrieges als Schreckensvision für Münchens Zukunft vor Augen, gelobte die Kammerdienerstochter Anna Maria Lindtmayr den Bau einer Kirche, auf dass das göttliche Strafgericht an ihrer Stadt vorübergehe. Bürger und Vertreter der Landstände waren so beeindruckt, dass sie an den italienischen Architekten und Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi einen entsprechenden Auftrag gaben. So vereinen sich in der eigenwilligen Architektur mit ihren über das Eck gestellten Säulen und dem prächtigen Deckengemälde von Cosmas Damian Asam italienische Dynamik und bayerische Ausdruckskraft.
Die Frauenkirche heißt eigentlich "Dom zu unserer lieben Frau" und ist die Bischofskirche der Erzdiözese München-Freising. Sie ist länger als ein Fußballfeld (109 m) und fasst 2000 Personen. Mit ihren beiden "welschen" Hauben auf den Türmen (der südliche Turm ist mit 99 Metern um einen Meter kürzer) ist sie das Wahrzeichen der Stadt. Das liegt auch daran, dass sie von der südlichen und westlichen Einfallstraße (Autobahn München-Garmisch und Nymphenburger Straße) nahezu schon vom Stadtrand aus sichtbar ist, dank eines alten Rechtes, demzufolge der Blick auf die Kirche nicht verbaut werden darf. Der spätgotische Bau besticht durch seine klare, fast strenge Gliederung.
Sagen ranken sich um einen schwarzen Fußabdruck im Eingangsbereich: Kurz vor Fertigstellung der Kirche im 15. Jahrhundert soll sich der Teufel in das Gotteshaus geschlichen haben, um es zu zerstören. Aber er stellte fest, dass das Gebäude keine Fenster hatte - kein Mensch würde in einer Kirche ohne Fenster beten. Vor Freude stampfte er auf dem Boden auf, hinterließ einen Fußabdruck und ging, ohne die Kirche zu zerstören. Was er übersehen hatte: Von seinem Standpunkt und dem heutigen Abdruck aus kann man tatsächlich kein Fenster sehen - es gibt sie aber!
Darüber, ob die Restaurierung der drei Schiffe aus den 70er-Jahren wirklich gelungen ist, herrschen in München geteilte Ansichten. Jedenfalls bietet sich dem Besucher eine Fülle kirchenhistorischer Kostbarkeiten, etwa das Prunkgrabdenkmal Kaiser Ludwigs des Bayern. Und eine Turmauffahrt gehört zum festen Besuchsprogramm. Auffahrt zum Südturm von April bis Oktober Montag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr.
Mit der Frauenkirche und St. Peter eine der alten Kirchen Münchens, wahrscheinlich 1208 als romanische Kapelle entstanden. Nach dem Stadtbrand 1327 als Gotikbau wieder errichtet, wurde sie durch die Brüder Asam dann als barockes Schmuckstück ausgekleidet. Im Krieg fast ganz zerstört, restaurierte man sie jahrelang in unendlicher Geduldsarbeit.
Nach dem Brand der Herz-Jesu-Kirche 1994 in Neuhausen entwarf das Architekturbüro Allmann, Sattler und Wappner einen kühnen, blau schimmernden Glasbau. Zunächst von den in dieser Gegend etwas konservativen Bürgern heftig bekämpft, wurde die neue Kirche zum Wahrzeichen modernen katholischen Denkens. Hier finden auch hochkarätige Konzerte und Ausstellungen statt.
Obwohl schon auf den ersten Blick als romanisch-klassizistischer Nachbau (durch Gärtner) entlarvt, birgt diese Kirche einen besonders wertvollen Schatz: eine der großen Fresken der Welt (neben Michelangelos Ausmalung der Sixtinischen Kapelle), an der Altarwand im Chor, ebenfalls ein "Jüngstes Gericht" (von Peter Cornelius). Die beiden Türme stehen in direktem Kontrast zur imposanten, südlich gelegenen Theatinerkirche.
Der selbstdarstellerisch nicht unbegabte Herzog Wilhelm V. wollte mit diesem Gotteshaus der Gegenreformation ein imposantes Denkmal setzen und plünderte für den Bau die Staatskasse. Dafür konnte er sich rühmen, für "seine Jesuiten" das, nach dem Petersdom zu Rom, zweitgrößte Tonnengewölbe, ein für damalige Verhältnisse statisches Wunder, errichtet zu haben. In der Gruft liegt, neben anderen bayerischen Herrschern, auch Ludwig II. Sonntags singt hier Münchens wohl bester Kirchenchor (siehe Tagespresse).
Eines der ältesten Bauwerke Münchens, genannt der Alte Peter, und berühmt-berüchtigt für seine 306 steilen Treppenstufen und den Schwindel erregenden Ausblick. Lange vor der Stadtgründung stand auf dem Petersbergl schon eine Kapelle. Daraus wuchs, im Verlauf der Jahrhunderte, eine architektonisch interessante Kombination aus Romanik, Gotik, Frühbarock und Rokoko. Dieses Ambiente lockt vor allem an Sonn- und Feiertagen nicht nur Katholiken zu prachtvollen Mozart- und Haydn-Messen. Doch auch an Werktagen bietet die Peterskirche erholsame Stille im Trubel der Innenstadt und eine Fülle wunderschöner Pretiosen aus den Werkstätten berühmter Künstler wie Erasmus Grasser (von ihm stammen die Marmor-Grabsteine), Nikolaus Gottfried Stuber (Hochaltar) und Ignaz Günther (Dreisitz rechts neben dem Altar sowie Mariahilf-Altar im Südschiff). Eine Turmbesteigung ist möglich im Sommer: Montag bis Samstag von 9 bis 18.30 Uhr, Sonntag von 10 bis 18.30 Uhr, im Winter bis 17.30 Uhr, der Eintritt kostet 1,50 Euro.
Nicht nur eine der bedeutenden, sondern auch Bayerns erste Rokokokirche. Das während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigte und im Nachhinein in mehreren Abschnitten wirklich schön restaurierte Gebäude wurde 1727 in fünfjähriger Bauzeit von Johann Michael Fischer errichtet. Dessen neue Architekturidee: ein ovaler Zentralraum. Die Gebrüder Asam besorgten die kunstvollen Gewölbefresken und Altarbilder, die in mühevoller Kleinarbeit wieder nachempfunden wurden.
Die Geburt Max Emanuels muss die Eltern Kurfürst Ferdinand Maria und Henriette Adelaide wirklich schwer beeindruckt haben: Nicht nur, dass Papa der Mama anlässlich der Geburt Schloss Nymphenburg schenkte, auch ließ das Paar aus Dankbarkeit eine der schönen Münchner Kirchen errichten und St. Cajetan (dem Gründer des Theatinerordens) weihen. Und wie der Namenspatron und sein Orden aus Italien stammen, so ist auch die Architektur dem eleganten italienischen Hochbarock nachempfunden. Erst François Cuvilliés sorgte, 100 Jahre nach Grundsteinlegung, für den Rokokoausbau. Die Theatinerkirche ist mit der Ludwigs- und der Frauenkirche eines der markanten Wahrzeichen der Münchner Skyline. Besonders imposant sind der Hochaltar mit einem Marien-Gemälde des Rubens-Schülers Caspar de Crayer, die wunderbar gearbeitete schwarze Kanzel und die Fürstengruft der Wittelsbacher unter dem Hochaltar.
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